Seevetal macht neue Schulden

In Seevetal wird man in den kommenden Jahren ganz genau nachrechnen müssen, was sich die Gemeinde noch leisten kann
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Finanzausschuss nickt Haushalt 2014 ab / Bis Anfang 2018 steigt der Schuldenstand auf 39 Millionen Euro
kb. Seevetal. "Trotz hoher Steuereinnahmen - wir kommen gerade so hin", verbreitete Seevetals Kämmerer Josef Brand gleich zu Beginn seiner Ausführungen zum Haushaltsplan für 2014 wenig Grund für Optimismus bei den Mitgliedern des Finanzausschusses. Es sei nicht genügend Geld für Instandhaltungsmaßnahmen in der Kasse, Investitionen könnten nicht ohne neue Kredite getätigt werden, so Brand weiter. Immerhin: Die Schlüsselzuweisung durch das Land fällt rund 2 Millionen Euro höher aus, als zunächst im Haushaltsentwurf veranschlagt. Geld, das die ehemals reichste Gemeinde im Landkreis dringend braucht.
Insgesamt weist der Ergebnishaushalt im kommenden Jahr ein Volumen von 56,6 Millionen auf. Der Finanzhaushalt, in dem die Ein- und Auszahlungen erfasst werden, umfasst eine Summe von rund 68 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zum Ende dieses Jahres 13,2 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 329 Euro entspricht. Doch dabei wird es nicht bleiben: Für das kommende Jahr ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 6,5 Millionen Euro geplant. Geld, das u.a. in den vorgezogenen Bau der Westumfahrung Hittfeld fließt, der für die Gemeinde mit rund 1,7 Millionen zu Buche schlägt. Weitere 1,9 Millionen Euro übernimmt das Land. Kosten verursachen auch der Bau des Sportzentrums Seevetal, des Sporthauses in Over und der Anbau einer Krippe in Meckelfeld. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen rund 16,9 Millionen Euro.
Der Haushalt in 2014 ist zwar ausgeglichen, in den kommenden Jahren wird die Verschuldung der Gemeinde jedoch um ein Vielfaches zunehmen. Geplant sind bis 2018 neue Kredite in Höhe von insgesamt 31 Millionen Euro, Ende 2017 wird der Schuldenstand der Gemeinde bei voraussichtlich 39 Millionen Euro liegen. "Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt dann bei 970 Euro, damit hätten wir den Landesschnitt eingeholt", merkte Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen an. Angesichts dieser Ansichten sei sie trotz der momentan ausgeglichenen Haushaltslage nicht ganz so entspannt, so Oertzen.
Diese Ansicht teilte auch Rolf Masloch (CDU). "Wir kommen immer weiter in die Verschuldung und die Decatur-Brücke ist noch nicht einmal eingeplant", so Masloch. In der Tat wartet mit der langfristig unumgänglichen Sanierung der Brücke über den Rangierbahnhof Maschen noch ein dicker Brocken auf die Gemeinde. Die Kosten für die Maßnahme werden auf 7,5 Millionen Euro geschätzt. Etwas optimistischer schätzte die Klaus-Dieter Kirchhoff (SPD) die Lage ein. Er rechne mit steigenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer, so Kirchhoff. "Wir müssen diesen Berg abarbeiten und in Zukunft kürzer treten", sagte der Sozialdemokrat.
Trotz der ziemlich düsteren Aussichten - eine echte Diskussion zur Finanzlage der Gemeinde kam im Ausschuss nicht auf. Der Haushaltsentwurf wurde einstimmig abgenickt. Jetzt hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Mittwoch, 18. Dezember, ab 18.30 Uhr in der Burg Seevetal das letzte Wort.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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