Anfrage im Ausschuss für Ordnung
Gebrauchte Spritzen an mehreren Plätzen in der Ortsmitte von Hittfeld gefunden

Das Foto zeigt eine gebrauchte Spritze, die auf dem Boden an der St.- Mauritius-Kirche gelegen hat
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  • Das Foto zeigt eine gebrauchte Spritze, die auf dem Boden an der St.- Mauritius-Kirche gelegen hat
  • Foto: WOCHENBLATT
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ts. Seevetal. Die Polizei hat in Seevetal im vergangenen Jahr deutlich weniger Drogendelikte mit Cannabis registriert. Die Zahl der Verstöße ist von 58 (2019) auf 32 gesunken. Diese Zahlen nannte der Leiter des Polizeikommissariats Seevetal, Erster Polizeihauptkommissar Peter Kasper, in seinem Jahresbericht für das Jahr 2020 im Ausschuss für Ordnung des Gemeinderats und fügte als Fazit hinzu: "Wir haben in Seevetal kein offene Drogenszene."

Weil wohl niemand das Bild von Süchtigen, die öffentlich verbotene Rauschmittel konsumieren, mit Seevetal in Verbindung bringt, überraschte Seevetals Polizeichef mit dieser Aussage. Bürgermeisterkandidat Timo Röntsch (Freie Wähler) nahm die Bemerkung zum Anlass, nach gebrauchten Spritzen zu fragen, die Bürger und Geschäftsleute in den vergangenen Wochen an mehreren Plätzen in der Hittfelder Ortsmitte entdeckt hätten. An dem Teich nahe dem Veranstaltungszentrum Burg Seevetal, an Hauseingängen in der Kirchstraße und an der St.-Mauritius-Kirche seien gebrauchte Spritzen gefunden worden, hat Timo Röntsch von Bürgern erfahren.

Offenbar suchen Menschen aber nicht regelmäßig den Schutz der Kirchmauern, um sich eine Spritze zu setzen. Mitarbeiter hätten von einem Fall berichtet, dass sie eine Spritze am Boden entdeckt haben, sagte Superintendent Dirk Jäger dem WOCHENBLATT. "Es ist für uns ein neues Phänomen."

Wegen Beschwerden über Spritzenfunde habe es einen Einsatz der Polizei gegeben, sagte die Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes am Polizeikommissariat Seevetal, Wiebke Hennig, im Ordnungsausschuss. Die Polizei sei im Gespräch mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Seevetal, fügte sie noch hinzu. Bei den achtlos liegengelassenen Spitzen handelt es sich letztlich um Müll. Deshalb sieht die Polizei die Zuständigkeit beim Ordnungsamt.

Polizei und Bürger vermuten, dass Patienten einer Arztpraxis in Hittfeld, die Suchtkranke behandelt, sich im Freien Spritzen setzen. "Ein Runder Tisch ist geplant, an dem die Arztpraxis, die Apotheke, Geschäftsleute und die Gemeindeverwaltung zusammenkommen", sagte Wiebke Hennig dem WOCHENBLATT.

Polizei berichtet über Entwicklung der Kriminalität 2020 in Seevetal 

Insgesamt ist die Zahl der registrierten Straftaten auf dem Gebiet der Gemeinde Seevetal im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um neun auf 2.023 gesunken, berichtete Peter Kasper. Der Seevetaler Polizei habe mehr Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote ist von 56,12 Prozent im Jahr 2019 auf 58,82 gestiegen.
Das Jahr 2020 brachte der Polizei ein neues Arbeitsfeld: die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie im öffentlichen Raum. 222 Verstöße gegen Corona-Schutzregeln habe die Polizei in Seevetal registriert. In Gewahrsam hat die Polizei deswegen niemanden genommen.

Die Zahl der bekannt gewordenen Körperverletzungen in Seevetal ist im Vergleich zum Vorjahr um 28 auf 180 zurückgegangen, die Zahl der registrierten Diebstähle um 55 auf 605.
Sorgen bereitet der Polizei, dass die Zahl der Betrugsdelikte steigt. Immer mehr Täter, die oft im Ausland agieren, versuchen sich im Internet Geld zu erschwindeln. "Die Zahlen in Seevetal sind recht opulent", sagte Peter Kasper.

Auf eine Aussprache verzichteten die Mitglieder des Ordnungsausschusses. Mit einer Ausnahme: Der AfD-Fraktionsvorsitzende Knut-Michael Wichalski warf dem Seevetaler Polizeichef vor, nicht vollständig über die Polizeiarbeit zu berichten. Medien hätten über Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit Clankriminalität und Drogenhandel berichtet. Hakenkreuze seien in Seevetal auf Fahrbahnen gemalt und in den Lack von Autos geritzt worden. "Dazu hätte ich gern etwas gehört. Die Bürger wollen ein umfassendes Bild von der Kriminalitätsentwicklung haben", sagte Wichalski.
Dafür sei nicht die Polizei Seevetal zuständig, sondern andere Polizeibehörden, reagierte Peter Kasper nur knapp darauf. Zum Beispiel die Polizeiinspektion Harburg oder das Landeskriminalamt.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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