Treckerfahrt durch das Dorf
Faslam in Hörsten: So geht ein Corona-gerechter Umzug

Die Vereinsvorsitzende Corinna Martens fährt in buntem Kostüm im Planwagen durch das Dorf  Fotos: Faslam Hörsten
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  • Die Vereinsvorsitzende Corinna Martens fährt in buntem Kostüm im Planwagen durch das Dorf Fotos: Faslam Hörsten
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ts. Hörsten. Im kleinen Format mit einem Schlepper und einem bunt geschmücktem Planwagen hat der Faslamsverein in Hörsten am vergangenen Sonntag an seinen großen Umzug erinnert, der normalerweise am Samstag stattgefunden hätte. Bei der Fahrt durch das Dorf unter Corona-Schutzauflagen warfen bunt kostümierte Faslamsschwestern und -brüder verpackte Süßigkeiten und Spirituosen, 300 sogenannte "Kurze", aus dem Wagen zu den in den Gärten wartenden Menschen.
Ein Riesenerfolg: "Die Menschen haben sich so gefreut", sagt die Vereinsvorsitzende Corinna Martens. "Wir wollten nur sagen: Es geht weiter. Faslamsschwestern und -brüder lassen sich nicht unterkriegen." Die Bevölkerung machte mit, hielt sich an die Abstandsregeln. Rudelbildungen seien bei der gut eine Stunde dauernden Fahrt ausgeblieben.
Immer am Wochenende nach Rosenmontag beginnt traditionell in Hörsten die Faslamszeit, seit mehr als 90 Jahren ist das so. Warum hier das närrische Treiben nach Aschermittwoch und damit eigentlich verspätet zelebriert wird, ist heute nicht mehr bekannt.
Wegen der Corona-Pandemie musste der Faslam in diesem Jahr ruhen. Normalerweise sägen und hämmern die Mitglieder der Baugruppen, bauen Wagen für den großen Umzug. Kuchendüfte wehen durch den Vorwerkring, die Buddel wird gesucht, der Faslamskerl (eine Puppe) gefunden. Gulasch- und Glühweindüfte ziehen durch den Moordamm. Schmalzbrote werden am Plack verspeist.
"Für alle Faslamsschwestern und -brüder bedeutet die Corona-Pandemie ein Jahr lang Pause, ein Jahr ohne Umzug, ohne Schnorren, Lumpenball, Kinderfasching und Eieressen", nennt Corinna Martens die vielen traditionellen Rituale, die allen so viel Freude bereiten.

Der gewählte Vorstand arbeitet weiter

Normalerweise hätte im Oktober die Jahreshauptversammlung des Vereins Hörstener Faslam von 2017 stattgefunden. Diese ist nun auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Der gewählte Vorstand arbeitet erstmal so weiter, ebenso alle Beisitzer.
Der Hörstener Faslamsverein besteht derzeit aus sieben Vorständen: Erste Vorsitzende ist Corinna Martens, Kassenwart ist André Marquardt. Jan Ptasik organisiert den Umzug. Ferner gehören Birga Buchholz (Protokollführerin), Martina Schulz, Kathrin Kaiser und Natascha Kiepe dem Vorstand an.
Das gemeinsame traditionelle Anbinden im Januar musste ausfallen. Dort werden unter anderem die Wagen und Fußgruppen für den Umzug angemeldet, erklärt Corinna Martens. Ebenso werden dann die Faslamsmudder und die Brüder gewählt. Der Faslamskerl ist in Hörsten traditionell eine Strohpuppe.
Eine Besonderheit in Hörsten sind die privaten Straßenstände entlang der Umzugsstrecke, an denen es Kuchen, Schmalzbrote und Glühwein gibt. In der Gemeinde Seevetal ist Hörsten der einzige Faslamsverein mit eigenem Umzug und darauf ist er stolz. Die Saison hätte mit dem Kinderfasching am 28. Februar 2021 ihr Ende gefunden - wegen der Corona-Pandemie muss der Spaß ausfallen. Faslam sei ein wichtiger Bestandteil der Dorfkultur, aber aktuell gebe es wichtigere Themen, sagt Corinna Martens. "Deshalb wünschen wir euch allen alles Gute und vor allem eins: Gesundheit."
Vorfreude ist erlaubt: "Am 5. März 2022 feiern wir wieder Faslam. Dann geht die Post ab!"

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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