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Drohnen könnten in einigen Jahren zur Standardausrüstung der Feuerwehren gehören

So könnte die nahe Zukunft des Brandschutes aussehen: Die Visualisierung zeigt eine Drohne der Seevetaler Syrphus GmbH während der Lageerkundung bei einem Großfeuer (Foto: Syrphus GmbH)
 
Kreisbrandmeister Volker Bellmann vor dem WOCHENBLATT-Verlagsgebäude in Buchholz (Foto: ts)

Kreisbrandmeister Volker Bellmann äußert sich zur Zukunft der Feuerwehr. Gute Ausbildung und Wertschätzung seien wichtig, um Menschen für dem Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen.

(ts). Lediglich elf Freiwillige Feuerwehren von rund 3.300 in Niedersachsen verfügen über unbemannte Fluggeräte zur Lageerkundung und Personensuche. Die Erfahrungen über den Nutzen der Drohne bei Einsätzen und Übungen seien bisher durchweg positiv. Das geht aus der Antwort des niedersächsischen Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Frank Oesterhelweg und Rainer Fredermann (beide CDU) im Niedersächsischen Landtag hervor.
Eine Strukturkommission des Niedersächsischen Landtags zur Zukunft des Brandschutzes arbeitet zurzeit unter anderem Vorschläge zur Unterstützung der Einsatzführung aus, auch mit unbemannten Luftfahrtgeräten. Ergebnisse will die Arbeitsgruppe im Frühjahr 2019 vorstellen.
Im Landkreis Harburg verfügen die Freiwilligen Feuerwehren nicht über eine Drohne. Kreisbrandmeister Volker Bellmann kann sich aber vorstellen, dass mit Wärmebildkameras ausgestattete Fluggeräte einmal zur Standardausrüstung der Feuerwehren zählen werden. Zur Lageerkundung über Gewässern und bei Bränden mit großer Ausdehnung könnten sie ein Hilfe sein, sagte er bei einem Gespräch in der WOCHENBLATT-Redaktion.
Volker Bellmann weist aber auch auf die Schwierigkeit hin, über das richtige Personal für Drohneneinsätze zu verfügen. Das Problem, dass mit einem nicht entsprechend gut ausgebildeten Steuerer die Drohne zu einer zusätzlichen Gefahrenquelle werden könnte, sieht auch die Landesregierung.
Bei der Sicherstellung des Brandschutzes in der Zukunft spielt die "Kollegin" Drohne ohnehin nur eine Nebenrolle. Entscheidend bleibt, dass sich genügend Männer und Frauen für den ehrenamtlichen Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren finden. Denn: Immer mehr Freiwillige Feuerwehren in Deutschland haben Probleme, die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Die Gründe dafür: Menschen im ländlichen Raum arbeiten oft weit entfernt von ihrem Wohnort.
Hinzu kommt ein verändertes Verhalten. "Menschen engagieren sich heute eher projektbezogen, vor allem, wenn sie dabei etwas gewinnen können", sagt Volker Bellmann. Zu einem selbstlosen, regelmäßigen Dienst an der Gesellschaft wie bei der Freiwilligen Feuerwehr seien dagegen weniger Menschen als früher bereit, sagt der Kreisbrandmeister.
Von der Entwicklung sind die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis bisher noch weniger betroffen als anderswo in Deutschland. Die Mitgliederzahlen seien noch steigend. "Wir wissen aber nicht, wie lange das anhält", sagt Volker Bellmann und verweist auf den demografischen Wandel in Richtung einer überalterten Gesellschaft.
In Treueprämien für Feuerwehrleute sieht der Kreisbrandmeister keine wirksame Gegenstrategie, den ehrenamtlichen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr attraktiver zu machen. Wichtiger sei etwas anders: "Die Leute wollen gut ausgebildet werden und Wertschätzung erfahren", sagt Volker Bellmann.