Gemeinde Seevetal
Decatur-Brücke: Die Zeichen stehen auf Sanierung

Die Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen
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ts. Maschen. In einem sind sich Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen (CDU) und der AfD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Knut-Michael Wichalski, einig: Die 780-Meter-lange Decatur-Brücke, die sich über Europas größten Rangierbahnhof in der Ortschaft Maschen spannt, hätte nie in die Baulastträgerschaft der Gemeinde Seevetal gehört.
Wie mit dem in die Jahre gekommenen Brückenbauwerk umzugehen ist, darin unterscheiden sich ihre Lösungsansätze fundamental: Während die Verwaltungschefin mit Unterstützung der großen Mehrheit im Gemeinderat und finanzieller Hilfe des Landes Niedersachsen eine Sanierung der Wegeverbindung zwischen Maschen und Hörsten anstrebt, will die AfD die Brücke jetzt endlich abreißen lassen.
Den Abriss wird die AfD in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch, 15. Juli, ab 18.30 Uhr im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal in Hittfeld beantragen - obwohl genau das der Gemeinderat einstimmig im Dezember 2017 bereits beschlossen hat.
Zur Ausführung ist der Auftrag des Gemeinderats aber nie gekommen. Hinweise und mittlerweile Berechnungen von zwei Expertenbüros haben in der Zwischenzeit zu der neuen Erkenntnis geführt, dass die Brücke zu sanieren und damit zu retten sei. Eine verlässliche Aussage zur Lebensdauer nach erfolgreicher Sanierung fehlt allerdings bis heute. 20 zusätzliche Jahre sollten es schon sein.
Obwohl der Beschluss zum Abriss bis heute die gültige Rechtsgrundlage für den Umgang mit der Decatur-Brücke bildet, dürfte der Antrag der kleinen AfD-Fraktion (zwei Sitze) keine Aussicht auf Erfolg haben. Die große Ratsmehrheit und die Gemeindeverwaltung beschreiten den Weg einer Sanierung mit Unterstützung des Landes. Bürgermeisterin Martina Oertzen drängt mittlerweile darauf, diesen Kurs auch rechtlich zu legitimieren: "Ich benötige den Beschluss des Gemeinderats, die Sanierung vorzunehmen", sagte sie in der vergangenen Woche im Verkehrsausschuss des Gemeinderats.
Eine Schadensanalyse am Brückenbauwerk steht zwar noch aus. Und die Höhe des Betrags, die eine Sanierung kosten würde, könne bis heute nicht genannt werden, berichtete Seevetals Bauamtsleiter Gerd Rexrodt im Verkehrsausschuss. Dennoch nannte er den Fraktionen eine konkrete zeitliche Zielvorgabe: "Es gilt als machbarer Weg, mit den Baumaßnahmen im Jahr 2022 zu beginnen." Bis dahin müsse der Gemeinderat einen "maßgeblichen Betrag" im Haushalt abbilden.
Die AfD regt auch an, Geld im Haushalt einzuplanen - allerdings für den Zweck, den Abriss zu finanzieren. Ihre Bedeutung als Verbindung zwischen Maschen und Hörsten habe die Decatur-Brücke mittlerweile verloren: Nach mehr als drei Jahren Sperrung hätte sich nach Ansicht der AfD die verkehrliche Infrastruktur an die neue Situation angepasst.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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