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Kriminalstatistik: Deutlich weniger Einbrüche im Landkreis Stade

Stellten die Kriminalstatistik vor: Detlef Meyer (li.), Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, und Torsten Oestmann, Leiter der Polizeiinspektion Stade (Foto: lt)
lt. Stade. Sehr zufrieden zeigten sich Detlef Meyer, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, und Torsten Oestmann, Leiter der Polizeiinspektion Stade, jetzt bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018. "Unsere Aufklärungsquote ist mit 64,6 Prozent so hoch wie noch nie und der Stand der Straftaten so niedrig wie seit 30 Jahren nicht", so Torsten Oestmann.
Das liege u.a. an der guten Arbeit der Beamten sowie an verbesserten Rahmenbedingungen. Die Politik habe erkannt, dass der Einbruchdiebstahl ein Delikt sei, dass die Betroffenen extrem persönlich belaste. Verschärfte Strafen und Urteile mit Signalwirkung haben laut Oestmanns Einschätzung dazu beigetragen, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr um rund ein Drittel gesunken sei.
Zudem stünden der Polizei nun bessere technische Ermittlungsmöglichkeiten zur Verfügung und Häuser und Wohnungen seien immer häufiger technisch gut gesichert.
Insgesamt verzeichnete die Polizei im Landkreis Stade im vergangenen Jahr 10.475 Straftaten, das sind 1.054 Taten weniger als 2017. Aufklären konnten die Beamten im vergangenen Jahr insgesamt 6.766 Fälle.
Zugenommen haben dagegen die Sexualstraftaten. Während in 2017 im Landkreis Stade 126 Fälle angezeigt wurden, waren es im vergangenen Jahr 164. Das liege insbesondere an der Verschärfung des Sexualstrafrechts sowie an der gesteigerten Sensibilisierung dafür, Taten auch anzuzeigen, so Torsten Oestmann.
Im Rahmen des neuen Sexualstrafrechts mit dem Grundsatz „Nein heißt Nein“ kommt es für die Strafbarkeit eines Übergriffes nicht mehr darauf an, ob mit Gewalt gedroht oder diese angewendet wurde. Entscheidend ist, dass das Opfer die sexuelle Handlung nicht gewollt hat.
Grundsätzlich gebe es im Landkreis Stade weder ein Kriminalitätsproblem noch spezielle Brennpunkte, so Oestmann.
Mit Besorgnis beobachtet der Polizeidirektor aber die Entwicklung, dass nicht nur Polizeibeamte bei ihrer Arbeit tätlich angegriffen oder beleidigt werden, sondern immer häufiger auch Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. Es gebe hierüber zwar derzeit keine konkreten Zahlen, da die Fälle bislang nicht gesondert erfasst würden, so Oestmann. Dennoch sei das Thema im Fokus und es sei wichtig, dass Betroffene jeden Fall, von der verbalen Beleidigung bis zum körperlichen Angriff, bei der Polizei melden.
Ebenfalls erhöht haben sich die Fälle von Kindern und Jugendlichen, die Raub- und Körperverletzungsdelikte, so genannte Rohheitsdelikte, begehen. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 229 Taten im Vergleich zu 198 Taten im Vorjahr (+ 15,7 Prozent). Verantwortlich für die gestiegenen Zahlen seien vor allem eine geringe Anzahl an "minderjährigen Intensivtätern", die durch eine Vielzahl von Taten, fehlende Einsicht und mangelnde Reue auffallen.
Insgesamt sei die Anzahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen von 671 auf 646 Personen gesunken. Minderjährige Täter stellen einen Anteil von 13,8 Prozent aller Tatverdächtigen. Kinder bis 13 Jahre wurden 2018 in 3,2 Prozent der Fälle als Tatverdächtige ermittelt, in 10,5 Prozent der Fälle waren es Jugendliche bis 17 Jahre. Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) waren für 10,3 Prozent aller Straftaten verantwortlich, 76 Prozent der Tatverdächtigen war älter als 21 Jahre. 76,9 Prozent der Tatverdächtigen waren männlich.
Die Mehrheit der 4.700 ermittelten Tatverdächtigen (73,7 Prozent) ist laut Statistik deutscher Nationalität. Insgesamt 58 Tatverdächtige hielten sich unerlaubt in Deutschland auf.
Statistisch ausgewertet wird seit 2015 auch die Kriminalität im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung. Dies sei aber kein Bereich, dem man besondere Aufmerksamkeit schenken müsste, da der Anteil der von Flüchtlingen begangenen Straftaten mit 5,2 Prozent (546 Taten) vergleichsweise gering liege, so Torsten Oestmann. Häufig handele es sich dabei um Schwarzfahren im Zug oder Körperverletzungen untereinander.

Soziale Netzwerke mit Bedacht nutzen
Die Polizei appelliert an alle Bürger, nicht leichtfertig vermeintliche Hinweise auf mögliche Verbrechen in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Insbesondere auf Facebook kursierten viele Halb- und Unwahrheiten, betont Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Sei es der angebliche Mitschnacker, der im dunklen Lieferwagen unterwegs ist, oder der vermeintliche Vergewaltiger. Grundsätzlich sollte man sich immer erst an die Polizei wenden, anstatt gedankenlos etwas in Netzwerken zu posten. Zumindest sollte man genau überprüfen, woher die Meldung komme und ob die Quelle seriös ist.