"Zur Not ziehen wir vor Gericht"

Sind "wild entschlossen", die Raststätte zu verhindern: Die BI-Vorstandsmitglieder (v. li.) Friedrich Lührs, Angelika Gaertner, Günter Schwarz und Rainer Weseloh
  • Sind "wild entschlossen", die Raststätte zu verhindern: Die BI-Vorstandsmitglieder (v. li.) Friedrich Lührs, Angelika Gaertner, Günter Schwarz und Rainer Weseloh
  • hochgeladen von Katja Bendig

kb. Meckelfeld. "Wir sind die Metropole, ihr nur die Region - so sieht Hamburg die Sache", ist Angelika Gaertner, Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) gegen die geplante Mega-Rastanlage an der A1 bei Meckelfeld sicher. Das rücksichtslose Vorgehen Hamburgs bei der Suche nach einem Standort für die Rastanlage sorgt nicht nur bei der BI noch immer für Kopfschütteln. Am morgigen Donnerstag sind erneut Vertreter der Landespolitik vor Ort, um sich über die Situation zu informieren. Beim Verkehrsministerium in Berlin scheint man weniger gesprächsbereit zu sein. "Da blitzen wir total ab", sagt Gaertner. Bei der BI sowie auf Gemeinde- und Kreisebene ist man sich hingegen parteiübergreifend einig. "Wir werden keinerlei Rastanlage auf der Fläche akzeptieren", sagt Gaertner,

Seit fast fünf Jahren kämpft die 1. Vorsitzende der "Bürgerinitiative (BI) gegen die Raststätte Elbmarsch" gemeinsam mit ihren Mitstreitern gegen den Bau einer Mega-Rastanlage an der A1 bei Meckelfeld. Wenn es nach der Landesbehörde für Straßenbau geht, sollen hier auf einer Fläche von insgesamt rund 23 Hektar Stellplätze für insgesamt 255 Lkw, 311 Pkw sowie für Busse und Schwerlasttransporter entstehen. Von Beginn an lösten diese Pläne Proteststürme in der Seevetaler Bevölkerung und Politik aus, Rückendeckung kommt vom Landkreis und Vertretern der Landespolitik.
Das Verhalten der Hansestadt Hamburg, aber auch der Planungsbehörde, stößt bei der BI nach wie vor auf harsche Kritik. "Hamburg dreht sich die Dinge, wie sie sie braucht", sagt Gaertner. Bestes Beispiel dafür sei der Umgang mit der Fläche "Neuland 23". Den Bau der Rastanlage dort lehnte Hamburg mit dem Hinweis auf Naturschutzbelange ab. Offenbar spielten diese wenig später jedoch keine Rolle bei der Entscheidung, auf der Fläche ein riesiges DLH-Paketzentrum anzusiedeln. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass Hamburg sich so verhält", so Rainer Weseloh.
Im Laufe des Verfahrens musste die BI einen langen Atem beweisen. Der Anhörungstermin wird seit Jahren verschoben, war zuletzt für diesen Sommer angesetzt. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Termin vor Februar 2018 stattfindet. Schließlich kommen noch die Bundes- und Landtagswahlen", sagt Angelika Gaertner. Über den Verfahrensgang informiert wird die BI ebenso wenig wie die örtliche Politik. "Lediglich auf Nachfrage bekommen wir dürftige Infos", so Weseloh. Derzeit anvisiert sei eine teilweise Neuauslegung der Planungsunterlagen. Grund sollen neue Ausgleichsflächen auf Hamburger statt auf Seevetaler Gebiet sein. Weitere Details sind der BI nicht bekannt. Für Schriftführer Friedrich Lührs ist die Teil-Neuauslegung zunächst einmal Grund zu Optimismus. "Offensichtlich sind bei der Planung Fehler gemacht worden - nicht auszuschließen, dass dies auch für andere Bereiche gilt."

