In der AfD gescheitert, jetzt setzt er auf Alfa: Bernd Lucke im WOCHENBLATT-Interview

Alfa-Vorsitzender Bernd Lucke
  • Alfa-Vorsitzender Bernd Lucke
  • Foto: archiv/kb
  • hochgeladen von Katja Bendig

Das könnte Sie auch interessieren:

Wirtschaft
Die "Macher" von Ankerkraut: Stefan und Anne Lemcke freuen sich auf den Umzug nach Winsen
3 Bilder

Gewürzfabrikant hat Grundstück im Gewerbegebiet Luhdorf gekauft
Ankerkraut schafft 80 neue Arbeitsplätze in Winsen

thl. Winsen. Paukenschlag für die Stadt Winsen: Die Firma Ankerkraut verlagert spätestens Ende 2022 ihren Firmensitz in das Gewerbegebiet Luhdorf, wo das Unternehmen im sogenannten zweiten Bauabschnitt ein Grundstück erworben hat. Dort sollen die bisherigen drei Firmenstandorte in Stelle (Lager) sowie in Hamburg-Heimfeld (Zentrale) und Hamburg-Sinstorf (Produktion) zusammengeführt werden. Das bestätigen die beiden Geschäftsführer Stefan (44) und Anne Lemcke (42) dem WOCHENBLATT auf Nachfrage....

Blaulicht

Vom Balkon in die Tiefe gefallen
Junger Mann stürzt in den Tod

tk. Buxtehude. Ein junger Mann (21) ist bei einem tragischen Unglück am Samstagmorgen gegen 6 Uhr in Buxtehude ums Leben gekommen. Er war während einer Feier zum Rauchen auf den Balkon gegangen und vom sechsten Stock in die Tiefe gestürzt. Wie es zu diesem Drama kam, ist unbekannt. Die Polizei geht nach ihren Ermittlungen von einem Unglücksfall aus. ++Update++ Seevetal: Das Ende einer Verfolgungsjagd

Blaulicht
Katze "Alfi" wurde von einem Luftgewehrschützen angeschossen
3 Bilder

In Wenzendorf
Fiese Attacke auf Katzendame "Alfi"

bim. Wenzendorf. War es ein fieser Katzenhasser, der aus dem Hinterhalt auf wehrlose Vierbeiner schießt? Oder hat ein Sportschütze in dem Wohngebiet mit seinem Luftgewehr übers Ziel hinausgeschossen? Katze "Alfi" wurde am Samstag, 4. September, gegen 14 Uhr im Bereich des Wennerstorfer Kirchwegs im Wenzendorfer Ortsteil Dierstorf-Heide von einem Luftgewehr ins Bein geschossen und schwer verletzt. Ihre Halter Melanie und Kay Lorenzen hoffen, dass der Tierquäler gefasst wird. Freigängerin und...

Panorama
Thomas Ewald zeigt den Luca-Schlüsselanhänger, den er bisher noch nicht einsetzen konnte

Wenige nutzen die analoge Corona-Kontaktnachverfolgung
Luca-Anhänger - Gut gedacht, schlecht gemacht

bim. Hollenstedt. Die Nachverfolgung von möglichen Kontakten mit Corona-Infizierten soll bei der Eindämmung der Pandemie helfen. Nicht jeder kann oder möchte dafür die Corona-Warn-App oder die Luca-App auf Handy oder Smartphone nutzen. Eigens dafür wurden die Luca-Schlüsselanhänger mit OR-Code entwickelt. Damit soll es möglich sein, ohne App und Mobiltelefon u.a. in öffentlichen Einrichtungen oder Gastronomiebetrieben einzuchecken, um nach einem möglichen Corona-Kontakt ermittelt und informiert...

Politik
Über die Abschaffung der Gelben Säcke diskutiert der Kreistag am 6. Oktober

Kreisumweltausschuss empfiehlt Wechsel in neues Sammelsystem für Plastikmüll / Über 10.000 Landkreisbewohner haben online abgestimmt
Klares Votum für die Gelbe Tonne

as. Landkreis Harburg. Haufen von gelben Säcken, die sich am Straßenrand türmen, Joghurtdeckel und Butterpapierchen, die aus zerrissenen Tüten drängen und nach der Sammlung Straßen und Plätze verschmutzen - damit könnte schon bald Schluss sein. Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz des Landkreis Harburg hat jetzt empfohlen, ab Januar 2023 die Gelbe Tonne einzuführen. Schon 2014 hat das WOCHENBLATT die Einführung einer Gelbe Tonne ins Spiel gebracht. Seither hat das WOCHENBLATT immer wieder...

Service
Zum diesjährigen Weltkindertag: UNICEF-Mitmach-Aktion, an der sich jedes Kind beteiligen und mit bunter "Street Art" für seine Rechte einsetzen kann

Kinder haben Rechte
Weltkindertag 2021 wird mit bundesweiten Aktionen gefeiert

(wd/unicef). Nicht nur in Deutschland sondern weltweit stehen laut UNICEF Kinder im Jahr 2021 vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel, wachsende Armut und die gravierenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bedrohen - so das Kinderhilfswerk UNICEF - das Leben und die Zukunft insbesondere der jungen Generation. Anlässlich des diesjährigen Weltkindertags möchten UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Installation „Lasst die Kinder nicht länger in der Luft...

