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Die Hitzewelle setzt dem Wald stark zu

Revierförster Burchard Scholz zeigt eine vertrocknete junge Weißtanne (Foto: ts)
 
Hans Sierk von den Niedersächsischen Landesforsten zeigt an einem Stück Baumrinde die Fressmuster von Borkenkäfern

Neu gepflanzte Bäume vertrocknen. Und das Extremwetter hat eine Borkenkäfer-Plage wie selten hervorgerufen. Die Schäden fallen regional sehr unterschiedlich aus.

(ts). Nicht nur die Landwirtschaft leidet unter der extremen Trockenheit - die schädlichen Folgen der Dürre zeigen sich auch in den Landesforsten. Die außergewöhnlich lang anhaltende Hitzeperiode lässt Jungpflanzen vertrocknen. Hinzu kommt: Die Sturmschäden im vergangenen Herbst und Winter haben in Kombination mit den hohen Temperaturen günstige Bedingungen für gefräßige Borkenkäfer geschaffen.
Wie groß der landesweite Schaden ist, der durch die extreme Trockenheit entstanden ist, werde sich voraussichtlich erst im nächsten Jahr zeigen, sagt Knut Sierk, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für die Region Nord-Ost Niedersachsen, zu der auch die Landkreise Harburg und Stade gehören. Die Schäden an den meist in diesem Jahr gepflanzten Bäumen fallen regional stark unterschiedlich aus. "Auf sandigen Böden reichen die Schäden bis hin zum Totalausfall", sagt Knut Sierk. Nur zehn oder 20 Kilometer weiter, auf lehmigen, Wasser gut speichernden Böden, trotzen dagegen die meisten jungen Bäume der Trockenheit.
In der Revierförsterei Kleckerwald bei Buchholz in der Nordheide fallen die Schäden verhältnismäßig gering aus. Der meist lehmige Boden hält das Wasser besonders gut und mildert die Auswirkungen der extremen Trockenheit. Die Hitzewelle setzt dem Wald aber hier dennoch zu. In der vergangenen Woche ist Revierförster Burchard Scholz noch von fünf Prozent Ausfall bei den Jungpflanzen ausgegangen. Mittlerweile hat er die Zahl auf 30 Prozent noch oben korrigiert. Pro Jahr pflanzt er auf 6,3 Hektar junge Bäume an. 1.200 Hektar umfasst die Revierförsterei Kleckerwald insgesamt.
Die Förster sehnen sich nach Regen - nur kurzzeitiger Starkregen darf es nicht sein, er würde kaum in den Boden sickern, sondern von dem harten, ausgetrockneten Boden abprallen. "Wir brauchen lang anhaltenden Landregen, am besten eine Woche lang, damit sich die Wasserspeicher des Waldes auffüllen", sagt Knut Sierk.
Zusätzlich setzt den Landesforsten eine Borkenkäfer-Plage zu. Nach den Stürmen im vergangenen Herbst und Januar finden die Käferarten Buchdrucker und Kupferstecher in den zahlreich umgestürzten Fichten viel Brutmaterial, in dem sie sich massenhaft vermehren können. "Sie können ganze Fichtenwaldbestände umbringen", sagt Knut Sierk.
Besonders schlimm in diesem Jahr ist: Bei den hohen Temperaturen werden drei Generationen Borkenkäfer schlüpfen. Eine Generation gelte als normal, zwei als übel, sagt der Waldexperte. Der Fachmann erkennt den Borkenkäferbefall an braunem Bohrmehl, das aus der Höhe rieselt, und an dem Harz, dass der Baum zur Abwehr bildet. Die Förster müssen die befallenen Bäume schnell dem Bestand entnehmen.
Die Landesforsten versuchen mit neuen Methoden, der Käfer-Plage Herr zu werden: Anbaugeräte an Erntemaschinen, die neben Ästen auch die Rinde von den Stämmen entfernen und so den Käfern den Brutraum entziehen, sind derzeit in der Erprobung. Ein anderes Mittel ist, geerntetes Holz in Folie einzuschlagen.

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