Corona-Hilfe abgezockt
Stader ergattert 50.000 Euro durch Soforthilfe-Programme

Das Amts- und Landgericht in Stade
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wei. Stade. Der 40-jährige Hauptangeklagte G. und sein 51-jähriger mutmaßlicher Komplize K. standen am Montag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Stade. In Handschellen wurde G. in den Saal geführt. K. ist dagegen auf freiem Fuß und kam verspätet mit der Bahn an. Dem Hauptangeklagten wird vorgeworfen, durch Betrug einen fünfstelligen Betrag aus den Corona-Soforthilfe-Programmen erhalten zu haben. Dazu machte er bewusst falsche Angaben. K. stellte dafür seine Ausweisbilder zur Verfügung.
Die beiden Männer haben sich den unbürokratischen Weg des Staates, Hilfe in der Krise zu leisten, zu Nutze gemacht und in der Anfangszeit der Corona-Pandemie versucht, durch die Soforthilfe-Programme an Geld heranzukommen.

Im Zeitraum vom 29. März bis zum 1. Mai haben die beiden Angeklagten es in acht Fällen versucht. Nicht immer habe das jedoch funktioniert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 40-jährige Stader so an eine Summe von 50.000 Euro kam.

Der Hauptangeklagte gab sich unter anderem als Selbstständiger aus, dessen Unternehmen zunächst einen Umsatz im siebenstelligen Bereich erzielte, der nun durch die Corona-Pandemie bei null liege. Erfolg hatte G. bei der Niedersächsischen Investitions- und Förderbank "NBank" von der er 15.000 Euro und über die Daten von K. noch einmal 20.000 Euro überwiesen bekam.

Auch bei der Bezirksregierung Düsseldorf hatte G. Erfolg. Dort gab der Angeklagte an, ein Geschäft mit zehn Mitarbeitern zu betreiben. Die NRW-Soforthilfe überwies daraufhin 15.000 Euro. Eine weitere Bank überwies zunächst 15.000 Euro, weil der Angeklagte mit einem Gewerbe in Stuttgart mit neun Mitarbeitern einen Hilfsantrag gestellt hatte. Die Summe wurde aber wieder zurücküberwiesen.

Angeklagt wurden G. und K. wegen Betruges in mehreren Fällen. Der Hauptangeklagte sitzt in Bremervörde in Untersuchungshaft. Am ersten Verhandlungstag kam es nur zu der Verlesung der Anklageschrift, mit einem anschließenden nicht öffentlichen Gespräch der Prozessbeteiligten. Für den Fortgang sind insgesamt fünf Verhandlungstage festgelegt.

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