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Neue Chance für die Decatur-Brücke

Die Decatur-Brücke ist seit mehr als anderthalb Jahren gesperrt (Foto: archiv/kb)
Laut Gutachter könnte die Decatur-Brücke wieder genutzt werden

as. Seevetal. Die Decatur-Brücke hat noch eine Chance, das war die Kernbotschaft des Vortrags von Gutachter Prof. Dr.-Ing. Reinhard Maurer im Verwaltungsausschuss der Gemeinde Seevetal. Der Dortmunder Brückenexperte teilte den Ausschussmitgliedern ein Zwischenergebnis seiner Prüfung mit. Demnach bestehe über eine wissenschaftliche Betrachtung nach der so genannten Stufe 4 der Brücken-Nachrechnungsrichtlinie eine Chance, die Decatur-Brücke mittelfristig wieder nutzen zu können, das teilte die Gemeinde Seevetal jetzt mit. Dafür wird die von Prof. Maurer geführte Planungsgesellschaft König und Heunisch noch bis November weitere Berechnungen vornehmen. Anschließend muss dann ein zweites Büro diese wissenschaftliche Berechnung wiederum bestätigen. Dieses Ergebnis wird im ersten Quartal 2019 erwartet.
Die Decatur-Brücke steht an Europas größtem Rangierbahnhof im Seevetaler Ortsteil Maschen. Sie stellt für die Einwohner von Maschen und Hörsten die kürzeste Verbindung zum Bahnhof dar. Das Bauwerk, das 1974 eingeweiht wurde, gilt als marode. Die Gemeinde Seevetal hat die Brücke deshalb seit mehr als anderthalb Jahren für den Verkehr, Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt, lediglich die Bahn darf einen Teil der Brücke für die Anfahrt zum Betriebsgelände nutzen.
Noch im Dezember hatte der Rat beschlossen, die Brücke abreißen zu lassen. Zuletzt hatten sich aber Vertreter der Gemeinde und der Bahn darauf verständigt, die Möglichkeiten einer Sanierung der Decatur-Brücke zu prüfen. Das Zwischenergebnis präsentierte Maurer jetzt.
Auf die Gemeinde kommen vor einer möglichen Wiederinbetriebnahme der Brücke noch große Aufgaben zu. So muss einerseits die Brücke umfangreich vermessen werden, um das Eigengewicht der Brücke zu ermitteln. Auch die Kappensanierung, die in Kenntnis eines möglichen Abrisses der Brücke gestoppt wurde, muss noch erfolgen. Hierfür müssen teilweise Sperrzeiten bei der Deutschen Bahn beantragt werden.
Der Ausschuss unter Leitung von Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen nahm die Ausführungen von Professor Maurer positiv auf. Erstmals bestehe realistisch eine Chance, dass der Gemeinde von fachlich anerkannter Seite die Verkehrssicherheit der Brücke attestiert werden kann.