Panorama
5 Bilder

Corona-Zahlen am 17. September
Hanstedt beklagt zwei Corona-Tote

(sv). Traurige Nachrichten: Der Landkreis Harburg meldet am heutigen Freitag, 17. September, zwei neue Corona-Tote. Die beiden Verstorbenen kamen aus der Samtgemeinde Hanstedt, die bis gestern noch die einzige Kommune im Landkreis Harburg ohne Corona-Toten gewesen war. Somit sind nun insgesamt 116 Personen im Landkreis an oder mit dem Coronavirus gestorben. Aktuell befinden sich neun Personen aufgrund einer Corona-Infektion im Krankenhaus, davon werden vier intensiv behandelt und drei beatmet....

Politik
Kai Seefried tritt sein Amt als Landrat am 1. November an. Gespräche mit vielen Akteuren aus Politik und Gesellschaft führt er aber jetzt schon. "Ich will Themen aufnehmen", sagt er.

Der künftige Stader Landrat legt am 1. November offiziell los
Kai Seefried: "Als Mensch, nicht als CDU-Politiker punkten"

tk. Stade. Kai Seefried (CDU), der neue Stader Landrat, wird in den kommenden Wochen viele Gespräche führen. Mit Kreistagspolitikern, aber auch mit Verbänden und Institutionen aus der Region. "Ich setze in der Politik auf ein Miteinander der Fraktionen", sagt Seefried, der am Wahlsonntag mit 55,85 Prozent auf den Chefposten im Kreishaus gewählt worden ist. Wenn er in den kommenden Wochen mit Bürgerinnen und Bürgern redet, geht es ihm vor allem darum "Themen aufzunehmen". Noch, das betont...

Politik
Langes Warten auf die Ergebnisse der Kommunalwahl: Ginge das auch schneller?
2 Bilder

Lange Wartezeiten, extrem hoher Briefwahlanteil, späte Ergebnisse
Corona-Kommunalwahl: Was lief gut, was klappte gar nicht?

tk/os. Landkreis. Geduld war gefragt bei dieser Kommunalwahl. Abstandsregeln verursachten lange Schlagen vor den Wahllokalen, Senioren suchten vergeblich nach Stühlen zum Ausruhen, Stimmen wurden teils erst in den späten Nachtstunden ausgezählt: Die Kommunalwahl in Zeiten der Pandemie stellte die Organisatoren vor neue Herausforderungen, nicht überall wurden sie bewältigt. Vor allem der extrem hohe Anteil an Briefwählern verursachte Probleme. Hätten die Kommunen sich besser vorbereiten können?...

Panorama
Erinnerung an die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen: Bei Detlef Wiedeke hängen noch Platin-CDs von "Modern Talking" an der Wand   Fotos: jd
Video 3 Bilder

Seine Stimme kennt jeder: Detlef Wiedeke war Studiosänger des Pop-Titans
Auch ohne Dieter Bohlen: Der Sound von Modern Talking lebt weiter

(jd). Nach dem unfreiwilligen Abgang bei DSDS und dem Supertalent ist es ruhig geworden um Dieter Bohlen. Viele Jahre hatte der "Pop-Titan" die deutsche Musikszene geprägt wie kaum ein anderer. Zu Bohlens Erfolg beigetragen hat ein Musiker aus der Region Stade: Detlef Wiedeke, der im Ostedörfchen Behrste ein Tonstudio betreibt, bildete 16 Jahre lang mit zwei Musikerkollegen den Studiochor von "Modern Talking" und Bohlens zweiter Pop-Formation "Blue System". Wiedeke und die anderen beiden...

(kb). Nach monatelangen innerparteilichen Querelen über die politische Ausrichtung der von ihm 2013 gegründeten Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) und dem Verlust des Bundesvorsitzes trat Bernd Lucke (53) Anfang Juli aus der AfD aus. Jetzt knüpft der Wirtschaftsprofessor und Europa-Abgeordnete mit seiner "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) dort an, wo er einst mit der AfD begonnen hat, bevor diese ins rechtspopulistische Lager abrutschte. Alfa ist eurokritisch, setzt auf Wirtschaftswachstum, qualifizierte Zuwanderung und Familien. Mit dem WOCHENBLATT sprach Lucke, der mit seiner Frau und zwei Töchtern derzeit in Brüssel wohnt, aber für 2017 die Rückkehr nach Winsen plant, über sein Scheitern in der AfD und den politischen Neustart.

