Immer nur Absagen: Abdulla Schuany sucht eine Wohnung in der Nordheide

Abdulla Schuany sucht gemeinsam mit seiner Familie eine Bleibe in der Nordheide - bisher vergeblich
  • Abdulla Schuany sucht gemeinsam mit seiner Familie eine Bleibe in der Nordheide - bisher vergeblich
  • hochgeladen von Katja Bendig

(kb). Von Lübeck nach Seevetal und zurück: So sieht seit zwei Jahren der rund 85 Kilometer lange Arbeitsweg von Abdulla Schuany (48) aus. Vier Mal in der Woche pendelt der gebürtige Iraker von seiner Wohnung in der Hansestadt zu seinem Stand mit griechischen Spezialitäten, der seinen festen Platz vor dem örtlichen Edeka in Ramelsloh hat. Bei Stau, Schnee oder Eisglätte braucht er für eine Strecke schon mal bis zu zwei Stunden. Schuany wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als mit seiner Frau und den beiden Söhnen (7 und 5) in die Nordheide umzuziehen, am liebsten nach Buchholz. "Leider haben wir bisher nur Absagen erhalten", erzählt Schuany.
Der Kurde lebt seit 1997 in Deutschland. Seine Frau hat im Irak studiert, kümmert sich derzeit um die beiden Kinder. Der ältere Sohn geht zur Schule, der kleinere in den Kindergarten. Zu Hause sprechen die Eltern nur deutsch mit ihren Söhnen. "Das ist ganz wichtig", sagt Abdulla Schuany. "Da kann auch ich noch viel lernen!"
Seit Monaten suchen er und seine Frau eine neue Bleibe, eine Vier-Zimmer-Wohnung oder ein Reihenhaus. Das Paar wurde auch schon zu mehreren Besichtigungen eingeladen, "Wir haben uns freundlich unterhalten, hatten das Gefühl alles läuft gut", erzählt Abdualla Schuany. Gerne hätten sie eines der angebotenen Objekte gemietet, doch jedes Mal gab es eine Absage. "Einen richtigen Grund hat man uns nie genannt", sagt Schuany. Ob es an seiner Herkunft liegt? Schuany zuckt mit den Schultern. "Das würde ja nie jemand zugeben", sagt er.
Am Umzug hängt für den fleißigen Mann viel. Er würde sein Geschäft gerne ausbauen, auch an anderen Standorten in der Region seine Spezialitäten anbieten. Auch sein Lager möchte Schuany verlegen. "Im Moment lade ich die Waren frühmorgens in Lübeck ein. Ich musste mir extra Kühlboxen anschaffen und brauche einen großen Wagen, damit alles frisch bleibt, bis ich in Ramelsloh bin", schildert er die Situation. Doch ein Lager anzumieten, ohne einen Wohnsitz in der Region zu haben, macht für ihn keinen Sinn. Ein weiteres Problem: Seine Frau möchte eine Ausbildung zur Erzieherin anfangen. Sollte es mit dem Umzug nicht bald klappen, ist sie gezwungen, sich in Lübeck umzusehen. "Dann müsste ich auch in den nächsten Jahren pendeln", sagt Schuany. Denn die Geschäfte in Ramelsloh laufen gut, den Standort aufzugeben kommt für ihn nicht infrage.
Er hofft, dass sich doch noch jemand findet, der seiner Familie ein geeignetes Objekt vermietet. "Damit würde für uns ein Traum in Erfüllung gehen", sagt der Familienvater. Wer eine Vier-Zimmer-Wohnung oder ein Reihenhaus anbietet, erreicht Abdulla Schuany unter Tel. 0176 - 55498498.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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