Überfall auf Flüchtlingsunterkunft: Polizei geht nicht von Fremdenfeindlichkeit aus

In der Flüchtlingsunterkunft im Bliedersdorfer Ortsteil Postmoor leben derzeit 24 Menschen. Unbekannte 
verletzten in der vergangenen Wochen einen Bewohner mit einem Messer
  • In der Flüchtlingsunterkunft im Bliedersdorfer Ortsteil Postmoor leben derzeit 24 Menschen. Unbekannte
    verletzten in der vergangenen Wochen einen Bewohner mit einem Messer
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Bliedersdorf. Die Gerüchteküche brodelt nach dem Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft im Bliedersdorfer Ortsteil Postmoor, bei dem eine der Polizei bislang unbekannte Personengruppe in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Steine gegen das Haus geworfen hat, in das Gebäude eingedrungen ist und anschließend einen der Bewohner (32) mit einem Messer leicht verletzt hat (das WOCHENBLATT berichtete).
Bei vielen schrillten sofort die Alarmglocken, weil sie einen rechtsradikalen Hintergrund vermuteten. Polizeisprecher Rainer Bohmbach sagt auf WOCHENBLATT-Nachfrage allerdings, dass nicht von einem fremdenfeindlichen Angriff ausgegangen werde. Die Polizei ermittle in alle Richtungen wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Bedrohung.
Nach WOCHENBLATT-Informationen ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Vorfall um eine interne Auseinandersetzung zwischen einem Teil der Bewohner und der unbekannten Personengruppe handeln könnte. Die Betroffenen hüllen sich offenbar in Schweigen. Das Angebot, in eine andere Unterkunft umzuziehen, haben die Bewohner angeblich abgelehnt.
Aktuell leben in der Flüchtlingsunterkunft laut Horneburgs Fachbereichsleiter Knut Willenbockel insgesamt 24 Personen mit afrikanischen, syrischen und afghanischen Wurzeln. Das Gebäude, das seit August 2016 von der Samtgemeinde für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt wird, ist damit voll belegt. Bislang habe es bis auf einen schnell wieder geschlichteten Streit um die Zimmerbelegung keinerlei Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften der Samtgemeinde gegeben, so Willenbockel. Insgesamt leben derzeit rund 250 Geflüchtete in verschiedenen Unterkünften in allen Horneburger Mitgliedsgemeinden.
• Bei der Tätergruppe soll es sich laut Polizei um vier bis sieben männliche Personen handeln, zwei wurden als blond beschrieben, eine weitere Person soll kräftig gebaut und dunkelhäutig gewesen sein. Der Täter mit dem Messer soll ca. 185 cm groß und kräftig gewesen sein. Er hatte kurze Haare und war am rechten Arm tätowiert.
Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeistation Horneburg unter Tel.: 04163 - 826490 zu melden.

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