Polizeiliche Kriminalitätsstatistik zeigt steigende Delikte
Hohe Aufklärungsquote im Landkreis Stade

Rainer Bohmbach und Detlef Meyer sehen die Zahlen der Statistik durchaus als positiv an
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jab. Stade. Eine relativ niedrige Fallzahl sowie ein hohes Niveau der Aufklärungsquote: Das ist das Ergebnis der polizeilichen Kriminalstatistik 2019 für den Landkreis Stade, die Inspektionsleiter Kriminaloberrat Detlef Meyer und der Sprecher der Polizeiinspektion Stade, Rainer Bohmbach, kürzlich präsentierten. Ein Ergebnis, das beide zufrieden stimmt.

"Die Bürger des Landkreises Stade leben in einer sicheren Region", so Meyer. Auf 100.000 Einwohner bezogen gibt es im Landkreis 5.860 Straftaten. Niedersachsenweit liegt diese Zahl bei 6.346. Zwar sei die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten um 440 Taten auf 10.860 Delikte gestiegen - davon 5.656 im Stader Bereich und 5.204 im Buxtehuder Bereich -, so Meyer, dennoch seien auch 7.043 Fälle aufgeklärt worden. Das sind 277 Fälle mehr als im Vorjahr. Das ergebe eine Aufklärungsquote von 64,53 Prozent für das Jahr 2019. Daran möchte die Polizei auch im Jahr 2020 anknüpfen.

Relativ gleichbleibend sind die Zahlen bei den Tötungsdelikten mit acht Taten. Besonders im Gedächtnis geblieben ist hier die Messerattacke in Fredenbeck, als ein Flüchtling einen Mitbewohner tötete. Aber auch der Mord in Großenwörden, bei dem ein Mann seine Frau getötet und anschließend im Gewächshaus vergraben hatte, sorgte bundesweit für Aufsehen.

Bei den Sexualverbrechen mit 167 Straftaten sowie bei den Körperverletzungen mit 1.756 Taten blieben die Zahlen ebenfalls konstant. Auffallend hier sei aber, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeibeamte stetig steige, so der Kriminaloberrat. 2019 gab es 78 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte mit 198 Geschädigten, zum Vergleich gab es im Jahr 2018 64 Fällle mit 147 Geschädigten - ein Anstieg von 21,88 Prozent.

Zu den Taten zählten Beleidigungen, Schläge und Tritte. Laut Bohmbach habe es dabei aber keine schweren Verletzungen der Beamten im Landkreis gegeben. Das Problem der Respektlosigkeit gegenüber der Polizei und den Rettungskräften sei überall bekannt. Daher organisiere man verstärkt Präventionsveranstaltungen. Dies könnte auch der Grund sein, dass mehr Fälle bekannt werden. "Wir halten unsere Mitarbeiter dazu an, Angriffe zur Anzeige zu bringen", so Bohmbach.

Auch bei den Diebstählen und beim Einbruch ist ein Anstieg um 10,9 Prozent zu verzeichnen. 3.748 Taten sind registriert worden. Dabei stechen vor allem die Kellereinbrüche hervor. Hier stiegen die Zahlen um rund 300 Prozent. Die Fälle schweren Diebstahls im Bereich von Kraftfahrzeugen ist um rund 50 Prozent gestiegen. Meyer und Bohmbach gehen davon aus, dass es sich in beiden Bereichen vor allem um Beschaffungskriminalität durch Einzeltäter handele, die meist Serieneinbrüche vornehmen. Eine positive Zahl konnte aber bei den Wohnungseinbrüchen verkündet werden. Hier ist ein Rückgang von rund 30 Prozent zu verzeichnen gewesen. Dafür macht Bohmbach die bessere Aufklärung und Sicherung verantwortlich. "Die Polizei wird zudem nicht müde, immer wieder auf Präventionsmaßnahmen und ihr Beratungsangebot aufmerksam zu machen", so Bohmbach.

Eine Umstrukturierung gebe es bei den Ermittlungen im Bereich der Clankriminalität, so Meyer. Denn diese sei vermehrt in den Fokus gerückt, ergänzt Bohmbach. Nähere Informationen wolle er allerdings noch nicht preisgeben.

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Jaana Bollmann aus Stade

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