Hittfeld
Entsetzen über Kahlschlag im geschützten Erlenbruchgelände

Hittfelds Ortsbürgermeister Thomas Fey ist entsetzt von dem Ausmaß der Baumfällungen auf dem Grundstück der Superintendentur in Hittfeld
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ts. Hittfeld. Die abgesägten Stümpfe sehen trist aus. Der Kahlschlag auf dem Erlenbruchgelände entlang des Pastorenwegs in Hittfeld nahe des Rathauses der Gemeinde Seevetal ist unübersehbar und wirkt im trüben Winter besonders trostlos. Bürger sind entsetzt über die massiven Baumfällungen - auch, weil das betroffene Grundstück der Kirche, genauer der Superintendentur, gehört und nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes geschützt ist. Deshalb ist der Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld, Dirk Jäger, in die Kritik geraten.
Bei Hittfelds Ortsbürgermeister Thomas Fey (Freie Wähler) häufen sich Bürgerbeschwerden. "Sie fragen, ob die Kirche das Wäldchen so abholzen durfte", sagt er. Der Ortsbürgermeister ist von dem Ausmaß der Baumfällungen überrascht: "Das ist doch eine Schande", sagt er mit Blick auf das Gelände. Wegen der Baumfällungen beschweren sich Bürger auch bei der Seevetaler Gemeindeverwaltung.
Unstrittig ist, dass Bäume gefällt werden mussten, weil sie auf den öffentlichen Gehweg und benachbarte Grundstücke zu fallen drohten. Allein am 1. Juni 2018 hielten mehr als 20 Bäume dem Winddruck nicht stand. "Manche fielen innerhalb des Grundstücks, einige aber auch auf angrenzende Gebäude und Fahrzeuge, richteten dabei teilweise erhebliche Schäden an. Glücklicherweise sind bisher keine Personen verletzt worden", sagt Superintendent Dirk Jäger.
Weil die Superintendentur als Grundstückseigentümer zur Verkehrssicherung verpflichtet ist, habe sie in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg und der Gemeinde Seevetal ein Fachunternehmen mit den Arbeiten beauftragt. Ende Februar hätten leider etliche hochgewachsene Pappeln auf dem Grundstück der Hittfelder Superintendentur gefällt werden müssen, sagt Dirk Jäger. Er selbst bedauere den Verlust der Bäume. Der Superintendent geht aber davon aus, dass das beauftragte Fachunternehmen in zulässiger Art und Weise gehandelt habe.
Vorstandsmitglieder der Kirchengemeinde Hittfeld dagegen sind von der Schwere des Eingriffs überrascht: "Die Kirchengemeinde hatte keine Kenntnis über das Ausmaß. Der Eingriff hätte schonend passieren sollen mit der Entnahme einzelner Bäume", sagt Kirchenvorstand Carsten Weede. Stattdessen habe ein Kettenbagger den Boden verdichtet mit der Folge, dass Brutplätze und Nahrungsketten zerstört worden seien. Nicht nur Pappeln seien verschwunden, sondern zahlreiche andere Bäume. Auch der Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchengemeinde Hittfeld, Willi Bersich, sei vorab nicht von dem Ausmaß informiert worden.
Das Kirchengrundstück sei begehrt, um dort zusätzliche Parkplätze zu errichten, sagt Thomas Fey. Deshalb entstünden jetzt Gerüchte.
Spekulationen über eine mögliche Umnutzung oder den Verkauf der Fläche tritt Superintendent Dirk Jäger entgegen: "Das Grundstück ist und bleibt nach Paragraf 30 des Naturschutzgesetzes geschützt." Daran änderten auch die Baumfällungen nichts. "Die Kirchengemeinde und der Kirchenkreis Hittfeld lassen sich von Fachleuten beraten, wie der Biotopcharakter der Fläche nachhaltig als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gesichert werden kann", sagt Dirk Jäger.

Hittfelds Ortsbürgermeister Thomas Fey ist entsetzt von dem Ausmaß der Baumfällungen auf dem Grundstück der Superintendentur in Hittfeld
So sah das geschützte Naturgrundstück vor dem Eingriff aus: Die Kirchenvorstände Carsten Weede (li.) und Willy Bersich (re.) mit Dietrich Westphal (NABU) gingen von einzelnen Baumfällungen aus
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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