"Echter Mehrwert in mehrfacher Hinsicht"

Sind von den positiven Effekten einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft überzeugt: Andreas Baier (li.) und Kai Uffelmann
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Wohnungsbaugesellschaft: Andreas Baier von der Kreishandwerkerschaft und Erster Kreisrat Kai Uffelmann im WOCHENBLATT-Interview

kb. Landkreis. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Harburg, an der sich alle Städte und Gemeinden noch bis 15. April beteiligen können, wird vor allem von den Baufirmen und Handwerksbetrieben der Region mit Spannung erwartet. Bis 2020 soll die Gesellschaft 1.000 Wohnungen im Landkreis Harburg bauen mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum auch für Fachkräfte und Familien mit geringeren Einkommen zu schaffen. Im WOCHENBLATT-Interview mit Redakteurin Katja Bendig diskutieren Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Kai Uffelmann, Erster Kreisrat des Landkreises Harburg, die Chancen für die lokale Wirtschaft.

WOCHENBLATT: Herr Uffelmann, wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen zur Gründung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft?
Uffelmann: Erste Gemeinden wie Drage, Jesteburg, Salzhausen und Rosengarten haben bereits entschieden, dass sie dabei sind. Auch Winsen wird der der Wohnungsbaugesellschaft beitreten. In den übrigen Städten und Gemeinden stehen noch Ratsentscheidungen bevor. Aber die Signale etwa aus Seevetal und Buchholz sind positiv. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Gesellschaft im April starten können. Erste Baugrundstücke haben wir dafür schon im Blick, um gemeinsam mit den Gemeinden zügig die Bauplanung und Ausschreibung zu beginnen.
WOCHENBLATT: Herr Baier, welche Vorteile und Erwartungen knüpft die Kreishandwerkerschaft an die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft?
Baier: Wir begrüßen die Gründung dieser Wohnungsbaugesellschaft ausdrücklich, denn sie bringt für unsere Mitgliedsbetriebe gleich in mehrfacher Hinsicht einen echten Mehrwert: Zum einen brauchen wir für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften weit mehr bezahlbaren Wohnraum vor Ort. Gerade für Lehrlinge, Handwerker und Familien mit mittleren Einkommen ist die Wohnungssuche im Landkreis Harburg bisher ein echtes Problem. Zum andern wird die Baubranche von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft profitieren. Mit rund 6.500 Beschäftigten ist das Baugewerbe im Landkreis Harburg gut aufgestellt. Und nach Abschluss der Bauphase wird auch der laufende Betrieb und die Wartung der Wohngebäude die Auftragslage unserer Branche nachhaltig verbessern.
WOCHENBLATT: Wie können sich lokale Kleinbetriebe beteiligen? Besteht für sie nicht die Gefahr, dass sich überregionale Anbieter in den Ausschreibungen durchsetzen, weil sie dank eines anderen Lohnniveaus einfach günstiger anbieten können?
Baier: Um als lokaler Handwerksbetrieb in diesem harten Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein, empfehlen wir unseren Mitgliedsbetrieben, ihre Ortskenntnis und gute Vernetzung zu nutzen, sich zu Arbeitsgemeinschaften zusammen zu schließen, um dann gemeinsam Paketangebote zu erstellen.
Uffelmann: Wir werden die geplanten Bauprojekte mittelstandsfreundlich für die regionalen Betriebe ausschreiben, und nicht nur dem günstigsten Preisangebot den Zuschlag geben. Stattdessen erwarten wir kreative, individuelle und schlüsselfertige Angebotspakete, die insgesamt überzeugend sind. Neben Preiseffizienz geht es uns dabei um nachhaltige Konzepte. Natürlich werden auch Generalunternehmer zum Zuge kommen, aber davon können lokale Betriebe als Partner ebenso profitieren.
WOCHENBLATT: Mit welchem Gesamtvolumen und in welchem Zeitraum sollen die Wohnungen entstehen?
Baier: Für den Bau von 1.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit sechs bis zehn Wohneinheiten rechnen wir mit einem Bauvolumen von insgesamt mehr als 150 Millionen Euro in fünf bis sieben Jahren. Die Gründung der Wohnungsbaugesellschaft verstehen wir als einen starken und nachhaltigen Impuls zur Wirtschaftsförderung vor Ort.
Uffelmann: Davon wird sicher auch die private Wohnungswirtschaft profitieren, denn der errechnete Bedarf von 3.000 Wohnungen bis 2020 ist durch die Wohnungsbaugesellschaft längst nicht gedeckt. Es geht uns hier nicht um ein Entweder-Oder, sondern um eine gezielte Ergänzung und Belebung des Wohnungsmarktes im Landkreis Harburg, der dadurch sicher auch für private Investoren noch attraktiver wird.
WOCHENBLATT: Herr Baier, Herr Uffelmann, vielen Dank für das Gespräch.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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