Landrat Seefried fordert Aufklärung
Heftige Überflutung im Alten Land: Sperrwerk blieb offen

Symbolfoto: In der Nacht kam es in Lühe-Nähe zu Überflutungen. Das Sperrwerk wurde nicht geschlossen
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Dutzendfach musset die Feuerwehr in der Samtgemeinde Lühe in der Nacht zu Samstag zu Hochwasser-Einsätzen ausrücken. Stades Landrat Kai Seefried verlangt Aufklärung:  Weil die Tore des Lühe-Sperrwerks offen blieben, ist der Fluss über die Ufer getreten. Höfe und Keller wurden überflutet, die Feuerwehr war über Stunden im Dauereinsatz.

Lüheflut: Viele offene Fragen und auch Frust

Der Landrat hat deshalb am Sonnabendmorgen Kontakt zum zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aufgenommen und Aufklärung verlangt. Der Chef der Kreisverwaltung regt zudem eine technische Aufrüstung des Sperrwerks an.

Die Elbe hatte in den frühen Morgenstunden einen Pegelstand von rund einem Meter über dem mittleren Tide-Hochwasser. Windböen drückten das Elbwasser in die Lühe-Mündung. Normalerweise hätten jetzt die Tore des Lühe-Sperrwerks routinemäßig geschlossen werden müssen. Doch offenbar kam es bei der Meldekette des NLWKN zu einem technischen Problem.

Lühe-Hochwasser: Geschädigte sollen sich melden

Gegen 2.20 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Stade den ersten Alarm für die Freiwilligen Feuerwehren im Alten Land: Ein Wohnmobilstellplatz in Jork-Borstel stand unter Wasser. Zahlreiche weitere Einsätze folgten, vor allem auf dem Gebiet der Samtgemeinde Lühe. Gärten, Höfe und Keller wurden überflutet. Einige Gebäude mussten von den Feuerwehrleuten mit Sandsäcken geschützt werden. Bootsanleger wurden aus der Verankerung gerissen – die Einsatzkräfte konnten verhindern, dass die Boote unkontrolliert auf die Lühe trieben. Die Höhe der entstandenen Sachschäden ist noch nicht absehbar.

Landrat Kai Seefried verfolgt das Einsatzgeschehen seit den frühen Morgenstunden. Er hat bereits Gespräche mit regionalen Verantwortlichen beim NLWKN geführt. „Ich bin entsetzt, dass offenbar eine technische Panne bei der Meldekette zu dieser Schadenlage geführt hat, die eindeutig hätte verhindert werden können. Das Sperrwerk hätte umgehend geschlossen werden müssen. Ich habe gegenüber dem NLWKN zum Ausdruck gebracht, dass ich eine schnelle und umfassende Aufklärung erwarte“, sagt Seefried. Der Landrat geht davon aus, dass das NLWKN die Betroffenen in Kürze darüber informieren wird, wo sie ihre Schäden melden können und dass eine reibungslose und unbürokratische Abwicklung erfolgt.

Als Konsequenz aus den Ereignissen der vergangenen Nacht müsse zudem geprüft werden, ob eine technische Aufrüstung des Sperrwerks möglich ist. „Optimal wäre, wenn die Sperrwerkstore bei kritischen Pegelständen automatisch schließen würden“, sagt der Landrat.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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