Ampel-Total-Ausfall in Stade: Freund und Helfer, wo warst du?

Die Ampel an der B73/B74 war rund zwei Stunden außer Betrieb. Bei den Behörden verließ man sich darauf, dass die Beschilderung zur Verkehrsregelung reichte   Fotos: tp
  • Die Ampel an der B73/B74 war rund zwei Stunden außer Betrieb. Bei den Behörden verließ man sich darauf, dass die Beschilderung zur Verkehrsregelung reichte Fotos: tp
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Risiko-Kreuzung B73/B74 : Polizei lässt Verkehrsteilnehmer im Stich

tp. Stade. Orientierungslosigkeit, Hektik und Angst vor Unfällen bestimmte die Verkehrslage am Mittwochvormittag an der stark frequentierten Bundesstraßenkreuzung B73/B74 im Südwesten der Kreisstadt Stade. Wegen eines Stromausfalls fiel die Ampel rund zwei Stunden total aus. Die Verkehrsteilnehmer waren - trotz zahlreicher gefährlicher Situationen, die glücklicherweise glimpflich ausgingen - auf sich allein gestellt. Die Polizei sah sich personell nicht in der Lage, den Verkehr zu regeln.

Kein Einzelfall: Bereits im Mai 2016 beschwerten sich Passanten bei einem ähnlichen Ampeldefekt an der Risiko-Kreuzung über das Verhalten der Ordnungshüter. Zwei Polizisten waren vor Ort, doch statt die Verkehrsteilnehmer sofort zu unterstützen, parkte das "Freund und Helfer"-Duo mit dem Bus zwischen Büschen und beobachtete passiv das Geschehen.
Zum aktuellen Fall erklärt Stades Polizeisprecher André Janz: "So leid es uns tut - es ließ sich nicht anders regeln."

Grund sei die knappe Besetzung des Frühdienstes mit zwei Streifenwagen mit je zwei Beamten. Um den Verkehr verlässlich zu regeln, hätte man sämtliche vier Mitarbeiter abziehen müssen, sodass der Streifendienst für keine weiteren Notfälle zur Verfügung gestenden hätte. Von der Option, mit einer gewissen Zeitverzögerung weitere Kräfte aus der Bereitschaft zu alarmeieren, habe man abgesehen.

Allerdings hätten zwischendurch Streifenbeamte vor Ort die Lage in Augenschein genommen und sich davon überzeugt, "dass es lief". Janz beruft sich überdies auf die Vorfahrtsbeschilderung, die bei einem Ampelausfall den Verkehr regeln soll.

Auch bei der Landesstraßenbaubehörde in Stade hatte man Kenntnis von dem Zwischenfall: Maren Quast, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereiches, verweist auf das in der Straßenverkehrsordnung verankerte Gebot zur gegenseitigen Rücksichtnahme und einer der Situation angepassten Fahrweise.

Angesichts der besonderen Verkehrslage, die an einer viel befahrenen Bundesstraßenkreuzung herrscht, fühlten sich wahrscheinlich nicht wenige Autofahrer von den Behörden im Stich gelassen.

Am Donnerstag gaben die Stadtwerke bekannt, dass ein Kurzschluss an einer Trafo-Station an der Haddorfer Hauptstraße Ursache für die Ampel-Panne war. Auch in Buxtehude fiel um 8.15 Uhr wegen einer defekten Sicherung im Ortsnetz rund um den Stadtgraben der Strom aus.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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