Brandstiftung aus Langeweile?
Zwischen Stade und Buxtehude sind mehrere Feuerteufel unterwegs

In Stade wurden bereits mehr als ein Dutzend Parkbänke 
abgefackelt
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tk. Stade. Zurzeit sind im Landkreis Stade offenbar in mehreren Städten und Gemeinden Brandstifter unterwegs, die mit ihrem kriminellen Tun für Schrecken und vor allem auch für hohen Sachschaden sorgen. Allein in Stade sind in den vergangenen Wochen mehr als ein Dutzend Parkbänke abgefackelt worden. Und in Buxtehude brannte vor Kurzem ein Auto unter einem Carport aus und die Flammen griffen auf das Dachgeschoss des Wohnhauses über. Schaden nach Einschätzung der Polizei: rund 300.000 Euro. "Wir können Brandstiftung nicht ausschließen, die Ermittlungen dauern aber noch an", sagt Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Drei Feuer an einem Wochenende

Ein Überblick über die zurückliegenden Feuer: Am vergangenen Samstag brannten in Stade an der B73 Garagen aus. Schaden: 15.000 Euro. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei. 
In der Nacht zu Sonntag, 24. Mai, wurden in Horneburg zwei Altkleidercontainer angezündet. In derselben Nacht brannte auch das Carport in Buxtehude nieder.

Fast 20 Parkbänke fielen Brandstifter seit 2019 zum Opfer

Am Sonntag, 3. Mai, brannten in Buxtehude ein Abfallcontainer und eine Mülltonne kurz hintereinander. In dieser Nacht schlug auch der Parkbank-Feuerteufel in Stade erneut zu: Von Juni 2019 bis heute sind fast zwanzig Bänke in der Schwingestadt abgefackelt worden und der Schaden geht in die Tausende. "Das ist extrem ärgerlich", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Am 31. März brannte ein VW Bus in Stade aus. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde ein Reifen angezündet.

Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach appelliert an die Wachsamkeit der Menschen: "Um Brandstifter zu überführen, sind wir auf Zeugen angewiesen."

"Fällt schon auf, dass es häufiger bestimmte Ecken trifft"

Dass Feuerteufel bei der Feuerwehr sehr unbeliebte Zeitgenossen sind, versteht sich von selbst. Buxtehudes Stadtbrandmeister Horst Meyer fallen noch weitere Fälle auf, bei denen Brandstiftung erwiesen oder zumindest sehr wahrscheinlich ist. "Uns fällt schon auf, dass es häufiger in bestimmten Ecken brennt", sagt er. "Wir sind wachsam", fügt er hinzu.

Das Thema Brandstiftung werde auf Führungsebene der Feuerwehren immer wieder intensiv diskutiert. Horst Meyer fährt als Buxtehuder Feuerwehrchef eigentlich nicht nachts raus, wenn irgendwo im Stadtsüden ein Papierkorb brennt. "Inzwischen mache ich das schon", sagt er dem WOCHENBLATT. "Ich möchte mir vor Ort selbst ein Bild machen."

Corona als Brandbeschleuniger

Was nur eine Vermutung ist, die nicht belegbar sei: Corona könnte als eine Art innerer Brandbeschleuniger bei einigen wirken. Meist seien es junge Leute, die gelangweilt sind und nachts umherziehen, die für die klassischen Mülltonnen- und Altpapiercontainer-Feuer verantwortlich seien. "Zurzeit können die nirgendwo hin und feiern", sagt Horst Meyer. Wenn Frust darüber auf Langeweile und Alkohol trifft, könnte das ein mögliches Motiv sein.

Für die Staatsanwaltschaft Stade ist Vandalismus von Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Hauptmotiv bei Brandstiftungen, erklärt Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas.

Aus einem kleinen Feuer kann schnell ein Großes werden

Wobei - und das darf nie in den Hintergrund treten - aus einem kleinen Mülltonnenbrand schnell ein verheerendes Feuer werden kann. Als das Buxtehuder Carport kürzlich niederbrannte und die Flammen auf das Haus übergriffen, war die Bewohnerin nichts ahnend von der herannahenden Katastrophe zu Hause. Dieses Unglück hätte daher auch sehr viel schlimmer enden können.

In Stade wurden bereits mehr als ein Dutzend Parkbänke 
abgefackelt
Auch der VW Bus wurde 
vermutlich angezündet
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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