"Zweites Leben"
Ralf Struckhof aus Hittfeld siegt bei deutscher Meisterschaft für Transplantierte

Ralf Struckhof führt das Feld beim 3.000-Meter-Gehen an und gewinnt den deutschen Meistertitel
  • Ralf Struckhof führt das Feld beim 3.000-Meter-Gehen an und gewinnt den deutschen Meistertitel
  • Foto: Struckhof
  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

ts. Hittfeld. Sie leben mit den Strapazen einer Dialyse oder haben eine Organtransplantation überstanden: Die rund 100 Athleten bei den 40. deutschen Meisterschaften für Transplantierte und Dialysepatienten in Murr (Baden-Württemberg) haben Großartiges vollbracht. Einer von ihnen ist Ralf Struckhof aus Hittfeld. Der 53-Jährige hat den deutschen Meistertitel im 3.000-Meter-Gehen gewonnen. Zusätzlich ist er in diesem Jahr jeweils deutscher Vizemeister im 100-Meter-Brustschwimmen und im 1.500-Meter-Lauf.
Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass der 53-Jährige beinahe gestorben wäre. Die Ärzte hatten bei ihm mit Mitte 40 eine angeborene Herzschwäche diagnostiziert. Seit dreieinhalb Jahren lebt Ralf Struckhof mit einem Spenderherz. Das bedeutet: Er muss sein ganzes Leben lang Tabletten nehmen, damit das Abwehrsystem seines Körpers das neue Herz nicht abstößt. Und er muss sich regelmäßig alle drei Monate medizinisch untersuchen lassen.
Sport kann viel dazu beitragen, dass Ralf Struckhof ein nahezu normales Leben führt. Mittlerweile trainiert er vier- bis fünfmal in der Woche: Rad fahren, Laufen und Schwimmen. Zudem hat er das Bogenschießen für sich entdeckt und betreibt die Sportart im Nachbarort Eckel.
Bei den Meisterschaften der Transplantierten geht es den Athleten vor allem darum, ihr "zweites Leben" zu feiern und für die Organspende zu werben. Sportlicher Ehrgeiz ist dennoch dabei: Ralf Struckhof, der inzwischen das Angebot seines Arbeitgebers, in den Vorruhestand zu gehen, angenommen hat, will im August bei der Weltmeisterschaft der Transplantierten in Newcastle an den Start gehen. Die Unterstützung eines Sportverbandes fehlt noch in Deutschland. Ralf Struckhof finanziert die Reise und das deutsche Nationaltrikot, das er bei den Wettbewerben trägt, selbst.
In Großbritannien dagegen sei die Sportförderung für Transplantierte besser, sagt er. Deshalb seien britische Athleten in vielen Disziplinen die Favoriten. Dennoch sieht der Deutsche seine Chance: "Ich werde wohl im 5.000-Meter-Lauf und im 100-Meter Brustschwimmen antreten", sagt er.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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