Nur noch 39 öffentliche Fernsprecher in der Region
Bermuda-Dreieck der Telefonzellen

Eine Telefonzelle 2.0 in der Stader Fußgängerzone: So sehen die Nachfolger der klassischen Fernsprechkabinen aus  Foto: jd
  • Eine Telefonzelle 2.0 in der Stader Fußgängerzone: So sehen die Nachfolger der klassischen Fernsprechkabinen aus Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). In Deutschland kommen auf jeden Einwohner rein statistisch 1,6 SIM-Karten für Handys. Auf der anderen Seite nimmt die Dichte der Telefonzellen immer mehr ab. In der vergangenen Samstags-Ausgabe berichtete das WOCHENBLATT über den rapiden Schwund der öffentlichen Fernsprecher gerade in den vergangenen Jahren - verbunden mit dem Aufruf, Telefone zu melden, damit wir die Standorte in der Region veröffentlichen können. Das Ergebnis: Im gesamten Landkreis Stade gibt es nach unseren Zählungen nur noch 15 Telefonzellen oder -säulen. Etwas mehr sind es im Landkreis Harburg. Dort wurden 24 Apparate gezählt. Die Angaben sind natürlich ohne Gewähr. Bei dem rasanten Tempo, das die Telekom beim Abbau von Telefonzellen an den Tag legt, weiß man nie, ob es den einen oder anderen Standort in der kommenden Woche noch gibt.

Der Leseraufruf hatte seinen guten Grund. Wie berichtet, weigert sich die Telekom, die Standorte einzelner Zellen zu nennen. Nicht einmal die bloße Anzahl in beiden Landkreisen will man preisgeben. Was ein selbstverständlicher Kundenservice sein sollte, wird von der Telekom offenbar als Betriebsgeheimnis behandelt. Auf einfache Weise in Erfahrung zu bringen, wo eine Telefonzelle steht, war also nicht möglich. Selbst im Internet, sonst unerschöpflicher Quell des Wissens, fanden sich auf Anhieb keine konkreten Angaben. Einen wertvollen Tipp gab jetzt ein WOCHENBLATT-Leser.

Der verwies auf eine Karte der Open Source - Community. Unter der Adresse www.flosm.de findet sich eine auf dem freien Kartenmaterial von Open Street Map basierende Karte mit Standorten von Telefonzellen. Die Angaben scheinen recht aktuell zu sein. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird natürlich nicht erhoben.
Auf den ersten Blick ist bereits zu erkennen: Das Elbe-Weser-Dreieck ist geradezu das Bermuda-Dreieck der Telefonzellen. Zwischen Buxtehude und Bremervörde gibt es keinen einzigen Fernsprechapparat mehr. Die einzige Telefonzelle auf der Stader Geest soll sich in Mulsum befinden. Das Gleiche gilt für Kehdingen. Wer Stade Richtung Nordwesten verlässt, begibt sich in ein Telefonzellen-freies Gebiet. Ähnlich ist die Situation in der Nordheide. Auch dort kann die Telekom in weiten Bereich Vollzug melden: Alle Zellen restlos entfernt.

Einzig die Stader Altstadt ist ein wahrer Telefonzellen-Hotspot. Dort stehen die Apparate zum Teil sogar in Sichtweite voneinander entfernt. Die Hansestadt führt mit neun Standorten die Rangliste an, gefolgt von Buchholz (7), Buxtehude (3) und Winsen (2). Laut Statistik steht bundesweit für rund 4.700 Bürger eine Telefonzelle bereit. In den Landkreisen Stade und Harburg ist diese Relation mit 1 zu 13.300 bzw. 1 zu 10.400 deutlich schlechter.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte eine Leserin: Die Dame hatte im Buxtehuder Telekom-Shop eine Guthabenkarte für den öffentlichen Fernsprecher erworben. Nach ihren Angaben sollen ihr dort drei Standorte von Telefonzellen genannt worden sein. Die hat sie aber allesamt nicht gefunden. Kein Wunder: Laut Karte gibt es die Apparate nicht mehr. 

Das sind die Telefonzellenstandorte im Landkreis Stade (Angaben ohne Gewähr):

Buxtehude, Am Geesttor/Zwischen den Brücken
Buxtehude, am Bahnhof
Buxtehude, Eingang Elbe Klinikum
Jork, Marktplatz Altländer Markt
Jork, Westerjork (gegenüber der Tankstelle)
Mulsum, Höchststadt
Stade, Grünendeicher Straße (neben “Alvi”)
Stade, Kehdinger Straße (vor Kaufland)
Stade, Fischmarkt
Stade, Pferdemarkt
Stade, Holzstraße
Stade, Bahnhofstraße (gegenüber Bäckerei)
Stade, am Bahnhof
Stade, Hospitalstraße (am Parkplatz)
Stade, Bremervörder Straße/Am Hohen Felde

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