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Die Demokratische Schule im Landkreis Harburg wächst

Der Wochenstundenplan der Demokratischen Schule Heureka zeigt: Hier wird Wissen auf andere Weise vermittelt als an staatlichen Regelschulen
 
Zu Beginn des Englischunterrichts singen die Kinder mit Lernbegleiterin Antje Schierhorn das Weihnachtslied "I wish you a merry christmas" Fotos: ts

Die Nachfrage nach Schulplätzen ist groß / Trägerverein Entfaltungsräume sucht zusätzliche Lehrer/ Wie ein Tag an der der ungewöhnlichsten Schule im Landkreis Harburg aussieht

(ts). Lehrer heißen hier Lernbegleiter. Weil das nicht nach belehren klingt und damit besser zu einer Schule passt, an der Jungen und Mädchen selbst entscheiden, was und wann sie lernen. An der Demokratischen Schule Heureka Egestorf ist vieles anders als an staatlichen Regelschulen - und genau das macht sie offenbar für viele Eltern attraktiv.
Der Trägerverein "Entfaltungsräume" wird seine im September gestartete Schule schneller wachsen lassen als geplant und im Sommer 2019 zusätzlich zur Grundschule mit einem Oberschulzweig beginnen. Standort der Schule wird dann in Seevetal-Ohlendorf in einem für den Schulbetrieb umgebauten früheren Jugendheim sein.
Zwölf bis 15 Schüler wird der Verein "Entfaltungsräume" für die Oberschule (fünfte und sechste Klasse) aufnehmen. Zusätzlich können Eltern ab sofort Kinder für die Grundschule anmelden. Das Aufnahmeverfahren sieht eine Gespräch und eine Hospitation im Schulalltag vor. Der Trägerverein ist auch auf der Suche nach zusätzlichen Lehrern.
15 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren besuchen zurzeit die Demokratische Schule. Bis zu 45 könnten es im nächsten Jahr sein. "Es gibt ein enormes Interesse. Pro Platz, den wir vergeben, haben wir drei bis vier Interessenten", sagt die 3. Vorsitzende Marie Krüger. Und das, obwohl Eltern 200 Euro Schulgeld pro Kind im Monat zahlen.
"Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder Hausaufgabenstress bis in den Nachmittag hinein haben und ihre Fähigkeiten nicht entfalten können", sagt die 2. Vorsitzende Kerstin Koryciak. An der ungewöhnlichsten Schule im Landkreis Harburg gestalten die Jungen und Mädchen gemeinsam mit den Lernbegleitern in der Schulversammlung die Unterrichtswoche.
Der Demokratischen Schule liegt die Idee zugrunde, dass Kinder, die freiwillig in den Unterricht gehen, effektiver lernen. So ist es erlaubt, dass Schüler nach 20 Minuten die Mathestunde verlassen und eine Pause auf weichen Bodenkissen einlegen.
An einem Mittwoch gegen 11 Uhr: Sechs Jungen und Mädchen beginnen im Kreis auf den Boden sitzend mit dem Englischunterricht. Zu Beginn singen sie das Weihnachtslied "I wish you a merry christmas". Nicht weit davon entfernt üben andere Schüler Mathematik. Ein anderer Lernbegleiter liest einem Jungen vor, gemütlich auf einem Sofa liegend.
Zuvor haben die Kinder einen nahe liegenden Wald aufgesucht. Bei dem Waldprojekt lernen sie die kleinen und großen Wunder der Natur kennen - Biologie und Chemie lebensnah erlebt. Taschenrechner lautet der ungewohnte Titel für eine Unterrichtsstunde, die Mathematik mit Physik verbindet. Neben dem Rechnen lernen die Jungen und Mädchen hier, ein Radio oder einen Wecker zu reparieren. um 12 Uhr treffen sich alle zur Schulversammlung.
Der Schultag endet um 13.30 Uhr mit entspannt mit Literatur. Ein Lernbegleiter liest einige Seiten aus den populären Fantasy-Detektivgeschichten "Skulduggery Pleasant" des Autors Derek Landy vor.
• Eltern und Lehrer richten ihre Bewerbungen per E-Mail an die Adresse:
mail@projekt-entfaltungsraueme.de.