Das Ortsbild bewahren
Hittfeld denkt über eine Gestaltungssatzung nach

An der Jesteburger Straße entwickelt sich das Ortsbild Hittfelds  
uneinheitlich - nicht allen gefällt das
  • An der Jesteburger Straße entwickelt sich das Ortsbild Hittfelds
    uneinheitlich - nicht allen gefällt das
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  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

ts. Hittfeld. Soll die Gemeinde Seevetal mit einer Satzung Einfluss auf die Gestaltung der Hittfelder Ortsmitte nehmen, um unerwünschte Baustile auszuschließen? Oder reichen Vorgaben in Bebauungsplänen aus, damit eine architektonische Vielfalt möglich bleibt und Grundeigentümer nicht bevormundet werden? Diese Frage beschäftigt die Ortspolitiker in Hittfeld. Der Ortsrat hat sich jetzt auf die Gründung eines Arbeitskreises geeinigt. Die Diskussion, die dem vorausging, macht aber deutlich: Die Fraktionen sind sich uneins.
Die CDU hält eine Gestaltungssatzung für nicht erforderlich, möchte die Flexibilität für Grundeigentümer möglichst hochhalten. "Ich bin froh, dass wir in der Kirchstraße eine differenzierte Gestaltung haben, die den Charme des Ortes ausmacht", sagt Norbert Fraederich (CDU). Jörg Hartmann ist der Auffassung, dass die Richtlinien aus den Bebauungsplänen ausreichen. "Eine Gestaltungssatzung halte ich nicht für zielführend", sagt er.
Die Befürworter dagegen sehen in einer Gestaltungssatzung das beste Mittel, das Ortsbild als Teil des historischen Erbes und die dörfliche Identität zu bewahren. Ohne rechtliche Regelung, warnen sie, werden Neubebauungen nach dem Einfügen eines Bauvorhabens in die Umgebung beurteilt. Flachdächer, Staffelgeschosse, die wie eine zusätzliche Etage wirken, oder Reibeputzbauten werden so zum Maßstab für das Neue.
Dass gleich vier Bebauungspläne in der Hittfelder Ortsmitte gelten, trägt zu einem architektonisch uneinheitlichen Bild bei. "Uns leuchtet es nicht ein, dass in zwei Bebauungsplänen Gestaltungsregeln vorhanden sind und in den anderen nicht", sagt Heiner Steeneck (SPD). Die SPD positioniert sich bislang noch nicht eindeutig, lässt aber erkennen, dass sie eine Gestaltungssatzung für sinnvoll hält. "Wir können uns schwer nahe der Hittfelder Kirche eine Flachdachbebauung vorstellen", beschreibt Steeneck einen Bauexzess, den er ausschließen möchte.
Freie Wähler, Grüne und AfD machen sich für eine Gestaltungssatzung stark. "Hittfeld ist so attraktiv, weil es so ursprünglich ist. Wir wollen diese Attraktivität erhalten", sagt Willy Klingenberg (Freie Wähler). Die AfD hat den Erlass einer Gestaltungssatzung beantragt.
Der Arbeitskreis strebt möglichst eine einvernehmliche, fraktionsübergreifende Lösung an. Das in der Seevetaler Politikkultur übliche Harmoniebestreben soll in der Frage der Gestaltungssatzung offenbar nicht unbegrenzt Anwendung finden. "Dann muss es eben mal eine Mehrheitsentscheidung sein", macht Willy Klingenberg deutlich, dass er zu einem Ergebnis kommen will.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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