Anwohner erwägen Klage gegen geplantes Gewerbegebiet in Hittfeld

Anwohner schließen sich zusammen, um sich gegen das geplante Gewerbegebiet "Graubergen" zu wehren
  • Anwohner schließen sich zusammen, um sich gegen das geplante Gewerbegebiet "Graubergen" zu wehren
  • Foto: Holger Heinzel
  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

Trotz vieler Schutzauflagen stößt die Gewerbeansiedlung an der Straße Graubergen auf Widerstand

ts. Hittfeld. Anwohner wehren sich gegen das geplante, etwa 1,9 Hektar große Gewerbegebiet "Graubergen" nahe der Autobahnanschlussstelle in Hittfeld. Sie erwägen die Möglichkeit, vor dem Verwaltungsgericht zu klagen. "Wir prüfen die Chance, rechtlich gegen die Planung der Gemeinde Seevetal vorzugehen", sagt Anwohnersprecher Holger Heinzel, der bis zu 40 Mitstreiter vertritt.
Auf die Unterstützung einer politischen Mehrheit können die Anwohner nicht mehr hoffen. Der Planungsausschuss befürwortet mit großer Mehrheit den Entwurf für das Gewerbegebiet "Graubergen".
Die Anwohnerinitiative hält den vorgesehenen Standort zwischen der Straße Graubergen und der Autobahn 1 für ungeeignet, weil er zu nahe an einer Wohnsiedlung sei. Sie wirft der Gemeindeverwaltung vor, nicht ausreichend alternative Standorte geprüft zu haben.
"Wir Anwohner fühlen uns von der Gemeinde getäuscht", sagt Holger Heinzel. Niemand könne nachvollziehen, dass die Straße Graubergen, entstanden aus dem Rückbau der Kleckener Straße, im Zusammenhang mit dem Bau der Hittfelder Westumfahrung erst rückgebaut wurde, um jetzt ausgebaut zu werden, um zusätzlichen Verkehr in den Ort zu ziehen.
Zudem haben die Anwohner Zweifel an den Aussagen zu der erwarteten Belastung mit Verkehr und Lärm. Sie gehen davon aus, dass sie höher sei als prognostiziert.
Der Bebauungsplanentwurf sieht die Ansiedlung von vier Betrieben vor. Investor ist mit der Zimmerei Manuel Diestelmeier ein einheimischer Seevetaler Betrieb. Der Bebauungsplanentwurf ist um mehrere zusätzliche Auflagen ergänzt worden, um die Anwohner zu schützen. Dazu zählen ein Nachtanlieferungsverbot, ein Verbot für Anlieferungen am Wochenende oder ein Übernachtungsverbot auf den Stellplätzen. Die zahlreichen Auflagen haben die Anwohner aber offensichtlich nicht überzeugen können.
Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen (CDU) sieht die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen in der Gemeinde als notwendig an, damit vorhandene Unternehmen sich erweitern können und nicht abwandern müssen. Zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen seien Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde dringend benötigte Kindertagesstätten und Schulen bauen könne. Der Fall Graubergen zeigt, dass dieser Weg nicht konfliktfrei sein wird.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Panorama
Im Landkreis Stade sind viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter
Landkreis Stade ordnet ab Samstag strengere Corona-Maßnahmen an

jab. Landkreis. Die Erwartung, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade wieder unter 100 sinkt, hat sich nicht erfüllt. Zwar ist eine große Zahl der neuen Fälle auf einen Ausbruch in vier Betrieben zurückzuführen, doch steigt unabhängig davon auch im übrigen Kreisgebiet die Zahl der Ansteckungen. Der Landkreis ist nun eine "Hochinzidenzkommune" im Sinne der niedersächsischen Corona-Verordnung. Daher treten ab Samstag weitere Einschränkungen durch die Corona-Verordnung in Kraft: • Bei...

Panorama
Pomologe Eckart Brandt erklärt beim Beschneiden der Äste, wie wichtig es ist, dass ein Apfelbaum im ersten Jahr noch keine Früchte trägt. Nur so könne die Krone stabil wachsen, um noch jahrzehntelang viele Äpfel tragen zu können.
3 Bilder

Der 21. Apfel des Jahres bekam einen Platz im Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg
"Ingrid Marie" leidet sehr unter dem Klimawandel

sv. Rosengarten-Ehestorf. Den Apfel des Jahres 2021, Ingrid Marie, pflanzten der Pomologe Eckart Brandt, Museumsgärtner Matthias Schuh, Museumsdirektor Stefan Zimmermann und Gudrun Homann (BUND Hamburg) kürzlich im landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg in Rosengarten-Ehestorf ein. Seit 21 Jahren pflanzt das Freilichtmuseum am Kiekeberg die vom Pomologenverein gekürten Äpfel des Jahres im Entdeckergarten. Hier werden über 300 Obstbäume und mehr als 70...

Service
Der Landkreis Stade befindet sich mitten in der dritten Corona-Welle

Auswirkungen der Mutation? Zahl der akut Infizierten im Kreis Stade erstmals über 500
Landkreis Stade: So viele akute Corona-Fälle wie noch nie

jd. Stade. Die Corona-Situation im Landkreis Stade verschärft sich weiter: Am Samstag wurde bei den aktuell Infizierten erstmals die 500er-Marke überschritten. Das Gesundheitsamt meldete 511 "aktuell Erkrankte". Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Unter "aktuell Erkrankte" sind diejenigen Personen erfasst, die sich aufgrund eines positiven Corona-Tests in Isolation befinden. Anhand der Zahl der aktuell Infizierten lässt sich die jeweilige Corona-Lage gut ablesen. Steigen...

Blaulicht
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken, die der Unfalltoten jedoch gestiegen
2 Bilder

Zehn Menschen sind 2020 gestorben
Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Stade gesunken

tk. Stade. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Stade ist im vergangenen Jahr um 13,08 Prozent zurückgegangen. Insgesamt ereigneten sich 4.152 Unfälle. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben. Das sind einige der Kennzahlen aus der Verkehrsunfallstatistik 2020. Mit einer sinkenden Gesamtzahl an Unfällen hat auch die Anzahl der Verletzten abgenommen. 126 Menschen wurden schwer und 615 leicht verletzt. Die Zahl der Verkehrstoten ist dennoch um drei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Fünf...

Panorama
Mit der "Notbremse" soll die Verbreitung des Corona-Virus
verhindert werden

Bei einem Inzidenzwert über 100 sollen künftig bundesweit einheitliche Maßnahmen greifen
Was bedeutet die "Notbremse" für uns?

(as). Liegt der Inzidenzwert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt über 100, kommen also in einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100.000 Einwohner, müssen sich die Menschen in Deutschland auf starke Einschränkungen vor Ort einstellen. Mit der sogenannten bundesweit einheitlichen "Notbremse" sollen Kontakte reduziert und damit das Infektionsgeschehen gebremst werden. Bislang hat jedes Land selbst diese Maßnahmen bestimmt. Das Bundeskabinett hat diese Änderung des...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen