Elektromobilität
In Seevetal suchen Elektroauto-Besitzer Strom

Marcus Möller sitzt bald nicht mehr am Steuer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor und wird ein Elektroauto fahren Fotos: ts
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ts. Meckelfeld. Annähernd 10.000 Menschen leben in der Seevetaler Ortschaft Meckelfeld. Die Geschäfte an der Glüsinger Straße und an der Straße "Am Saal" bilden das größte zusammenhängende Einzelhandelszentrum in der Gemeinde Seevetal. Eine Ladestation für strombetriebene Fahrzeuge sucht der fortschrittliche Autofahrer in der neuen Meckelfelder Mitte aber vergeblich. "Dass es nicht einmal Am Saal eine Möglichkeit gibt, ein E-Auto aufzuladen, ist ein Trauerspiel", sagt Sabine Möller. Die 61-Jährige aus Meckelfeld hat zusammen mit ihrem Sohn Marcus (22) ein vollelektrisches Automobil bestellt. Mutter und Sohn setzen generationenübergreifend auf die Zukunftstechnologie - auch wenn ihrer Ansicht nach die Infrastruktur für E-Mobilität auf dem Gebiet der Gemeinde Seevetal noch von gestern ist.
Den 22 Jahre alte Marcus Möller begeistern moderne Technologien. Der Auszubildende zum Kaufmann für E-Commerce ist davon überzeugt: Die Zeit ist reif für die Elektromobilität. "Wir sollten dem Elektroauto eine Chance geben. Wer 30 bis 40 Kilometer am Tag in die Stadt fährt, dem sollte das E-Auto eine Überlegung wert sein", sagt er. Das Fahrgefühl sei herrlich, hat er bei einem Urlaub in Norwegen bemerkt. Die Lärmbelästigung für andere Menschen sei deutlich geringer.
Hersteller würden Elektroautos mittlerweile teilweise zu Leasingraten in Höhe von 100 oder 150 Euro anbieten. Der Staat fördert den Umstieg aufs Elektroauto mit einem Umweltbonus (verlängert bis 2025) und mit Zuschüssen. "Die Kaufprämie und die Mehrwertsteuersenkung haben uns animiert", sagt Marcus Möller.
Sabine Möller ist davon überzeugt, dass andere Autofahrer zunehmend strombetriebene Fahrzeuge kaufen werden. "Aber wo sollen die in Seevetal laden? Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, hat ja wahrscheinlich noch nicht mal eine Steckdose am Parkplatz für sein Fahrzeug", sagt sie. Deshalb fordert Sabine Möller öffentliche Ladestationen in Seevetal, mindestens an den Bahnhöfen, auf dem Parkplatz vor dem Seevetaler Rathaus in Hittfeld und an der Einkaufsmeile Glüsinger Straße. Eine gute Idee sei es, würde die Gemeinde Seevetal Bauherren von größeren Wohnungsbauvorhaben verpflichten, zumindest einige wenige Ladesäulen zu installieren.
Rund 43.000 Einwohner leben auf dem Gebiet der Gemeinde Seevetal. Wer auf Elektromobilität setzt, findet zurzeit lediglich drei Ladestationen vor: in Maschen, in Fleestedt und in Ramelsloh.
Das Bellandris Matthies Gartencenter in Emmelndorf wird Ladestationen errichten, die Gemeinde hat Ladestationen auf dem neuen Park&Ride-Platz am Bahnhof Hittfeld angekündigt. Voraussichtlich noch in diesem Jahr sollen sie installiert werden. Das dünne Angebot an öffentlichen Lademöglichkeiten auf 105 Quadratkilometern Gemeindegebiet haben Seevetals Politiker im März bereits zum Thema gemacht. Wie Seevetal sich auf die erwartete Zunahme der Elektromobilität vorbereiten könne, wollten die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses in einer Anhörung von EWE-Technik-Vorstand Dr. Urban Keussen wissen. Der riet Städten und Gemeinden von einem Wettbewerb ab, aus Prestigegründen die meisten öffentlichen Ladestationen für strombetriebene Autos aufstellen zu wollen. Der Trend werde sein, dass die meisten Autofahrer ihre E-Autos zu Hause aufladen.
"Man macht einen Ort nicht attraktiver, wenn man Zukunftstechnologien nicht fördert", warnt dagegen Marcus Möller. Junge Leute würden in Seevetal kein Unternehmen gründen, könnten sie ihr E-Auto nicht vor der Tür abstellen.

Marcus Möller sitzt bald nicht mehr am Steuer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor und wird ein Elektroauto fahren Fotos: ts
Seltenes Bild: eine Stromladesäule in Seevetal, hier bei Lidl in Fleestedt
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Thomas Sulzyc aus Seevetal

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