Zehn Jahre qualmfrei

Seit zehn Jahren ist das Rauchen in Gaststätten verboten - die meisten Gastronomen sind damit zufrieden
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Panorama

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Rauchverbot in Gaststätten gilt seit 1. August 2007 / Fazit der Gastronomen fällt positiv aus

(kb/os/tk/jd). Der Aufschrei war groß: Als vor zehn Jahren das Nichtraucherschutzgesetz in Niedersachsen in Kraft trat und mit ihm ein Rauchverbot in Gaststätten eingeführt wurde, sahen Kritiker die heimische Gastronomie vor dem Aus. Nicht nur das Ende der Gemütlichkeit und des angeregten Gesprächs bei Bier und Zigarette wurde prophezeit, sondern auch ein regelrechtes Kneipensterben. Inzwischen ist klar: Offensichtlich kann man sich auch ohne Zigarette ganz gut am Stammtisch unterhalten und die meisten Restaurantgäste wissen es sehr zu schätzen, ihr Essen in rauchfreien Räumen zu sich zu nehmen. "Unser Fazit zum Nichtraucherschutzgesetz fällt durchweg positiv aus", erklärt Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer beim Dehoga Niedersachsen.
Zur Erinnerung: Das Rauchverbot gilt in Niedersachsen seit dem 1. August 2007 grundsätzlich in Gaststätten, Cafés, Bistros und Diskotheken sowie in offenen gastronomischen Betrieben in Markthallen sowie Einkaufspassagen. Betreiber von Gaststätten und Diskotheken dürfen das Rauchen nur in vollständig abgeschlossenen und besonders gekennzeichneten Nebenräumen erlauben. Ausgenommen vom generellen Rauchverbot sind Einraumkneipen mit einer Gastfläche bis zu 75 Quadratmetern, die keine zubereiteten Speisen anbieten und in denen Personen unter 18 Jahren keinen Zutritt haben.
Dass immer mehr Gastwirte ihre separaten Raucherräume auflösen, bestätigt auch Balke. "Der Bedarf ist vielfach nicht mehr da, selbst viele Raucher sagen, dass sie den Extraraum nicht benötigen", betont der Dehoga-Vorsitzende Balke. Er erinnert an die verhärteten Fronten zwischen den Befürwortern und Gegnern des neuen Gesetzes vor zehn Jahren. "Zum Glück hat sich der aggressive Grundton auf beiden Seiten nicht gehalten. Alles hat sich beruhigt", so Balke. Wichtig sei gewesen, dass die Dehoga Verfassungsbeschwerde gegen die Ursprungsversion des Gesetzes einlegte. Dadurch wurde ein Jahr später erreicht, dass die neue Regelung nicht für sogenannte Einraumgaststätten bis 75 Quadratmeter Fläche gilt, die kein Essen anbieten. "Ansonsten hätte es ein Massensterben dieser Gaststätten gegeben", erklärt Balke.

• Das WOCHENBLATT hat bei Gastronomen in der Region nachgefragt. Wie fällt ihr Fazit nach zehn Jahren Rauchverbot aus?
Helga Röder vom "Jesteburger Hof" in Jesteburg ist vom Rauchverbot überzeugt. "Unser Urteil fällt ausgesprochen positiv aus", sagt die Gastwirtin. "Aufgrund der baulichen Voraussetzungen konnten wir zwar keinen Raucherraum einrichten, aber außer im Winter ist es für unsere Gäste überhaupt kein Problem, nach draußen zum Rauchen zu gehen", so Röders. "Nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für unsere Mitarbeiter ist es so viel angenehmer." Ein paar Gäste seien zwar weggeblieben, "dafür haben wir aber neue hinzugewonnen", sagt sie.
• "Anfangs waren wir skeptisch, Rauchen in Gaststätten gehörte irgendwie dazu", erzählt Nele Dierksen, Geschäftsführerin des Ringhotels Sellhorn in Hanstedt. Doch inzwischen findet auch sie das Rauchverbot grundsätzlich positiv. "Wir haben einen getrennten Raucherbereich eingerichtet, den viele Gäste gezielt nutzen. Und alle anderen freuen sich über rauchfreie Räume", so Dierksen. Hinzu käme, dass man nicht mehr so oft renovieren müsse.
• "Den Zigarettenrauch im Restaurant vermisst bei uns niemand", sagt Christine Buchholz, Leiterin des Hotel-Restaurants „Zur Eiche“ in Buchholz-Steinbeck. "Essen und Trinken ist Genuss, dazu passt Zigarettenrauch einfach nicht", findet Buchholz. Anfangs gab noch einen Raucherraum, der sei aber ganz schnell abgeschafft worden, Beschwerden von Gästen seien nur sehr vereinzelt gekommen. "Das Rauchverbot ist für uns absolut positiv", sagt Christine Buchholz.
• "Die Zigarette gehört für unsere Gäste zum Bierchen dazu", sagt Gerda Eichwald-Uhl (61) vom "Bistro Am Sande" in Stade. In der kleinen Kneipe über dem unterirdischen Parkhaus in der City ist das Rauchen nach wie vor gestattet, sodass die Stammgäste dem Lokal, das nach Gerda Eichwald-Uhl "gut läuft", treu geblieben. Nichtraucher fänden sich damit ab, das Qualm durch den einzigen Raum ziehe. Mit dem Rauchverbot sei der Verkauf von Snacks und Speisen eingestellt worden, so dass es keine Konflikte gebe und alle gut miteinander auskämen, so die Tresenkraft.
• "Ab und zu fragt noch mal ein Gast, wo denn der Aschenbecher stehe", berichtet Ulrich Benecke, Inhaber der Bahnhofsgaststätte in Apensen: "Den verweise ich auf unsere Raucherecke, die wir draußen eingerichtet haben." Er habe das Rauchverbot damals umgehend in seinem Lokal umgesetzt - ohne die Übergangsfrist zu nutzen, so der Gastwirt. Ein paar eingefleischte Raucher seien seitdem zwar nicht mehr gekommen. "Dafür habe ich aber zahlreiche neue Gäste hinzugewonnen. Vor allem Familien kommen jetzt mehr", berichtet Benecke. Seine Erfahrungen mit dem Rauchverbot seien überwiegend positiv.

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Katja Bendig aus Seevetal

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