Karoxbostel hat wieder eine Sägemühle

Mühlenretterin Emily Weede steht an der neu installierten Welle
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Wasserkraft ersetzt Elektromotor: Mühlenretter rekonstruieren den historischen Antrieb der Sägerei von 1900

ts. Karoxbostel. Nur wenige Tage nachdem der Verein Wassermühle Karoxbostel als Träger des renommierten Deutschen Preises für Denkmalschutz feststeht, ist es den Mühlenrettern in einem weiteren Schritt gelungen, das bauliche Erbe zu bewahren. Jetzt treibt wieder Wasserkraft anstelle eines Elektromotors das historische Sägewerk an - so wie es seit dem Bau der Sägerei im Jahr 1900 bis in die 1960er-Jahre geschehen ist.
Mit der Rekonstruktion des historischen Ursprungszustandes ändern sich auch die Begrifflichkeiten: "Bisher waren für Sägerei, jetzt sind wir wieder eine Sägemühle", erklärt die 1. Vorsitzende Emily Weede.
39.000 Euro haben der Wiederaufbau des ursprünglichen Antriebs der Sägerei und einer historischen Treppe an dem Gebäude gekostet. Die Europäische Union, die Bingo Stiftung und die Niedersächsische Sparkassenstiftung haben das Projekt finanziert. Ein Kontrolleur des Amts für regionale Landesentwicklung hat vor Kurzem die technische Konstruktion abgenommen.
Das Wasser setzt Wellen, Zahnräder und Antriebsbänder und somit das Sägewerk in Gang. Dazu nötig war der Bau einer 33 Meter langen Welle, die Wassermühle und Sägerei verbindet. Das Unternehmen Wilhelm Pätzmann Mühlen-Maschinenbau mit Sitz in Winsen hat das Abtriebsteil hergestellt - genau wie bereits vor 118 Jahren beim Bau der Sägerei an der Wassermühle.
Bei Aufnahme ihrer Arbeit im Jahr 2012 hatten die Mühlenretter zunächst darauf verzichtet, den ursprünglichen Wasserantrieb der Sägerei wieder herzustellen. "Früher verlief die Welle etwa in Höhe eines Tisches über den Hof. Das schien uns für Gäste und ehrenamtliche Helfer gefährlich zu sein", sagt Emily Weede. Jetzt ist dem Verein eine Lösung gelungen. Der Wasserantrieb passe zu dem Ziel des Vereins, nachhaltig produzieren zu wollen. Mitglieder des Vereins veredeln in der Sägerei Holz von Bäumen, die im benachbarten Mühlenwald wachsen. Aus Buche, Eiche und Fichte entstehen zum Beispiel Treppenbauteile oder Sitzmöbel.
Indes elektrisiert viele Vereinsmitglieder der Gedanke, an der Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz am 29. Oktober in Straßburg teilnehmen zu wollen. Wo genau die Zeremonie stattfinden wird, sei noch offen, sagt Emily Weede. Deshalb lasse sich die Größe der Delegation noch nicht bestimmen. Als sicher gilt: Der Veranstalter finanziert sechs Personen Unterkunft und Reisekosten. Viele Vereinsmitglieder möchten auf eigene Kosten mitreisen. Deshalb planen die Mühlenretter, einen Bus zu chartern.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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