Probelauf
Welche Erkenntnisse der Virenfilter-Test am Gymnasium Meckelfeld brachte

Das mobile Luftreinigungsgerät im Klassenzimmer einer neunten Klasse am
 Gymnasium Meckelfeld
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    Gymnasium Meckelfeld
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ts. Meckelfeld. Der bisher einzige Probelauf mit einem mobilen Luftreiniger zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus in einer Schule in Trägerschaft des Landkreises Harburg hat vor allem eine Erkenntnis gebracht: Schüler und Schülerinnen und der Klassenlehrer einer neunten Klasse am Gymnasium Meckelfeld empfanden die Betriebsgeräusche als störend.

Das hätten die Betroffenen bei der Besprechung zum Abschluss des Praxistests geäußert, sagte die Kreisschulpolitikerin Angelika Gaertner (Freie Wähler) aus Meckelfeld, dem WOCHENBLATT. Sechs Schülerinnen und Schüler, Klassenlehrer und stellvertretender Schulleiter Olaf Lakämper berichteten ihr und Mitarbeitern der Kreisverwaltung ihre Eindrücke und Erfahrungen.

Angelika Gaertner hatte den Test in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Wolf aus Mainburg initiiert. Zwei Monate lang lief das Gerät des Typs Airpurifier, das für Schulen und Kindertagesstätten konzipiert ist, während des Unterrichts. Die Schulleitung, die Eltern und Schüler der Klasse 9a und der Elternratsvorsitzende seien vorab informiert gewesen, sagte Gaertner. Eine Schülerin, die in unmittelbarer Nähe des Gerätes ihren Platz hatte, habe Zugluft, die der Luftreiniger erzeugt, als unangenehm empfunden.

Der Test sollte Aufschluss über den tatsächlichen Stromverbrauch bringen. "Der Luftfilter ist kein Stromfresser", sagt Angelika Gaertner. Das hätten die Wochen am Gymnasium Meckelfeld gezeigt.
Ob das Gerät tatsächlich 99,9 Prozent der Aerosole aus der Luft filtert, ist bei dem Test nicht gemessen worden. Sprecher mehrerer Fraktionen im Kreisschulausschuss hatten die fehlende wissenschaftliche Begleitung kritisiert, dem Test aber am Ende zugestimmt, weil der zwei Meter hohe Luftfilter bereits an das Gymnasium geliefert worden war. Vor allem die CDU-Fraktion warf Angelika Gaertner übereiltes Handeln vor.

Die Kreisverwaltung des Landkreises Lüneburg dagegen hält die gewonnenen Erkenntnisse auch ohne wissenschaftliche Auswertung für so bedeutsam, dass sie den Landkreis Harburg um die Ermittlung der Ergebnisse gebeten hat. Eigentlich möchte der Landkreis Harburg an den Erkenntnissen aus geplanten wissenschaftlich begleiteten Probeläufen mit Virenfiltern an Schulen im Landkreis Lüneburg teilhaben. Zurzeit seien die Lüneburger aber noch ganz am Anfang und auf der Suche nach drei geeigneten Geräteherstellern für mehrere Pilotprojekte, teilte die Kreisverwaltung des Landkreises Harburg in einer Vorlage dem Kreistag mit.

Die Kreisverwaltung des Landkreises Harburg empfiehlt, Schulen mit fest installierten Lüftungsgeräten auszustatten. Das hätten die Freien Wähler bereits vor Monaten gefordert, erschien damals aber als zu teuer, sagt Angelika Gaertner. Mittlerweile aber sei die Finanzierung wegen der Förderprogramme des Bundes machbar und die Zustimmung bei den übrigen Fraktionen wachse.

29 Schulen in Trägerschaft des Landkreises Harburg mit fest installierten Lüftungsgeräten auszurüsten, wird lange dauern. "Zehn Jahre oder mehr", schätzt Angelika Gaertner. Offen sei, wie die Schulen in diesem Herbst Pandemie-fest gemacht werden.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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