Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft
  • Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft
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(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen.
Die kreiseigene Rettungsdienstgesellschaft ist davon überzeugt, eine notärztliche Unterversorgung im Landkreis belegen zu können. Zurzeit ist ein an der Rettungswache in Seevetal-Lindhorst stationiertes Notarztfahrzeug für den gesamten Landkreis Harburg zuständig.
Im Vergleich zum übrigen Niedersachsen sei der Landkreis Harburg damit schlechter versorgt, sagte der Geschäftsführer der Rettungsdienstgesellschaft, Klaus-Jörg Bossow. Das bisher einzige Notarztfahrzeug fahre 50 Prozent mehr Einsätze im Vergleich zu anderen Landkreisen.
"Das macht deutlich: Hier ist etwas anders als woanders", sagte Klaus-Jörg Bossow süffisant. "Bei uns müssen relativ häufig Notärzte aus anderen Landkreisen eingreifen." Er rechnet damit, dass die Krankenkassen dem Landkreis Harburg einen zusätzlichen, zweiten Notarzt zugestehen werden. Ziel sei, dass das zusätzliche Notarztfahrzeug im Jahr 2021 zum Einsatz kommt.
Zurzeit entwickelt das Büro "antwortING" mit Sitz in Köln Vorschläge für eine Neuorganisation des Rettungsdienstes im Landkreis Harburg. Das Ergebnis wird der Gutachter Benedikt Weber am Montag, 5. Oktober, im Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz präsentieren.
Die Rettungsdienstgesellschaft sähe in Zukunft die beiden Notarztfahrzeuge am besten jeweils an den beiden Krankenhäusern in Buchholz und Winsen stationiert. Einige Kreispolitiker dagegen wollen den Standort in Seevetal-Lindhorst nicht aufgeben. Von dort aus würden die Fahrzeuge schnell zu den Autobahnen gelangen, sagte Gunnar Hofmeister (FDP). "Ich befürchte, dass die Fahrzeuge nicht schnell genug aus den Städten in den ländlichen Raum kommen."

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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