Vorsitzender des Segelschiff-Betreibervereins will DLRG-Kritik nicht wahrhaben
Lotsenschoner-Havarie - DRLG bleibt dabei: Es gab kein richtiges Dankeschön

Ehrenamtliche der DLRG waren maßgeblich daran beteiligt, Menschen von Bord des havarierten Lotsenschoners zu retten
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Für ihn ist die Sache eigentlich längst abgeschlossen: "Ich möchte von diesen beiden Vereinen nichts mehr hören und hoffe, dass wir auch keines von deren Schiffen mehr retten müssen." Schaarschmidts Unmut ist verständlich: Die Stader DLRG war monatelang auf den Kosten für die Rettungsaktion sitzengeblieben, musste geradezu hinter dem Geld herlaufen.

Dass Schaarschmidt das leidige Thema noch nicht endgültig abhaken konnte, liegt an einer E-Mail, die vor Kurzem bei ihm einging. Darin beklagt sich der Vorsitzende des Lotsenschoner-Betreibervereins, Olaf Riegel, über die Berichterstattung im WOCHENBLATT zur DRLG-Jahreshauptversammlung vor ein paar Wochen. Das WOCHENBLATT hatte Schaarschmidts Kritik am Verhalten des Betreibervereins und des Eigners wiedergegeben. "Bis heute kein 'Danke'", hatte das WOCHENBLATT getitelt.

Dagegen behauptet Riegel, der bei der Havarie im Juni 2019 selbst mit an Bord des Lotsenschoners war, er habe gleich nach der Rettungsaktion seinen Dank ausgesprochen, und zwar gegenüber dem "Rettungsleiter - mehrmals, mit der Bitte um Weiterleitung an alle". Dieser Dank sei offenbar, so Riegels indirekter Vorwurf, "in der Hektik der großen Rettungsaktion" nicht an alle beteiligten Helfer weitergeleitet worden. "Auch die Stiftung Hamburg Maritim hat sich direkt bei Ihnen als Vorsitzendem der DLRG Stade bedankt", hält Riegel Schaarschmidt vor.

"Das war doch kein Dankesbrief", empört sich der Stader DLRG-Chef. Die Stiftung habe nur auf ein Schreiben der DRLG geantwortet, die im Oktober 2019 nach Monaten des Wartens die Erstattung der Kosten angemahnt hatte. Der eine Satz, in dem das Wort "bedanken" gefallen sei, stelle nicht mehr als eine formelle Höflichkeitsfloskel dar, so Schaarschmidt. "Das war nicht viel mehr als eine Empfangsbestätigung für unser Erinnerungsschreiben."

Im Übrigen habe er mit Riegel nie zuvor Kontakt gehabt und niemand von der Einsatzleitung könne sich an irgendwelche Dankesworte am Tag des Geschehens erinnern, so Schaarschmidt. Dabei wäre es doch eine Sache des Anstands gewesen, dass man den beteiligten Rettungsorganisationen ein freundlich verfasstes Dankesschreiben zuschickt, sobald sich der erste Schreck gelegt hat, meint Schaarschmidt. Zumal es dem schnellen Eingreifen der Retter zu verdanken gewesen sei, dass der Lotsenschoner nicht mit 43 Menschen an Bord mitten auf der Elbe gesunken ist.

Für Schaarschmidt stellt das Verhalten der Stiftung und jetzt auch Riegels Reaktion "eine Unverschämtheit" dar. Riegel hatte sich beklagt, dass die im WOCHENBLATT abgedruckte Kritik seitens der DLRG der "Reputation der ganzen historischen Flotte" in Norddeutschland schade. Im Gegenteil, meint Schaarschmidt: "Die Stiftung und der Betreiberverein haben sich mit ihrem beschämenden Verhalten selbst geschadet."
Bekanntlich bringt einen Norddeutschen so schnell nichts in Rage. Wenn aber doch, dann hat es einen guten Grund. Dass Christian Schaarschmidt sich ärgert, ist nur allzu verständlich.

Auf das Angebot des WOCHENBLATT, in einem Telefonat ausführlich seine Sicht der Dinge darzulegen, ist Olaf Riegel übrigens nicht eingegangen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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