Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wie gefährlich ist die Emmelndorfer Straße?

Etwa 100 Schüler am Tag befahren morgens die Emmelndorfer Straße mit dem Fahrrad (Foto: Jürgen Hanisch)

Eltern fordern Höchsttempo 50 zum Schutz der Schulkinder, aber die Untere Verkehrsbehörde lehnt das ab

ts. Emmelndorf. Sind mit dem Rad fahrende Schulkinder auf der Emmelndorfer Straße von dem Autoverkehr gefährdet? Die Untere Verkehrsbehörde der Gemeinde Seevetal hält den Schulweg für ungefährlich und sieht keinen Rechtsgrund, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von derzeit 70 auf 50 km/h herabzusetzen. Das geht aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des früheren Hittfelder Ortsratsmitglieds Jürgen Hanisch aus Emmelndorf hervor. Betroffene Eltern können diese Entscheidung nicht nachvollziehen und wollen für ein Tempolimit kämpfen.
"Meine Kinder sagen, dass sie auf der Emmelndorfer Straße nicht gerne fahren, aber sie haben keine Wahl", sagt Andrea Hönig. Elf und zwölf Jahre sind ihre Kinder jeweils alt. Sie gehören zu etwa 100 Jungen und Mädchen meist in diesem Alter, die morgens auf dem Weg zum Schulzentrum Hittfeld die Emmelndorfer Straße mit dem Rad entlangfahren und queren, um in den Feldweg Am Heestern abzubiegen.
Die meisten Kinder nützten den kombinierten Fuß- und Radweg auf der östlichen Straßenseite nicht und führen auf der Fahrbahn, hat Jürgen Hanisch beobachtet. Sie vermeiden damit, in einem kaum einsehbaren Scheitelpunkt der Kurve die Fahrbahn queren zu müssen, um in den Weg "Am Heestern abzubiegen."
Mit 70 km/h fahrende Autofahrer und mit dem Rad fahrende Kinder - das passe nicht zusammen, denken betroffene Eltern und Jürgen Hanisch. "Ich weiß nicht, wie die Polizei das verantworten kann", sagt Ivonne Block, Mutter aus Emmelndorf.
Die Untere Verkehrsbehörde beruft sich auf eine Unfallstatistik. Lediglich zwei Wildunfalle hätten sich in den Jahren 2014 bis 2016 an der Emmelndorfer Straße ereignet. Jürgen Hanisch dagegen weiß von zwei zusätzlichen Verkehrsunfällen, die offenbar nicht registriert worden seien. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit der Polizei im September 2017 sei "eine über das normale Maß hinausgehende Gefährdung" der Radfahrer und Fußgänger nicht festgestellt worden, heißt es in der Antwort der Verwaltung.
Auf etwa 450 Metern Länge in Höhe der Großbaustelle für das Bellandris-Matthies-Gartencenter gilt bereits Höchsttempo 50. Auf dem als Schulweg genutzten übrigen Abschnitt dürfen Autofahrer 70 km/h fahren. Die Eltern verstehen nicht, warum auf den übrigen 350 Metern nicht auch die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt werden könne. Niemand habe einen Nachteil dadurch, sagen sie. "Ich male der Behörde auch ein Tempo-50-Schild", bietet Andrea Hönig an.