Kunstatelier statt Architekturbüro

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Ulrike Walther hat den Sprung ins Künstlerdasein gewagt - mit Erfolg: Ihre Bilder zieren die neuen Verpackungen von Faber Castell

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Ursprünglich stammt Ulrike Walther aus Thüringen. Schuld an ihrer Leidenschaft für die Aquarellmalerei war ein Geschenk. „Als ich fünf war schickte meine Tante aus dem Westen mir einen Aquarellkasten und -papier“, erzählt sie. Das Gefühl, mit bunten Farben eigene Welten aufs Papier zu bringen, war eine Art Initialzündung. Und ist bis heute dasselbe geblieben. „Das ist ein bisschen, wie frisch verliebt zu sein“, schildert Ulrike Walther.
Doch trotz ihrer Liebe zur Malerei, schlug die Künstlerin zunächst einen anderen Weg ein. Einem Studium der Architektur an der Bauhaus-Universität in Weimar folgte ein Erasmus-Studium in Glasgow. Als Architektin war sie über 15 Jahre lang auch international tätig, zuletzt von Hamburg aus. Doch die Kunst ließ sie nicht los. „Während meines Studiums habe ich immer gemalt und mich später auf Architekturillustration spezialisiert“, erzählt Ulrike Walther. Vor vier Jahren kam dann der Bruch: „Für mich stand fest, dass ich einfach herausfinden muss, ob ich von der Malerei leben kann - oder eben nicht“, so die Künstlerin. Sie hängte ihren Job an den Nagel und setzte alles auf eine Karte. Zog von Hamburg aufs Land. Besuchte Seminare und begann Bilder, Kalender und Aquarellbücher zu verkaufen. Inzwischen gibt sie eigene Seminare und leitet Malreisen.
Auf der Suche nach einem kreativen Kopf, der die neue Verpackung gestaltet, kam das Unternehmen Faber-Castell selbst auf Ulrike Walther zu. „Sie hatten Bilder von mir in einem Katalog gesehen“, erzählt die 44-Jährige. Ulrike Walther machte sich ans Werk, skizzierte verschiedene Motive, probierte Farbspektren und -verläufe aus, testete, wie Farben und Motive auf unterschiedlichen Papieren wirken, passte ihre Motive ins Packungsdesign ein. Die Entwürfe gingen an Faber-Castell. Monate später kam die Zusage. „Das war echt toll!“, sagt Ulrike Walther. Doch bis das endgültige Motiv gefunden war, sollte es noch dauern. „Es wurde immer wieder etwas geändert, Ideen verworfen und neue Vorschläge gemacht“, berichtet sie.
Eine Vorgehensweise, die für ihre sonstige Arbeit eher untypisch ist. Ihre Motive sucht Ulrike Walther am liebsten draußen, aktuell liebt sie urbane Szenen. „Ich setzte mich gerne an Straßen und Plätze, beobachte die Menschen und den Verkehr, fange Stimmungen ein“, erzählt sie. Aus diesen Skizzen, aber auch aus Fotos entstehen ihre Bilder. Doch einfach drauf los malen - das funktioniert bei Aquarell nicht. „Ich mache vorher Tonwertstudien, überlege genau, wo das Bild hell bleiben muss“, erklärt sie. Denn bei der Aquarellmalerei muss das Weiß aus dem Papier leuchten. „Es gibt keine deckenden Farben, ich kann nichts 'überpinseln', was mir nicht gefällt.“
Und ihr Ziel von der Malerei zu leben? „Das habe ich fast erreicht“, sagt Ulrike Walther. Aufträge wie der von Faber-Castell helfen dabei natürlich - sind aber die Ausnahme. Die Regel sind Seminare und Auftragsarbeiten, Ausstellungen und die Bedienung von Social Media-Kanälen, sowie der Aufbau von Kontakten zu Galerien und Fachzeitschriften. Viel Arbeit und viel Organisation. Den Schritt in die künstlerische Selbstständigkeit hat Ulrike Walther bisher nicht bereut: „Es ist toll, den Menschen durch Bilder Glücksmomente zu bereiten, ihnen mit einem Bild einen Fluchtpunkt aus dem Alltag zu schenken.“
• Infos: http://www.ulrikewalther.de

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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