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Immer mit dem Finger am Auslöser

Angelique Kerber (Foto) steht gerade auf dem berühmten grünen Rasen von Wimbledon. Als sie Bildjournalistin Dana Anders (kl. Foto) in dieser Situation vor die Linse geriet, spielte Kerber in Paris (Foto: Dana Anders)
 
Dana Anders in ihrem Element (Foto: Milivoj Miocic)
Von Wimbledon bis zum Box-Fight: Bildjournalistin Dana Anders (68) fotografiert seit über 35 Jahren bei Top-Sportevents

kb. Hanstedt. Wenn Roger Federer über den Platz fegt, Serena Williams Aufschläge platziert oder sich Angelique Kerber packende Ballwechsel liefert, heißt es für Dana Anders (68) aus Hanstedt: Konzentration wahren und im richtigen Moment auf den Auslöser drücken. Seit über 35 Jahren ist die gebürtige Kroatin als Bildjournalistin bei sportlichen Großevents dabei - ihre absolute Leidenschaft gehört dem Tennis. "Dieser Sport fasziniert mich einfach", sagt Dana Anders und ihre Augen leuchten.
Nach dem Besuch der Journalistenschule stand für Dana Anders schnell fest, dass es das Fotografieren ist und nicht das Schreiben, das ihr liegt. "Ich wollte mich als Journalistin nie auf eine Seite schlagen, aber als der Krieg in Ex-Jugoslawien ausbrach, hätte ich das tun müssen, wenn ich weiterhin hätte schreiben wollen", sagt Dana Anders. "Beim Fotografieren war ich freier. Und beim Sport spielt ohnehin die Leistung eine Rolle, nicht die Herkunft."
David Beckham, die Klitschko-Brüder, den HSV zu seinen besten Zeiten - sie alle hatte Dana Anders schon vor der Linse, reiste zu den großen Tennis-Turnieren in Europa und den USA. Mehrere ihrer Arbeiten heimsten Preise ein. "Wenn ich ein Foto mache, dann möchte ich, dass die Leute sich das anschauen und etwas entdecken", erzählt Dana Anders, deren Bilder schon den Titel namhafter Zeitungen und Magazine zierten. Lange Zeit war sie im Auftrag von Zeitungsverlagen in der Welt unterwegs, inzwischen arbeitet sie freiberuflich. Viel unterwegs ist Dana Anders trotzdem noch. Vorletzte Woche fotografierte sie bei den Gerry Weber Open in Halle, am 21. Juli beginnen die German Open am Hamburger Rothenbaum. "Mir macht das riesigen Spaß", sagt sie.
Dabei bekommt sie von den spannenden Matches oft gar nicht viel mit. "Ich muss total konzentriert sein, bei den Bildern kommt es auf Sekunden an. Manchmal gehe ich dann vom Platz und merke: Ich weiß gar nicht, wie es steht", erzählt Dana Anders. Ihre 15 Kilo schwere Ausrüstung schleppt sie an einem solchen Turniertag schon mal zehn bis zwölf Kilometer durch die Gegend - von einem Match zum nächsten und dann gleich weiter. Wie ihre rund 300 Kollegen, die bei großen Turnieren dabei sind. Zu Gerangel kommt es trotzdem nicht. "Jeder hat seinen Platz, weiß, wo er stehen darf", sagt Dana Anders. Und natürlich spreche man sich mit den Kollegen auch ab. Allerdings sei der Konkurrenzdruck unter den Fotografen gestiegen. "Früher gab es ein offeneres Miteinander. Man merkt schon, dass sich die Branche verändert hat."
Verändert hat sich auch ihre Arbeit - Digitalisierung sei Dank. "Früher hatten wir drei Filme für ein Turnier, heute mache ich 300 Fotos pro Spiel", so Dana Anders. Da kommen bei einem Turnier schnell mal 15.000 Fotos zusammen. Und die muss die Fotografin erst einmal sichten. Natürlich sei durch die Digitalisierung auch alles schneller geworden. "Wenn man freiberuflich arbeitet, muss man sich beeilen, seine Fotos an den Mann zu bringen. Sonst war jemand anderes schneller", sagt sie.
Dana Anders hatte schon viele Promis vor der Linse. "Dieser direkte Kontakt zu großen Sportlern, daran erinnert man sich auch im Nachhinein gern", sagt sie. Von Allüren und Überheblichkeit ist bei den Profis keine Spur. "Die ganz Großen sind alle sehr nett und höflich. Und am Ende wissen sie auch, dass sie die Presse brauchen", sagt Dana Anders.
Ein Ziel der Fotografin ist, noch einmal eine Fotoreise nach New York zu machen. "Ich war schon einmal dort, aber ich glaube, dass ich mit meiner heutigen Erfahrung viel bessere Fotos machen könnte", sagt sie. Übernächste Woche geht es aber erst einmal an den Hamburger Rothenbaum. Dann beweist Dana Anders wieder, dass eine der besten Sportfotografinnen Europas aus dem kleinen Hanstedt in der Nordheide kommt.