+++ Update +++ Kommunalwahl: Vorläufiges Endergebnis für den Landkreis Harburg / AfD holt fast zehn Prozent / Große Parteien verlieren Stimmen

Panorama

Corona-Geschehen im Landkreis Harburg
Zwei weitere Tote im Seniorenheim

(os). Der Landkreis Harburg meldete am Montag, 19. Oktober, zwei weitere Corona-Tote. Sie waren Bewohner des Seniorenheims "Haus an den Moorlanden" in Neu Wulmstorf, in dem sich Ende September zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten (das WOCHENBLATT berichtete). Damit wurden im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruch in dem Seniorenheim bislang zehn Todesfälle gemeldet. Insgesamt wurden dem Landkreis Harburg am Montag exakt 1.000 bestätigte Corona-Fälle...

kb. Landkreis Harburg. Mit Verlusten für die großen Parteien geht die Wahl zum Kreistag des Landkreises Harburg zu Ende. Sowohl CDU und SPD als auch die Grünen müssen Stimmeneinbußen verkraften, die AfD holt auf Anhieb fast zehn Prozent und wird mit sechs Sitzen im Kreistag vertreten sein. Die Wahlbeteiligung im Kreis lag bei 57,1 Prozent.

Das vorläufige Endergebnis:

CDU 33,7 Prozent (-4,3)
SPD 25,3 Prozent (-4,8)
Grüne 13,9 Prozent (-2,7)
WG 3,7 Prozent (-1,0)
FDP 5,8 Prozent (+1,6)
Die Linke 2,8 Prozent (+0,9)
FWG 4,8 Prozent (+3)
AfD 9,8 Prozent (+9,8)

Für SPD-Kandidat Thomas Grambow ist das Abschneiden seiner Partei enttäuschend. "Wir wollten zumindest das Ergebnis von 2011 errreichen, das ist uns nicht gelungen", so der Politiker. "Ebenfalls nicht erreicht haben wir unser Ziel, die CDU als stärkste Kraft im Kreistag abzulösen. Wahlgewinner ist die AfD. Es bleibt spannend, wie sich das auf kommunalpolitischer Ebene weiter entwickeln wird, bisher sind die AfD-Kandidaten hier ja kaum in Erscheinung getreten", so Grambow.

Auch die CDU ist mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden. "Es ist ein bisschen enttäuschend, wir hatten gehofft zuzulegen", so Hans-Heinrich Aldag. "Bei dieser Wahl sind jedoch so viele kleinere Parteien und Wählergemeinschaften angetreten, da ist klar, dass sich die Stimmen verteilen. Ich bin gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dieser bunten Schar laufen wird."

Etwas positiver interpretiert Ruth Alpers das Abschneiden der Grünen, die ebenfalls Prozente einbüßen mussten. "Die letzte Wahl stand stark unter dem Zeichen des Fukushima-Unglücks. Dass unser Ergebnis einigermaßen stabil geblieben ist, haben wir der guten Arbeit der Grünen in den Räten zu verdanken", so Alpers.

In Buchholz sind nach Auszählung der Hälfte der Wahlbezirke (Stand: 22.20 Uhr) die kleinen Parteien die Gewinner. Derzeit kommt die CDU auf 33,1 Prozent der Stimmen. Auf die SPD entfallen 20,3 Prozent, auf die Grünen 11,7 Prozent, auf die FDP 12,7 Prozent, auf die Linken 3,2 Prozent, auf die AfD 8,6 Prozent, auf die Buchholzer Liste 8,7 Prozent, auf die Piratenpartei 0,8 Prozent und auf den Einzelkandidaten Uwe Schulze 0,9 Prozent.

Eine echte Überraschung gibt es in der Gemeinde Jesteburg. Dort liegt die neu angetretene UWG Jes! derzeit (Stand: 23.48 Uhr/neun von elf Wahlbezirken ausgezählt) bei 22,3 Prozent und wäre ebenso wie die CDU (24,5/ -12 %) mit fünf Sitzen im Gemeinderat vertreten. Die SPD in Jesteburg liegt derzeit bei 32,3 Prozent (7 Sitze, -8,9 %). Einzelkandidat Erich Wiedemann ist nach derzeitigem Stand nicht im Gemeinderat Jesteburg vertreten. Die Grünen holen drei, die FDP einen Sitz.

