Intensivstationen im Landkreis Stade ausgelastet?
Belegung der Intensivbetten: Elbe Kliniken warnen vor Panikmache in sozialen Netzwerken

Dieser Screenshot zeigt den Auslastungsgrad der Intensivstationen im Landkreis Stade. Diese Zahlen ohne jegliche 
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jd. Stade. In vielen Regionen ist die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Immer wieder wird in den Medien die Befürchtung thematisiert, dass die Krankenhäuser von dieser zweiten Corona-Welle überrollt werden und deren Behandlungskapazitäten nicht mehr ausreichen. Was andernorts vielleicht zutreffen mag, gilt für den Landkreis Stade derzeit jedenfalls nicht. Für alle Corona-Kranken, die in den Elbe Kliniken stationär aufgenommen wurden, war die medizinische Versorgung jederzeit gewährleistet. Allerdings kursierten in den sozialen Medien vor Kurzem Behauptungen, dass die Kapazitäten auf den Intensivstationen ausgeschöpft seien. Dieser Art von Panikmache widersprechen die Elbe Kliniken.

Über das sogenannte DIVI-Intensivregister (www.divi.de) ist für jeden öffentlich einsehbar, wie sich die aktuelle Auslastung der Intensivkapazitäten auf Landkreis- bzw. Landesebene gestaltet. Screen-shots von dieser DIVI-Internetseite zu den Zahlen im Landkreis Stade werden nur allzu gern in örtlichen Facebook-Gruppen veröffentlicht und verbreiten dort unter den oftmals mehreren Tausend Mitgliedern Ängste und Sorgen.

Tatsächlich wirken diese Zahlen auf den ersten Blick besorgniserregend, wenn etwa der Anteil der freien Intensivbetten mit unter zehn Prozent angegeben wird. Doch diese Angaben haben nur eine beschränkte Aussagekraft in Bezug auf die tatsächlichen Möglichkeiten, schwer erkrankte COVID-19-Patienten intensivmedizinisch zu versorgen.

Dazu erklärt Dr. Sebastian Philipp, Ärztlicher Direktor des Elbe Klinikums Stade und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin: "In die Zahlen im DIVI-Intensivregister fließen viele Faktoren ein, deren Kenntnis für eine Beurteilung notwendig ist." Das Register habe unter anderem die Aufgabe, gegebenenfalls auf die bessere Verteilung von Patienten zwischen den Kliniken hinzuweisen. "Derzeit bedeutet eine angezeigte Volllast im Intensivregister bei uns lediglich, dass wir primär keine Patienten aus anderen Krankenhäusern übernehmen", erläutert der Chefarzt.

In der Regel betreiben die Elbe Kliniken in Stade 20 bis 24 und in Buxtehude sechs bis acht Betten auf den Intensivstationen. Müssen mehr Patienten intensivmedizinisch versorgt werden, werde die Anzahl der Intensivplätze insbesondere durch zusätzliche Personalreserven erhöht, so Philipp.

"Die Auslastung der Intensivstationen ist derzeit auch jahreszeitlich bedingt ausgesprochen hoch", sagt der Mediziner. Das habe aber bisher nicht zu einer eingeschränkten Versorgung von Patienten geführt. Wichtig sei vor allem, dass jederzeit die Möglichkeit einer Erweiterung der Kapazitäten in Spitzenzeiten bestehe - nicht nur in Hinblick auf Corona. "Natürlich ist eine Ausweitung insbesondere personell nicht unendlich möglich", so Philipp. Doch ein Krankenhaus dieser Größe arbeite stets mit abgestuften Notfallszenarien.
Die Anzahl der COVID-19-Patienten in den Elbe Kliniken hat sich nach einem Anstieg in den Vorwochen stabilisiert. Aktuell behandeln die Elbe Kliniken insgesamt 13 COVID-19-Patienten (Stand Donnerstag). Davon liegt einer auf der Intensivstation.

Nach Auskunft des Medizinischen Direktors der Elbe Kliniken, Dr. Dietmar Wietholt, besteht für Patienten derzeit kein Grund zur Sorge. "Auch wenn die Arbeitsbelastung des Personals im Moment sicherlich hoch ist, wird seitens der Mitarbeiter alles getan, um auch weiterhin alle Patienten bestmöglich zu versorgen."

Erneuter Corona-Ausbruch im Stader Johannisheim
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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