"Dinge vor Ort bewegen": Appell für kommunalpolitisches Engagement

Ralf Krumm und Stefanie Gildemeister-Fuchs wollen andere motivieren, sich politisch zu engagieren
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Sie ist mit 38 Jahren schon seit 20 Jahren kommunalpolitisch aktiv, er ist 66 Jahre alt und erst vor drei Jahren in die Kommunalpolitik eingestiegen: Was Stefanie Gildemeister-Fuchs (CDU) und Ralf Krumm (FDP) eint, ist ihr Wille, die Geschicke ihres Ortes und ihrer Gemeinde mitzugestalten. Dazu möchten die beiden auch andere motivieren.
Anlass für Stefanie Gildemeister-Fuchs sich schon als Jugendliche der Jungen Union in ihrem Heimatort in Schleswig-Holstein anzuschließen, war tatsächlich der einfache Grundsatz: "Nicht meckern, sondern machen." Für Ralf Krumm war Politik in seiner Jugendzeit weniger attraktiv. "Meine Eltern waren parteipolitisch sehr aktiv, das hat mich damals eigentlich eher genervt", erzählt er. Später als Führungskraft bei einem großen Stahlunternehmen in Nordrhein-Westfalen blieb ihm keine Zeit. Doch als Krumm mit 64 Jahren in Rente ging, änderte sich dieser Umstand schlagartig. "Plötzlich hatte ich eine Menge Freizeit", erzählt Krumm, der seit 1985 in Maschen lebt. Kommunalpolitik als Betätigungsfeld lag nah. "Ich habe mich in den vergangenen Jahrzehnten des Öfteren gefragt, wer eigentlich meine Interessen und die meines Umfelds vertritt. Und beschlossen, das selbst zu tun", sagt Krumm. Außerdem ärgerte er sich über die Wahrnehmung Seevetals in der Metropolregion. "Wir sind die größte Flächengemeinde Deutschlands direkt vor den Toren Hamburgs und werden trotzdem oft wie ein Dorf gesehen, dessen Interessen nachrangig sind", sagt er. Sein Weg in die Kommunalpolitik führte ihn in die FDP, deren Vorsitzender er in Seevetal ist.
Während Ralf Krumm viel Zeit hat, sich seinen Aufgaben in der Partei und als beratendes Mitglied im Planungsausschuss zu widmen, muss Stefanie Gildemeister-Fuchs Beruf, Familie und Politik unter einen Hut bekommen. Das ist nicht immer einfach für die Mutter von zwei kleinen Kindern, aber auch kein Grund, ihr Engagement niederzulegen. "Natürlich ist die Zeit manchmal knapp, aber ich finde, Demokratie ist ein hohes Gut, das man pflegen muss. Und dafür muss man sich einmischen, seine Ansichten vertreten, versuchen, den Ort, in dem man lebt, positiv zu gestalten", sagt die Vorsitzende des Ortsverbands Maschen, Horst, Hörsten und Mitglied im Ortsrat Maschen. Sie sieht den gefährlichen Trend, dass sich immer mehr Menschen nur um sich selbst kümmern. "Wir sind in Frieden und Wohlstand groß geworden, viele sehen schlicht keinen Grund, sich politisch zu engagieren. Uns geht es ja gut", so Gildemeister-Fuchs, die mit ihrem Einsatz als gutes Beispiel vorangehen möchte.
Beide würden sich wünschen, dass sich viel mehr Menschen politisch engagieren. "Auch wenn Kommunalpolitik natürlich manchmal zäh ist und man nicht immer zu einem schnellen Ziel kommt", so Krumm. Er ist realistisch: "Von der Idee, große Politik machen zu können, muss man sich auf Orts- und Gemeindeebene ganz schnell verabschieden. Aber dafür hat man die Möglichkeit, die Lebensumstände direkt vor Ort zu gestalten."

Ein guter Weg, um sich einen Eindruck von Kommunalpolitik zu machen, ist ein Besuch der Ortsrats-, Gemeinderats- oder Ausschusssitzungen. Diese sind grundsätzlich öffentlich und Bürger haben immer die Möglichkeit, zu Beginn und am Ende der Sitzung, Fragen zu stellen. Alle Termine findet man auf der Homepage der Gemeinde www.seevetal.de unter der Rubrik "Kommunalpolitik" und dann "Sitzungskalender". Auch wichtige Unterlagen für die Sitzungen sind dort öffentlich einsehbar. Ebenfalls auf der Gemeinde-Homepage findet man alle Mitglieder aus den Räten und Ausschüssen, meist mit Kontaktdaten.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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