Das Ergebnis in der Gemeinde Seevetal spiegelt das Wahlergebnis auf Kreisebene wider. Auch hier verlieren CDU (33,8/-3,8 Prozent), SPD (25,2/-6,2 Prozent) und Grüne (10,5/-1,4 Prozent) Stimmen, die AfD holt 8,9 Prozent. Die FDP legt 1,9 Prozent zu und kommt auf 5,1 Prozent, auch die Linke verbessert sich um 0,5 auf 2,2 Prozent. Die Freien Wähler bleiben stabil und holen 14,3 Prozent (+/-0 Prozent).

In der Samtgemeinde Tostedt büßten CDU (36,1/-4,1 Prozent) und SPD (21,4/-6,1 Prozent) der Stimmen ein. Bündnis 90/Die Grünen legten um 3,2 auf 18,6 Prozent und die FDP um 1,1 auf 3,7 Prozent zu. Ein leichtes Plus verzeichneten auch die Wählergemeinschaft (12,8/+0,8 Prozent) und Einzelkandidat Burkhard Allwardt (21,1/+0,1 Prozent). Erstmals ist die Linke im Kommunalparlament vertreten (1,5 Prozent). Beachtliche Ergebnisse erzielten Einzelkandidat Bernd Thielsen (1,3 Prozent) und die Wählergemeinschaft Wistedt (WGW, 2,6 Prozent), die erstmals angetreten waren.

Aus dem Stand schaffte die AfD mit drei Kandidaten den Sprung ins Samtgemeindeparlament Hollenstedt (9,2 Prozent). Einbußen hatten CDU (38,4/-6,9 Prozent), SPD (16,0/-2,1 Prozent), Grüne (15,4/-3,4 Prozent) und WGH (17,1/-0,6 Prozent). Neu im Samtgemeinderat ist auch die Wählergemeinschaft Regesbostel (WGR, +2,5 Prozent) mit einem Sitz. Die Freie Liste Drestedt (FLD) holte 1,3 Prozent der Stimmen, für einen Sitz im Samtgemeinderat reichte es aber nicht.

In der Gemeinde Rosengarten haben die großen ebenfalls Parteien eingebüßt: Die CDU wurde mit 37,5 Prozent und einem Minus von 2,9 Prozent erneut stärkste Partei, gefolgt von der SPD, die mit 29 Prozent um 7,7 Prozent verlor. Die Grünen kamen auf ein Ergebnis von 13,2 Prozent und damit 1,4 Prozent weniger als im Jahr 2011. Die FDP konnte um 1,6 Prozent zulegen und kam auf 3,4 Prozent. Die AfD erhielt 9,9 Prozent. Zugelegt hat auch die UWR, die sich um 0,5 Prozent auf 5,2 Prozent verbesserte. Einzelkandidat Michael Schnelle von der Partei Die Linke wurde mit 1,8 Prozent (+0,1 Prozent) wieder in den Gemeinderat gewählt.

In der Samtgemeinde Salzhausen bleibt die CDU (35,7/-1,5 Prozent) mit elf Sitzen die stärkste Partei, gefolgt von der SPD (25,7/-0,3 Prozent) mit acht Sitzen. Die FDP hat im Vergleich zu 2011 1,9 Prozent zugelegt und kommt jetzt auf ein Ergebnis von 4,2 Prozent, damit erhält sie einen Sitz. Auch die UWG SG Salzhausen konnte ihr Ergebnis steigern (22,6/+1,7 Prozent), sie erhält mit sieben Sitzen einen Sitz mehr als im Vorjahr. Die Grünen (11,9/-1,8 Prozent) verlieren einen Sitz und sind jetzt mit drei Sitzen im Samtgemeinderat vertreten.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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