Ausgeträumt: Bliedersdorf hat keinen Supermarkt mehr

Vor einem Jahr glaubten der frühere "nah & frisch"-Betreiber Günter Augustin (li.) und Nachfolger Frank-Paul Ratje noch an ein Happy End für den "Tante-Emma-Laden" in Bliedersdorf
  • Vor einem Jahr glaubten der frühere "nah & frisch"-Betreiber Günter Augustin (li.) und Nachfolger Frank-Paul Ratje noch an ein Happy End für den "Tante-Emma-Laden" in Bliedersdorf
  • Foto: archiv
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Bliedersdorf. Das ist ein schwerer Schlag für das Dorf: Nach nur einem Jahr begräbt "nah & frisch"-Betreiber Frank-Paul Ratje seinen Traum vom "Tante-Emma"-Laden. Seit gestern ist der kleine Supermarkt geschlossen.
"Leider haben nicht genug Leute bei uns eingekauft", sagt Ratje. Ihm sei bewusst, dass auch er Fehler gemacht habe und nicht einfach seinen Vorgänger - Dorf-Urgestein Günter Augustin - ersetzen konnte. Gleichwohl hätte er sich mehr Zuspruch und Unterstützung von den Dorfbewohnern gewünscht.
Ihm tue es vor allem um die vielen älteren Leute leid, die auf die Einkaufsmöglichkeit angewiesen sind. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Kindern wird Ratje sich nun neu orientieren. Er habe schon etwas in Aussicht und werde auch weiterhin den Partyverleih in Bliedersdorf - allerdings ohne Getränke - betreiben. "Irgendwie muss der Schuldenberg ja abgestottert werden", so Ratje.
Günter Augustin habe erst vor rund vier Wochen davon erfahren, dass Ratje nicht weitermachen wird. Er und seine Frau Kathi, die seit 1988 tagein tagaus im Laden standen, hängen noch immer an dem 1909 eröffneten Supermarkt und sind sehr enttäuscht, dass die Ladenübergabe nicht funktioniert hat.
Das Geschäft steht nun zur Vermietung. Familie Augustin hofft, dass eine Bäckerei-Filiale oder ein Kiosk in die Räume einzieht, damit den Dorfbewohnern wenigstens ein kleines Lebensmittelangebot erhalten bleibt.
Bliedersdorfs Bürgermeister Rainer Schulz betont, dass der Rat sich bemüht habe, den "nah & frisch"-Betreibern zu helfen. Es handele sich aber um eine wirtschaftliche Angelegenheit, auf die die Lokalpolitik keinen Einfluss habe. Es habe einfach nicht gepasst und das sei sehr schade, so Schulz. "Wahrscheinlich ist das der Lauf der Zeit".

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