Meckelfeld
Eine Gruppe albanischer Teenager fällt in der Schule und im Jugendzentrum auf

Anke Nobis, Geschäftsführerin der Reso-Fabrik
  • Anke Nobis, Geschäftsführerin der Reso-Fabrik
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ts. Seevetal. Zwei Fälle von religiös begründeter Radikalisierung in Meckelfeld wurden jetzt im Ausschuss für Schule und Familie des Seevetaler Gemeinderats bekannt. Eine Jugendsozialarbeiterin des Vereins Reso-Fabrik berichtete von einer Gruppe Mädchen und Jungen albanischer Herkunft, denen sie Hilfe anbietet. Eltern der Mädchen seien überrascht und besorgt, weil ihre Töchter sich plötzlich "extrem muslimisch" verhielten.
So würden die Mädchen die Absicht äußern, nach Albanien ziehen zu wollen, obwohl sie dort niemanden kennen. "Sie sind zwischen zwei Kulturen gefangen, fallen in der Schule und im Jugendzentrum auf. Die Mitglieder der Gruppe üben untereinander Druck aus", sagte die Jugendsozialarbeiterin. Weil Vertrauen die wichtigste Grundlage für ihre Arbeit sei, möchte sie namentlich in der Zeitung nicht genannt werden.
Geschäftsführerin Anke Nobis und die Jugendsozialarbeiterin berichteten den Mitgliedern des Familienausschusses über die Tätigkeit der Reso-Fabrik in Seevetal. Die Sozialarbeiter kümmerten sich um Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 21 Jahren, die benachteiligt seien, sagte Anke Nobis.
Die Geschäftsführerin nannte noch in knapper Form den Fall einer Jugendlichen aus Meckelfeld, die zwangsverheiratet worden sei. Das Mädchen habe in einem "unbeobachteten Moment" über ein soziales Netzwerk im Internet Kontakt aufgenommen. Wann sich der Fall ereignete und ob die Mitarbeiter der Reso-Fabrik helfen konnten, sagte Anke Nobis nicht. Die Mitglieder des Schul- und Familienausschusses gingen in öffentlicher Sitzung auch nicht weiter darauf ein.
Die “Reso-Fabrik” ist ein privater, gemeinnnützig anerkannter Verein. Er wurde 1982 von Sozialarbeitern, Juristen, Schöffen des örtlichen Amtsgerichts und engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Eine historische Maschinenfabrik, vom Verein erworben und überwiegend mit Arbeitsprojekten renoviert, gab dem Verein seinen Namen. “Reso” wurde schließlich dem Begriff Resozialisierung entliehen. Die erste Anlaufstelle des Vereins befand sich in der Lüneburger Straße in Winsen. Seit 1987 ist der Sitz des Vereins ein umgebautes Fabrikgebäude in Winsen. Heute betreibt der Verein mehrere Außenstellen und beschäftigt insgesamt über 40 Mitarbeiter.

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