Maschen: Verkehr lähmt Entwicklung von Gewerbeflächen

An der Autobahnauffahrt in Maschen kommt es regelmäßig zu Staus - die Verkehrsbelastung an der Kreuzung ist schlicht zu hoch
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kb. Maschen. Blickt man in das informelle Handlungskonzept der Gemeinde Seevetal, das potenzielle Wohn- und Gewerbeflächen auflistet, erscheint Maschen als ein Schwerpunkt für die Ausweisung dringend benötigter Gewerbegebiete. Ohne Änderung des Flächennutzungsplanes ließen sich hier 6,5 Hektar Gewerbeflächen entwickeln, mit F-Plan-Änderung sogar rund 23,5 Hektar. In der Realität geht diese Zahl gen null, denn - das machte Bauamtsleiter Gerd Rexrodt jetzt auf der Sitzung des Ortsrates Maschen deutlich - die Verkehrssituation lässt keine Entwicklung weiterer Gewerbeflächen zu. "Wir können den Verkehr nicht bewältigen", so Rexrodt, der im Rat die Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung präsentierte.
Hauptproblem bei der Abwicklung der Verkehrsströme ist die Kreuzung an der Autobahnauffahrt. Schon jetzt - ohne auch nur eine einzige zusätzliche Gewerbefläche - ergibt sich für den Verkehrsknotenpunkt keine ausreichende Qualität, so das Gutachten. Für die Beurteilung zugrunde gelegt wurde das sogenannte Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen. Täglich fahren im Schnitt 16.000 Fahrzeuge über die Winsener Straße, rund zehn Prozent davon sind Schwerlastverkehr. Besonders in den nachmittäglichen Spitzenstunden würden an der Ampelkreuzung sehr lange Wartezeiten auftreten. Verkürzt man die Umlaufzeit für den Verkehr zur und von der Autobahn, gehe dies zu Lasten der übrigen Arme der Kreuzung. "Die Kreuzung erhält die Note F - das ist ganz, ganz schlecht", machte Rexrodt deutlich.
Um den Verkehr gezielter steuern zu können, sei seitens der zuständigen Landes-Verkersbehörde geplant, eine Kontaktschleife in die Fahrbahn einzubauen, die ein Signal an die Ampel abgibt. "Langfristig, spätestens 2030, kommt man aber nicht umhin, die Kreuzung auszubauen", so Rexrodt. So müsste die Abfahrt von der Autobahn dreispurig ausgebaut und der Rechtsabbieger Richtung Autobahn verlängert werden, um den aufkommenden Verkehr vernünftig zu lenken und Stauungen zu vermeiden. Die Krux an der Sache: Landkreis und Land sind für die betroffenen Straßen zuständig - Planungen, sich des Problems anzunehmen, gibt es jedoch weder auf der einen noch noch auf der anderen Seite.
Was die Situation zusätzlich verschärft: Selbst wenn Seevetal auf eine Entwicklung der Gewerbeflächen verzichtet, entsteht durch die geplante Aldi-Ansiedlung auf Steller Gebiet bereits in absehbarer Zeit zusätzlicher Verkehr in nicht geringem Maße, der über die Anschlussstelle Maschen fließt. Und natürlich nimmt auch der Verkehr allgemein in den kommenden Jahren zu.
"Wir haben am Ende den schwarzen Peter, die anderen Beteiligten könnten sich einigermaßen entspannt zurücklehnen", so Rexrodt. Denn sollte Seevetal selbst den Ausbau der Kreuzung beschließen, muss die Gemeinde wohl auch die Kosten tragen. "Dann gilt voraussichtlich das Verursacherprinzip", so der Bauamtsleiter.
"Warum verlegt man die Autobahn-Auffahrt nicht Richtung Stelle? Warum müssen wir alles bezahlen und Stelle entwickelt Gewerbe ohne Ende?“, wollte die 2. stv. Ortsbürgermeisterin Renate Clausen-Sainer (SPD) wissen."Wurde untersucht, wie sich der Verkehr entwickelt, wenn Stelle eine eigene Auffahrt bekommt?", fragte Stephanie Gildemeister-Fuchs (CDU). "Die Realisierung einer neuen Autobahnanschlussstelle ist sehr unwahrscheinlich", machte Rexrodt wenig Hoffnung. Bis 2030 stehe diesbezüglich nichts im Bundesverkehrswegeplan. Dabei drängt die Zeit. "Wir müssen morgen beginnen, uns Gedanken zu machen, damit bis 2030 etwas passiert", so Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD), die vorschlug, alle Beteiligten für ein Gespräch an einen Tisch zu holen.
• Die Verkehrsuntersuchung ist auch Thema auf der Sitzung des Wege- und Verkehrsausschusses am Donnerstag, 2. Februar, um 17 Uhr im Hittfelder Rathaus. Außerdem auf der Tagesordnung: Erste Ergebnisse im Rahmen des Planungsprozesses zur Decatur-Brücke.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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