"Fleester Sonnenschein"
Das Aus für geplante 80 Altenwohnungen in Fleestedt

Mit einem großen Protestbanner erwarten Anwohner vor dem Seevetaler Rathaus die Mitglieder des Planungsausschusses
  • Mit einem großen Protestbanner erwarten Anwohner vor dem Seevetaler Rathaus die Mitglieder des Planungsausschusses
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  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

ts. Fleestedt. Am Ende war der Widerstand zu groß: zusätzliche Auflagen der Bauverwaltung. Die Aussicht, dass die Fraktionen im Planungsausschuss die Entscheidung verschieben. Der im Internet artikulierte Protest von Anwohnern. Projektentwickler Steffen Lücking verkündete im Planungsausschuss der Gemeinde Seevetal kurzerhand das Aus für sein Vorhaben "Fleester Sonnenschein" auf dem sogenannten "De-Planque-Gelände" in Fleestedt.
Der geplante Bau von 80 Wohnungen für ältere Menschen in Fleestedt ist damit vom Tisch. Steffen Lücking wird stattdessen auf dem Gelände neun Grundstücke für Einfamilienhäuser vermarkten. Das lässt der bestehende Bebauungsplan zu. Die repräsentative Villa des verstorbenen Industriellen Hermann de Planque bleibt erhalten und geht in Lückings Stiftung über.
Weiter plant der Projektentwickler, in dem Viertel 32 Wohnungen mit Tiefgarage zu errichten. Dazu müsste die Gemeinde den Bebauungsplan ändern.
"Es tut mir leid um die Seniorenwohnungen", sagte Steffen Lücking, als er das Wort im Planungsausschuss erhielt. Er wirft der Gemeindeverwaltung vor, ihre eigenen Versäumnisse auf ihn abwälzen zu wollen. Planerisch sei das Quartier im Jahr 1977 stehengeblieben. Die Entwässerung und der Straßenneubau hätten längst durchgeführt werden sollen, sagt Steffen Lücking.
Seevetals Bauamtsleiter Gerd Rexrodt hatte zuvor deutlich gemacht, das die verkehrliche Erschließung und die Entwässerung auf den heutigen Standard zu bringen sein, damit das Projekt "Fleester Sonnenschein" genehmigungsfähig sein. "Es ist gelebte Praxis, dass der Investor die Kosten für die äußere Erschließung trägt", sagte Rexrodt.
Damit überraschte der Bauamtsleiter offenbar die Fraktionen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Schmirek jedenfalls beantragte wegen "wesentlicher Unwägbarkeiten", die sich ergeben hätten, eine Entscheidung über das Projekt "Fleester Sonnenschein" zu verschieben. Das hätte eine Verzögerung bis mindestens in den September bedeutet. Steffen Lücking verkündete daraufhin das Aus für den geplanten Bau der Seniorenwohnungen.
Bei den Gegnern des Bauvorhabens im Publikum hielt die Freude darüber nur kurz. Denn die Verwaltung machte deutlich, dass Anwohner auch bei einer abgespeckten zusätzlichen Bebauung im Quartier "De-Planque-Gelände" an den Kosten für den Straßenneubau in Höhe von 90 Prozent beteiligt würden. Am Ende bleibt nur ein Pyrrhussieg.

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