WOCHENBLATT: Herr Lucke, nach turbulenten Wochen in denen man Sie häufig in den Medien wahrgenommen hat, ist es nun eher ruhig um Sie und Ihre neue Partei Alfa. Was machen Sie derzeit?
Lucke: Wenn es ruhig wirkte, dann wohl vor allem, weil Urlaubszeit war. Da war ich mit meiner Familie wandern. Und wir waren sehr froh, dass alle Kinder mit dabei sein konnten. Aber jetzt hat die Arbeit wieder begonnen. Und ich bin voller Tatendrang.
WOCHENBLATT: Der Landesverband in Niedersachsen steht kurz vor der Gründung, wie ist Alfa ansonsten aufgestellt?
Lucke: Alfa kommt ausgezeichnet voran. Wir haben Ende August den ersten Landesverband gegründet und in den nächsten drei Monaten folgen weitere. Wenn man eine neue Partei gründet, ist erst einmal sehr viel zu organisieren und da sind wir froh über das große Engagement unserer Mitglieder. Zum Glück haben viele von ihnen bereits Erfahrung mit einer Parteigründung. Anfängerfehler machen wir nicht mehr.
WOCHENBLATT: Wie viele Mitglieder hat die Partei?
Lucke: Wir haben inzwischen über 1.000 Mitglieder aufgenommen und mehr als 1.000 noch in der Bearbeitung befindliche Mitgliedsanträge.
WOCHENBLATT: Mit welchen Inhalten wollen Sie bei den Wählern punkten, welche Chancen rechnen Sie sich aus?
Lucke: Die beiden wichtigsten Themen sind derzeit die Eurokrise und die Asyl- und Zuwanderungsproblematik. Da rechnen wir uns sehr gute Chancen aus, denn in beiden Feldern steht die Bundesregierung völlig ohne Konzept da. Nehmen Sie Griechenland: Dass man jetzt schon wieder Milliardensummen überweist, obwohl das Land pleite ist, ist doch unfassbar. Man hat in Griechenland nichts erreicht, außer dass ein Viertel der Erwerbsfähigen seit Jahren arbeitslos ist. Und dass in Deutschland kein Sparer mehr Zinsen bekommt. In der Flüchtlingskrise steht die Bundesregierung auch ohne jedes Konzept da. Immer nur von Willkommenskultur zu sprechen, greift einfach zu kurz.
WOCHENBLATT: Was muss Ihrer Ansicht nach verbessert werden?
Lucke: Man muss auch mal sagen, wo die Leute wohnen sollen, wo sie Arbeit finden können, und wie ihre Kinder beschult und ausgebildet werden sollen. Alfa steht für eine humane, aber realistische Flüchtlingspolitik: Wir sagen ein klares Ja zum Asyl und zur Hilfe für die wirklich Verfolgten. Aber wir wollen, dass Asylanträge schon außerhalb der EU gestellt werden und dann nur die Berechtigten bei uns aufgenommen werden. Dafür brauchen wir entsprechende Vereinbarungen mit Drittstaaten, strikte Grenzkontrollen und konsequente Abschiebungen. Nur das ist realistisch, aber genau dafür fehlt der Regierung der politische Wille.
WOCHENBLATT: Der Essener Parteitag ist einige Wochen her, wie beurteilen Sie mit etwas Abstand die Entwicklung der AfD und Ihr Ausscheiden aus der Partei?
Lucke: Mir blutete das Herz, als ich aus der AfD austrat. Aber es blieb keine andere Wahl und das sehe ich auch jetzt noch genauso. Schon lange vor Essen gab es in der AfD eine Art Rutschbahneffekt: Je lauter der rechte Flügel wurde, desto mehr gemäßigte Mitglieder traten aus und dadurch wurde der rechte Flügel noch stärker. Bis er schließlich in Essen eine klare Mehrheit hatte. Da wurde die AfD dann zur Pegida-Partei ausgerufen, zu einer reinen Wutbürgerpartei. Schon am Abend des ersten Tages sind die gemäßigten Mitglieder zu Hunderten ausgetreten. Es gab einfach kein Halten mehr. Wenn ein Schiff sinkt, muss man von Bord gehen.
WOCHENBLATT: Die AfD liegt aktuellen Umfragen zufolge derzeit bei etwa vier Prozent. Wo sehen Sie die AfD in Zukunft?
Lucke: Unter vier Prozent. Deutlich.
WOCHENBLATT: Welche Lehre ziehen Sie ganz persönlich aus Ihren politischen Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahren?
Lucke: Es reicht nicht, ein wichtiges politisches Anliegen zu haben. Man muss auch die richtigen Leute finden. Das Schöne an Alfa ist, dass wir jetzt die richtigen Leute beisammen haben. In der AfD wurde ständig gestritten. Bei Alfa aber ist alles harmonisch. Da macht die politische Arbeit wieder richtig Spaß!
WOCHENBLATT: Herr Lucke, vielen Dank für das Gespräch.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

Wichtige Mail-Adressen des WOCHENBLATT

Hier finden Sie die wichtigen Email-Adressen und Web-Adressen unseres Verlages. Wichtig: Wenn Sie an die Redaktion schreiben oder Hinweise zur Zustellung haben, benötigen wir unbedingt Ihre Adresse / Anschrift! Bei Hinweisen oder Beschwerden zur Zustellung unserer Ausgaben klicken Sie bitte https://services.kreiszeitung-wochenblatt.de/zustellung.htmlFür Hinweise oder Leserbriefe an unsere Redaktion finden Sie den direkten Zugang unter...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen