Sanierungsbedarf am Gymnasium Hittfeld
Kreisschulausschuss vertagt Entscheidung

Voll besetzte Aula: Schüler, Eltern und Lehrer verfolgen die Sitzung des Kreisschulausschusses im Gymnasium Hittfeld Fotos: ts
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(ts). Der Schulausschuss des Landkreises Harburg hat eine Empfehlung zu dem Umfang der geplanten baulichen Modernisierung am Gymnasium Hittfeld bis in den August vertagt. Grund: Die Schulpolitiker fordern von der Kreisverwaltung detaillierte Kostenberechnungen zu den einzelnen Baumaßnahmen. Sprecher der Fraktionen machten lediglich deutlich, dass das Gymnasium mehr als eine Sanierung des Notwendigen in Höhe von 8,9 Millionen Euro, aber nicht die vollständige Umsetzung des von der Schulgemeinschaft erarbeiteten Konzepts zu Kosten von 14,9 Millionen Euro erwarten könne.
Mehr als 200 Lehrer, Eltern und Schüler verfolgten die 110 Minuten lange Debatte in der Aula des Gymnasiums. "Wir sind enttäuscht, dass es zu keiner Empfehlung an den Kreistag gekommen ist und damit eine Entscheidung vertagt wird", sagte Schulleiter Frank Patyna dem WOCHENBLATT. Schüler lasen den Politikern am Ende der Sitzung in einer zweiten Bürgerfragestunde die Leviten und kritisierten den zähen Entscheidungsprozess. Als einzige Politikerin wagte Brigitte Somfleth (SPD) Kritik an der Verwaltung: "Ich dachte, wir bekämen zu dieser Sitzung mehr Informationen", sagte sie.
Schüler, Eltern und Lehrer sind mit ihrer Geduld am Ende. Mit einzelnen Plakaten machten sie ihrem Unmut Luft: "40 Jahre Sanierungsstau sind genug" oder "Wir sind jetzt einfach dran" war darauf zu lesen.
Das Schulgebäude ist in die Jahre gekommen. Wie sehr, das machten Schüler in der Bürgerfragestunde deutlich: In einigen Unterrichtsräumen tropfe es von der Decke, berichteten einige Jungen und Mädchen. Eine Schülerin beklagte, dass sie einen Vokabeltest auf dem Fußboden schreiben musste, weil Stühle fehlten.
Den Sanierungsbedarf bestreiten Kreisverwaltung und Kreistagspolitiker nicht. Das in den Jahren 1972 und 1973 errichtete Gymnasium Hittfeld ist zuletzt in den Jahren 1988 bis 1990 an Fassaden und Dach saniert worden. Innen befindet sich das Gebäude nahezu im Urzustand. "Die Schule hat es verdient, dass wir die Modernisierung nach so vielen Jahren anpacken", sagte Erster Kreisrat Kai Uffelmann.
Offen ist, in welchem Umfang das Gebäude saniert wird. Ein von Eltern, Schülern und Lehrern erstelltes Konzept sieht umfangreiche Baumaßnahmen vor, um moderne Unterrichtsformen umsetzen zu können. "Wir brauchen zusammenhängende Unterrichtsräume, Formen wie Marktplätze", sagte Schulleiter Frank Patyna. Die Zeit des Frontalunterrichts sei vorbei. Die erwarteten Kosten für die Sanierung: 14,9 Millionen Euro.
Die Schulpolitiker haben jetzt der Kreisverwaltung den Auftrag erteilt, die Kosten eines jeden einzelnen Modernisierungsschritts zu berechnen, um möglichst viele pädagogische Ideen umzusetzen.
Wie viel die Modernisierung am Ende kosten darf, ließen die Kreispolitiker offen. "Wir werden eine Lösung finden, die Ansprüche an Modernität stellt", sagte Hans-Heinrich Aldag (CDU) lediglich. Neun Millionen Euro seien sicher, sagte Angelika Gaertner (Freie Wähler). 14,9 Millionen seien aber deutlich zu viel.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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