Für die BI ist ganz klar: Sie wird mit allen Mitteln gegen die Rastanlage - auch gegen eine zuletzt ins Gespräch gebrachte abgespeckte Variante - kämpfen. "Die Belastung für Meckelfeld hat eine Grenze erreicht, die auf keinen Fall überschritten werden darf", sagt Vorstandsmitglied Günter Schwarz. Und stellt klar: "Im Notfall ziehen wir vor Gericht." Als Alternativstandort hält die BI immer noch die von Hamburg abgelehnte Erweiterung der Raststätte Stillhorn für sinnvoll. "Das wäre sicherlich günstiger und auch für die Lkw-Fahrer praktischer, die aus nördlicher Richtung zum Hafen wollen und im Falle einer Raststätte in Meckelfeld quasi erst einmal an Hamburg vorbeigeführt würden, um dann nach der Ruhezeit wieder zurückzufahren", so Gaertner. "Aber es ist offensichtlich, dass Hamburg das nicht will."
Wie auch immer das Verfahren weiter geht, die BI wird am Ball bleiben. "Wir sind über alle Parteigrenzen hinweg wild entschlossen, den Rastplatz-Wahnsinn zu verhindern", sagt Schwarz.
• Beim Besuch der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Verkehr der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion sind interessierte Bürger herzlich willkommen. Die Delegation sowie Vertreter von BI, Gemeinde und Landkreis treffen sich am Donnerstag, 27. Juli, um 16 Uhr am Seevedeich (hinter der Flüchtlingsunterkunft Richtung Harburg).

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

Panorama
Stramme Waden und äußerst fesche Dirndl: Die WOCHENBLATT-Leser zeigen, dass auch Norddeutsche im zünftigen Oktoberfest-Outfit eine sehr gute Figur machen. Zudem so originell wie dieses „O' zapft is!“-Foto
30 Bilder

Schöner geht es kaum
Das sind die Gewinner der Foto-Aktion im WOCHENBLATT: Zeigt uns eure Waden!

(tw). Was für eine überwältigende Resonanz: Sie, liebe WOCHENBLATT-Leser, haben uns wirklich sehr schöne Fotos von ihren "Wadln" geschickt und sind oftmals sogar extra in Dirndl und Krachlederne geschlüpft. Dies machte die Entscheidung so schwer, dass das WOCHENBLATT-Redaktionsteam den Lostopf aktivierte und die Gewinner daraus zog. Die drei zünftigen Oktoberfestpakete für je drei bis fünf Personen erhalten - - im Landkreis Harburg:  Uwe Kugel aus Buchholz, Maike Häcker aus Holm-Seppensen...

Panorama
"Inspirierender Abend": Auch Empore-Chef Onne Hennecke (li.) war beeindruckt vom Gastspiel des Filmproduzenten, Autors und TV-Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt
3 Bilder

Interview mit dem Filmproduzenten, Autor und TV-Moderator
Hubertus Meyer-Burckhardt las in Buchholz aus neuem Buch

ce. Buchholz. "Seine NDR-Talkshow ist eine TV-Instanz wie die Tagesschau und der 'Tatort'": So fulminant kündigte Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore, Hubertus Meyer-Burckhardt (64) an, als der dort am Mittwoch aus seinem neuen Buch "Diese ganze Scheiße mit der Zeit - Meine Entdeckung des Jetzt" (ISBN 978-3-8338-7037-8) las. Es war die erste Veranstaltung in der Empore nach halbjähriger Corona-Pause vor - wenn auch reduziertem - Publikum. Eine bei...

Politik
Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft

Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Blaulicht

zehn tage Bauarbeiten
A7 im Horster Dreieck wird in Richtung Hamburg gesperrt

(ts/ce). Wegen Fahrbahnerneuerungsarbeiten wird die A7 im Bereich des Horster Dreiecks in Richtung Hamburg von Montag, 21. September, 7 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt das Landesstraßenbauamt mit. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Autobahnnetzes: Der Kraftfahrzeugverkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten ab dem Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Bremen bzw. auf die Autobahn 39 und anschließend auf...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen