30 Jahre Besuchsdienst der Kirchengemeinde Maschen
Wie Medizin gegen die Einsamkeit

Leiterin Ilse Karl (vorne re.) empfängt die anderen Mitglieder des Besuchsdienstes Maschen zu einem Arbeitstreffen
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ts. Maschen. Begegnet ist die 76 Jahre alte Elke Winter vielen Menschen in ihrem langen Leben. Eine Begegnung mit einer ihr wenig bekannten Frau, weit über 80 Jahre alt, bleibt der Ehrenamtlichen im Besuchsdienst der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Maschen unvergessen: Teilnahmslos habe sie gewirkt und blass im Gesicht ausgesehen, als Elke Winter ihr im Altenheim einen Besuch abstattete. Die Ehrenamtliche erkundigte sich nach früheren Nachbarn und den Hühnern der Dame. "Da bekam sie Farbe im Gesicht und erzählte. Sie schien sich in eine völlig andere Person verwandelt zu haben", sagt Elke Winter. Nie sei ihr die Bedeutung ihrer ehrenamtlichen Besuche so bewusst geworden.
Seit 30 Jahren besteht der Besuchsdienst der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Maschen. Eine beachtliche Dauer für einen Freiwilligendienst. Neun Frauen und ein Mann gehören heute dem Besuchsdienst an.
"In jedem Jahr besuchen wir etwa 330 Menschen", sagt die Leiterin Ilse Karl (83). Zielgruppe sind alle Mitglieder der Kirchengemeinde, die 80 Jahre alt und älter sind. Bis zum Jahr 2016 lag die Altersgrenze bei 75 Jahren. "Aber heute wären das zu viele Menschen. Das könnten wir nicht bewältigen", sagt Gerda Rettkowski. Die 81-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern, ist seit 1987 dabei.
Einen Moment der Zuwendung schenken die zehn ehrenamtlichen Mitglieder des Besuchsdienstes. Meist hören sie zu und lassen sprechen. Das wirkt wie Medizin gegen Einsamkeit.
Nicht selten bekommen die Ehrenamtlichen zu hören, was die alten Menschen bedrückt, zum Beispiel von Konflikten mit den Kindern. Der Besuchsdienst, bietet Menschen die Gelegenheit, sich etwas von der Seele zu reden. Damit das Ehrenamt nicht zur Belastung wird, ziehen die Besucher Grenzen. Wie, das lernen die Ehrenamtlichen bei Fortbildungen, die der Sprengel Lüneburg und die Kirchenkreise Hittfeld und Winsen anbieten.
Eine Selbstschutzregel lautet: Ein Besuch sollte nicht länger als eine Stunde dauern. "Wir sollen uns nicht in die Pflicht nehmen lassen. Aber es ist auch nicht verboten, Freundschaften zu schließen", sagt Elke Winter.
Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen die Mitglieder des Besuchsdienstes zu einem Arbeitstreffen zusammen. Sie teilen die Besuche ein und tauschen Erfahrungen aus. Einmal im Monat suchen sie zwei Pflegeheime auf und singen gemeinsam mit den Bewohnern.
Wer sich im Besuchsdienst der Kirchengemeinde Maschen engagieren möchte, meldet sich bei Ilse Karl, Telefon 04105 - 84771, oder Elke Winter, Telefon 04105 - 84642.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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