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Irritation über Hamburgs Vorstoß
Niedersachsen sieht Milliarden-Bahnstrecke entlang der A7 kritisch

Vom Rangierbahnhof in Maschen könnte die neue ICE-Strecke in Richtung Hannover führen
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  • Vom Rangierbahnhof in Maschen könnte die neue ICE-Strecke in Richtung Hannover führen
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(os). Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks nahm die Steilvorlage aus Berlin dankend auf und preschte vor: Der Grünen-Politiker berichtete in der vergangenen Woche von der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, die zwischen Hamburg und Hannover entlang der A7 verlaufen soll und als Projekt des sogenannten Deutschlandtaktes vom Bundes-Verkehrsministerium in die höchste Kategorie eingestuft wird. Der Deutschlandtakt soll spätestens ab dem Jahr 2030 gelten.
In Niedersachsen ist man wenige euphorisch als der Hamburger Verkehrssenator. "Wir nehmen den offensichtlichen Wunsch Hamburgs zur Kenntnis, diese Strecke zu bauen", erklärte Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Aus Sicht Hamburgs sei die Strecke, die auf direktem Wege durch die Gemeinde Seevetal im Landkreis Harburg führen könnte, sinnvoll. "Aus Sicht des Flächenlandes Niedersachsen ist sie es nicht. Das ist keine sinnvolle Variante. Da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens", betonte Althusmann. Er verwies darauf, dass durch die neue, etwa 3,5 Milliarden Euro Bahnstrecke ganze Städte in Niedersachsen abgehängt würden. Als Beispiele nannte er Lüneburg, Uelzen und Celle. "Das kann nicht in unserem Interesse sein."
"Für Seevetal sind die Pläne verheerend", kritisiert auch die Bürgermeisterkandidatin der CDU, Emily Weede. Die Gemeinde sei schon jetzt durch die bestehenden Bahnstrecken und Autobahnen extrem lärmbelastet. "Eine zusätzliche Bahnstrecke, das geht gar nicht und wird mit uns nicht zu machen sein", betont Weede.
Man favorisiere weiterhin die optimierte Alpha-E-Variante, um den Schienenverkehr zu stärken, sagte Althusmann. Im Zuge der Prüfungen werde im übrigen auch die Strecke an der A7 untersucht.
Vordringliche Aufgabe sei es, mit Hamburg weiter den Austausch zur Stärkung des Schienen-Personennahverkehrs zu pflegen. Dass Tjarks ebenfalls die Notwendigkeit sehe, Bahnstrecken in der Metropolregion für den Personenverkehr zu reaktivieren wie die Güterbahn Buchholz - Harburg sowie das Einsetzen längerer Metronomzüge zu ermöglichen, stimme ihn positiv, sagte der Minister. Die Diskussion über die Hochgeschwindigkeitsstrecke "hat mich dagegen irritiert".

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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