Seit acht Jahren unzertrennlich: Tierrechtler Günter Garbers und Highlandbulle Schmusi
"Schmusi ist mein Freund"

Günter Garbers hat Schmusi vor acht Jahren vor dem Tod gerettet
4Bilder
  • Günter Garbers hat Schmusi vor acht Jahren vor dem Tod gerettet
  • Foto: as
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Glüsingen. Erst gibt es eine Banane für Schmusi, dann holt Günter Garbers eine Bürste aus der Tasche und beginnt, den Highlandbullen zu kämmen - für das Pressefoto sollen die braunen Haare schließlich perfekt sitzen. Schmusi genießt diesen "Friseurtermin" sichtlich.
Günter Garbers ist überzeugt: "Schmusi weiß, dass ich ihm das Leben gerettet habe." Knapp acht Jahre ist es her, dass Günter Garbers den Bullen nach Glüsingen auf seinen Lebenshof am Mühlenbach, einen Gnadenhof für Nutztiere, geholt hat. Schmusi hatte seinen Vorbesitzer lebensgefährlich verletzt und sollte eingeschläfert werden. Günter Garbers besuchte das Tier am Vorabend: "Ich war bei ihm in der 'Todeszelle'. Schmusi hat meine Finger abgeleckt, als wenn er sagen wollte, 'Günter, hol mich hier raus'", erinnert sich der Tierschützer. Nur wenige Stunden vor der geplanten Einschläferung gelang es Garbers, den Vorbesitzer zu überzeugen und Schmusi zu sich auf den Lebenshof zu holen. "Unser Verein 'Lebenshof am Mühlenbach' rettet sogenannte Nutztiere, um ihnen eine Würde zu geben", berichtet der überzeugte Veganer. Anfangs habe er riesigen Respekt vor dem 400 Kilo schweren Bullen gehabt, der habe sich im Laufe der Zeit aber abgebaut, so Garbers. "Als Schmusi zu mir kam, war er jung und stürmisch, jetzt ist er ruhiger. Aber wenn ich bei ihm auf der Weide bin, lasse ich ihn nie, keine Sekunde, aus den Augen", betont der Tierrechtler.
Schmusi und Garbers sehen sich täglich. "Wir sind befreundet", sagt Günter Garbers. Wenn er Schmusi auf seiner Weide in Asendorf besucht, gibt es nicht nur Futter, sondern auch immer eine Streicheleinheit für den Bullen. Auf dem Gnadenhof hatte der ehemalige Schäfer ursprünglich Schafe untergebracht. "Aber als ich Schmusi gekriegt habe, hat sich mein Leben von einem auf den anderen Tag geändert", sagt Garbers. Nach Schmusi folgten Kälber, dann die Schweine Rudolph und Steiner. Mittlerweile haben viele Nutztiere Zuflucht bei Garbers erhalten, u.a. berichtete das WOCHENBLATT über den Schafbock "Kringel", dem das Bein abgenommen werden musste. In Glüsingen hat er dank einer Prothese eine zweite Chance erhalten. Zurzeit kümmert Garbers sich um 70 Schafe, vier Rinder, zwei Schweine und drei Ziegen - ein Vollzeitjob. Demnächst gibt es Zuwachs: die drei ehemaligen Mastsauen Rosa, Leni und Lissy sollen auf dem Lebenshof einziehen. Um ihnen einen angemessenen Stall bauen zu können, ist der Verein jedoch auf finanzielle Unterstützung angewiesen, denn der Lebenshof wird komplett über Spenden finanziert.
"Ich hege eine Sympathie für die schwierigen Fälle, die keiner haben will. Oftmals droht ihnen sonst der Tod", sagt Günter Garbers. "Jedes Tier, das Menschen angreift, wird gleich getötet. Dabei können die Tiere nichts dafür", kritisiert der Tierfreund. "Wenn ich wüsste, dass ich geschlachtet werde, würde ich mich auch wehren!" Auf dem Lebenshof erhalten diese Tiere eine zweite Chance.

Der Lebenshof am Mühlenbach

Der Lebenshof am Mühlenbach ist ein über Spenden finanzierter Gnadenhof für Nutztiere. Rund 50 Schafe, vier Rinder, zwei Schweine und drei Ziegen verbringen ihren Lebensabend auf dem Hof - bis zu ihrem natürlichen Tod. Günter Garbers und sein Verein "Lebenshof am Mühlenbach" setzen sich für die Rechte von Tieren ein und haben schon viele Tiere vor der Schlachtung gerettet. Das bekannteste Tier ist wohl der Highlandbulle "Schmusi", der seit sechs Jahren bei Garbers lebt.
Wer Günter Garbers Arbeit unterstützen möchte, spendet an den Lebenshof unter IBAN: DE 10 240 603 00 4902020 000; BIC: GENO DE F1 NBU; Volksbank Lüneburger Heide. Auch bei der Pflege der Tiere kann der Gnadenhof tatkräftige Hilfe gebrauchen. Infos unter www.lebenshof-am-muehlenbach.de oder auf www.facebook.com/guentergarbers.
Derzeit benötigt Garbers Spenden, um einen Stall für die ehemaligen Mastsauen Rosa, Leni und Lissy zu bauen. Wer ihn dabei unterstützen möchte, spendet via www.betterplace.org ("Garbers" in das Suchfeld eingeben).

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.