Wasserrettung prägte Einsatzgeschehen der Stader Ortswehr / Respektvollerer Umgang gegenüber Einsatzkräften gefordert
Ereignisreiches Jahr für die Feuerwehr

Die Stader Ortswehr muss sich keine Sorgen machen. Der Feuerwehrnachwuchs steht bereit (v.li.): Sebastian Gneuß, Cayethano Gerken, Alexander aus den Erlen und Lucas Thom wurden zu Feuerwehrmännern befördert  Fotos: sc
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sc/jd. Stade. Zu zahlreichen Einsätzen - besonders auch zu Wasser - rückte die Freiwillige Feuerwehr Stade im vergangenen Jahr aus. Auf der Jahreshauptversammlung der Ortswehr berichtete Ortsbrandmeister Stephan Woitera in seinem Rückblick von einem "ereignisreichen Jahr", in dem besonders die geleisteten Wasserrettungen im Gedächtnis geblieben seien.
Insgesamt 621 Mal waren die Freiwilligen der Stader Feuerwehr unterwegs, um Menschen zu helfen und Brände zu löschen. Die Einsatzzahlen hätten sich wieder einmal auf einem hohen Niveau bewegt, so Woitera. Zu großen und kleinen Bränden im Stadtgebiet sowie zu überörtlichen Brandeinsätzen eilten die Stader Retter 242 Mal. Im Bereich der Hilfeleistungen habe es 379 Einsätze gegeben.
Davon waren 31 Einsätze mit Booten oder Tauchern, was eine deutliche Steigerung darstellt. Im Vorjahr waren es nur 19. Vor allem das neue Hilfeleistungslöschboot "Henry Köpcke" habe sich bewährt, so Woitera. Von vier Kreuzfahrtschiffen holten die Stader mit der "Henry Köpcke" erkrankte Personen.
Auch die herausragende Hilfeaktion der Wasserretter am Pfingstsamstag 2019 rief Woitera noch einmal ins Gedächtnis. Während eines Routineeinsatzes der "Henry Köpcke" auf der Elbe kollidierte vor den Augen der Stader Feuerwehr der historische Lotsenschoner "No. 5 Elbe" bei voller Fahrt mit einem Frachter. Dank der schnellen Reaktion der Helfer vor Ort konnten alle 43 Passagiere an Bord unversehrt an Land gebracht werden.
Woitera kritisiert, dass sich weder die Stiftung "Hamburg Maritim" als Eigner des Schoners noch der Förderverein "Freunde des Lotsenschoners" als Betreiber offiziell bei den Einsatzkräften von Feuerwehr und DLRG bedankt hätten. Im Gegenteil: Die DLRG liege mit der Stiftung im Streit wegen der Erstattung ihrer Kosten.
Auch andere negative Erfahrungen machte die Stader Feuerwehr im vergangenen Jahr. Laut Woitera gab es immer mehr Fälle von Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften. In der Silvesternacht wurden die Helfer mit Feuerwerkskörpern beschossen und mussten von der Polizei geschützt werden. Nach einem Verkehrsunfall auf der B73 habe ein aufgebrachter Autofahrer einen Feuerwehrmann absichtlich verletzt.
"Es bleibt nur zu hoffen, dass solch rücksichtsloses Verhalten durch die Justiz geahndet wird", so Woitera. Diese Hoffnung drückten auch die anwesenden Politiker aus. Die Stadt stehe bei diesem Thema zur Feuerwehr, versicherte Stades Bürgermeister Sönke Hartlef. Und für Bernd Pensing, Vorsitzender des Feuerwehr-Ausschusses, sind solche Attacken auf die Feuerwehr und andere Helfer ein "Angriff auf die Gesellschaft" und dürften nicht als Kavaliersdelikt gelten.
Als "Luxusproblem" bezeichnete Stadtbrandmeister Klaus-Daniel Ney den derzeitigen Aufnahmestopp bei der Freiwilligen Feuerwehr. Viele Menschen seien daran interessiert, der Stader Feuerwehr beizutreten, doch es gebe in den Gerätehäusern nicht ausreichend Platz, sodass die bestehende Warteliste nicht abgearbeitet werden könne. Momentan könne man nur Nachwuchs aus den eigenen Reihen sowie ausgebildete Feuerwehrleute aufnehmen. "Da muss etwas passieren", sagt Ney in Richtung Politik. Eine wachsende Stadt brauche eine wachsende Feuerwehr.

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