Die Situation in den Landkreisen
Corona ist noch nicht vorbei:

Es erkranken immer noch viele am Coronavirus
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(sv/lm). Schon seit Monaten werden die Stimmen lauter, die eine Rückkehr zur Normalität fordern - jetzt scheint der Moment gekommen:Die Inzidenzen sinken, die Maskenpflicht im Einzelhandel ist gefallen und mit der aktuellen Ukraine-Krise rückt die Corona-Pandemie allmählich in den Hintergrund. Dennoch veröffentlichen die Landkreise Stade und Harburg weiterhin regelmäßig die Corona-Zahlen. Der Landkreis Stade täglich und der Landkreis Harburg nur noch einmal wöchentlich.

Das WOCHENBLATT hat nachgefragt, wie die Landkreise die Corona-Situation in der Region einschätzen.

Weiterhin Vorsicht geboten

Der Landkreis Stade weist trotz rückläufiger Inzidenzwerte immer noch hohe Fallzahlen auf. Daher könne nicht von einer Entspannung gesprochen werden, so Kreissprecherin Nina Dede, vielmehr sei weiterhin Vorsicht geboten. "Todesfälle wird es voraussichtlich immer wieder im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen geben. Hier sind die hauptbetroffenen Personen im höheren Alter, da mit steigendem Alter auch die Erkrankungen zunehmen."

Im Vergleich zu den bundesweiten Corona-Todesfällen pro 100.000 Einwohnern würden die Werte im Landkreis aber deutlich niedriger liegen. Meldet der Landkreis zudem mehrere Todesfälle an einem Tag, wie vergangene Woche, dürfe man nicht daraus schließen, dass alle am selben Tag verstorben sind. "Hier ergibt sich nur eine Häufung von Todesfällen", so Dede. "Es kommt aus unterschiedlichen Gründen zu Meldungsverzögerungen."

Verzug bei den Corona-Zahlen

Aktuell ermittelt der Landkreis Stade montags bis freitags die Corona-Zahlen, sodass die Daten auf der Landkreis-Homepage dienstags bis samstags aktuell sind (das WOCHENBLATT berichtete). "Am Freitag werden die letzten Zahlen an das Gesundheitsamt in Hannover und von dort aus an die Landesbehörde gemeldet", erklärt Dede. "So ist die Inzidenz am Samstag noch aktuell. Da das Gesundheitsamt am Wochenende aber nicht arbeitet, veröffentlicht das RKI am Sonntag und Montag heruntergebrochene Zahlen, ermittelt also die Inzidenz ohne neue Fälle. Die ist dementsprechend dann immer niedriger."

„Wir möchten damit den Bürgerinnen und Bürgern ein aktuelles Bild der Infektionslage bieten und für Transparenz sorgen", sagt Landrat Kai Seefried. "Denn auch wenn der Fokus derzeit verständlicherweise nicht mehr auf Corona liegt, ist eins doch klar: Die Pandemie ist nicht vorbei. Gleichzeitig möchten wir funktionierende Strukturen beibehalten, um für den Herbst und eine möglicherweise wieder eintretende Verschärfung der Situation vorbereitet zu sein.“

Pandemie-Lage nicht unterschätzen

Auch im Landkreis Harburg gilt es, die derzeitige Pandemie-Lage nicht zu unterschätzen, sagt Kreissprecher Andres Wulfes. "Wir haben bei uns zwar leicht sinkende Zahlen, trotzdem ist weiterhin Vorsicht geboten." Besonders durch die weggefallene Maskenpflicht in vielen Bereichen sei es jetzt wichtiger denn je, sich an die Hygienemaßnahmen und Abstandsgebote zu halten.

Der Landkreis Harburg meldet seit Kurzem nur noch einmal wöchentlich die Corona-Zahlen. Das hängt mit der Meldepraxis zusammen: Vorher wurden alle Zahlen bis 15 Uhr gesammelt und alles, was danach gemeldet wurde, in den nächsten Tag mit einberechnet. Als die Meldepraxis umgestellt wurde und die Fälle tagesaktuell dem Meldedatum zugeordnet werden mussten, meldete der Landkreis Harburg die Zahlen jeweils nur noch für den Vortag. Kurz darauf ging der Landkreis dazu über, nur noch einmal wöchentlich Zahlen zu übermitteln.

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AUF EIN WORT

Dann kann es der Landkreis Harburg auch ganz lassen
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Während in den allermeisten Landkreisen im Bundesgebiet die Corona-Zahlen jeden Tag vermeldet werden, ist der Landkreis Harburg mittlerweile dazu übergegangen, die Werte nur noch mittwochs zu veröffentlichen. Aus meiner Sicht ergibt das keinen Sinn. Dann kann der Landkreis auch komplett darauf verzichten.

Die Corona-Zahlen zu ermitteln und täglich zu veröffentlichen, ist mit großem Aufwand verbunden. Das ist mir bewusst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern arbeiten seit Ausbruch der Pandemie an der Belastungsgrenze - oder darüber hinaus. Gleichwohl sind die Zahlen eine wichtige Orientierung für die Bürger. Das belegt die Resonanz der WOCHENBLATT-Leserinnen und -Leser auf die Artikel zu den Corona-Zahlen, als diese noch täglich erschienen.

Durch die Umstellung auf die wöchentliche Veröffentlichung der Zahlen kann der Eindruck entstehen, dass die Pandemie im Landkreis Harburg nicht mehr so schlimm ist und man die Vorsicht über Bord werfen kann. Das Gegenteil ist richtig: Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, wie im Vorjahr auch zu dieser Jahreszeit, sind aus meiner Sicht weiter Vorsicht und Disziplin angesagt. Die Erkrankung eines Kollegen, der mit schweren Symptomen zwei Wochen daheimbleiben musste, hat mir noch einmal vor Augen geführt: Keiner sollte die Viruserkrankung auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist und bleibt gefährlich.

Landrat Rempe, übernehmen Sie und sorgen Sie dafür, dass die Corona-Zahlen wieder täglich erscheinen. Das ist notwendig und bürgerfreundlich. Oliver Sander

Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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