Manövrieren wird zur Herausforderung
Das Schlickproblem der Schwinge

Der Kapitän Horst Tofern kann von seinem Balkon das Museumsschiff "Greundiek" und die Ebbe im Hafen beobachten
  • Der Kapitän Horst Tofern kann von seinem Balkon das Museumsschiff "Greundiek" und die Ebbe im Hafen beobachten
  • Foto: wei
  • hochgeladen von Maria Weigl

wei. Stade. Ebbe und Flut sorgen dafür, dass der Schlick aus der Elbe immer wieder in die Nebenflüsse der Elbe gespült wird. Weil das Wasser im Stader Hafenbecken aber ruhig ist und kaum Strömung hat, bleibt der Schlick im Becken. Etwa alle zwei Jahre kommt das Spezialschiff "Njörd" im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Hamburg (WSA), um den Schlick zu entfernen. Der nächste Einsatz ist aber erst im Frühjahr des kommenden Jahres geplant.

"Das ist zu selten", sagt der Kapitän des Museumsschiffes "MS Greundiek", Horst Tofern. Im Moment sei es schwierig, in den Stader Hafen rein und wieder rauszufahren. Das Schiff müsse rückwärts bugsiert werden, um es dann zu drehen. Der richtige Zeitpunkt für dieses Manöver ist begrenzt: immer nur zwei Stunden vor und eine Stunde nach Hochwasser. Der Kapitän kritisiert, dass die "Njörd" den Schlick nur aufwirble. Eigentlich solle so der Schlick mit der Ebbe aus der Schwinge getragen werden. Der Weg von 4,5 Kilometern bis zur Elbmündung sei aber zu lang, so Tofern. Er ist überzeugt, dass die Schwinge regelmäßig richtig ausgebaggert werden müsse.

Durch die Elbvertiefung sei die Strömung des Flusses zudem schneller, das sagen der "Greundiek"-Kapitän und auch der Schiffsführer Thomas Butt, der für den Ölhändler Rinck arbeitet. Das sorge dafür, dass die Schwinge schneller verschlicke. Butt berichtet, er habe zuvor noch nie so wie jetzt mit dem Schiff auf dem Schlick aufgelegen. Vor ein paar Monaten sei noch alles gut gewesen, doch so langsam werde es problematisch. Besonders dann stellt sich das An- und Ablegen im Stader Hafenbecken als Herausforderung dar, wenn das Schiff vollbeladen mit Kraftstoff ist. Dabei ist die Schwinge eine Bundeswasserstraße, die von der Berufsschifffahrt genutzt wird. Hinzu komme die Nutzung der Schwinge durch die Wassersportler.
Für die Entschlickung nutzt die "Njörd" ein Wasserinjektionsgerät, mit dem über ein Spülrohr das Wasser aus der Schwinge in die Sohle gepresst wird. Dabei wird der Schlamm aufgewirbelt. Alle zwei Jahre werden so 40 bis 50 Zentimeter abgetragen. Das Ziel ist dabei, eine Tiefe von 5,5 Metern an der Mündung zur Elbe und vier Meter im Hafen - bei mittlerem Tide-Hochwasser.

Das Fahrwasser der Schwinge zwischen dem Stader Hafen und der Mündung bei Stadersand soll mindestens zehn Meter breit sein. Der Zeitaufwand, den die "Njörd" betreibt, betrug im vergangenen Jahr 62 Stunden. Beim Einsatz des Spezialschiffes entstehen Kosten von etwa 100.000 Euro. Diese Summer wird von den Stadtwerken und der WSA getragen.

Fördergelder für Entschlickung

In diesem Jahr wurden erstmalig Fördergelder für Entschlickungsmaßnahmen an Betreiber von Sportboothäfen ausgezahlt. Auch für das nächste Jahr können die Betreiber wieder Fördergelder der Stiftung Elbefonds beantragen.
Um eine Förderung zu erhalten, können die Hafenbetreiber bis zum 30. November einen Antrag an das Büro der Arbeitsgemeinschaft Maritime Landschaft Unterelbe (MLU) in Grünendeich richten.
Nach Abschluss der Maßnahme und Übermittlung der Kosten erfolgt eine Auszahlung der Fördermittel in Höhe von bis zu 30 Prozent der nachgewiesenen Kosten an die Sportboothäfen.

Politik
Nach dem Verzicht von Thomas Grambow (kl. Foto) soll nun Björn Protze antreten

Politiker aus Neu Wulmstorf führt persönliche Gründe für Verzicht an
SPD-Schock: Thomas Grambow zieht Landrats-Kandidatur im Landkreis Stade zurück

jd. Stade. Schock für die SPD: Ihr Kandidat für die Landratswahl im Landkreis Stade wirft das Handtuch. Der Neu Wulmstorfer Kommunalpolitiker Thomas Grambow (57) will nun doch nicht für das Amt kandidieren. Für seinen Verzicht führt er persönliche Gründe an.    Der CDU-Politiker Kai Seefried muss sich nun auf einen neuen Gegenkandidaten einstellen. Nach WOCHENBLATT-Informationen will jetzt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Björn Protze, gegen Seefried antreten. Die Kandidatur des...

Panorama

Pandemie
Landkreis Harburg plant Corona-Impfzentren in Buchholz und Winsen

(ts). Der Landkreis Harburg wird zwei Corona-Impfzentren einrichten. Vorgesehen sind die Schützenhalle in Buchholz und die Stadthalle in Winsen. Diese Standorte hat die Kreisverwaltung der Landesregierung vorgeschlagen. Das Land prüft nun die Konzepte und entscheidet. Bis zum vergangenen Montagabend mussten die Landkreise in Niedersachsen die möglichen Standorte dem Innenministerium melden. Die Landesregierung hat das Ziel, dass die Infrastruktur für die Corona-Impfungen in den Landkreisen bis...

Politik
Die Zeit der Baustellen ist vorbei. Doch zufrieden sind in Dammhausen noch nicht alle mit den Ergebnissen der jahrelangen Baumaßnahmen

Nach Bauarbeiten ist noch nicht alles optimal
In Dammhausen sind wieder die Raser unterwegs

tk. Dammhausen. Der neue Rad- und Fußweg in Dammhausen samt ebenfalls neuer Bushaltestellen und runderneuerter Kanalisation ist fertig, der Kreisverkehr an der Einmündung nach Jork bzw. Neukloster ist wiederhergestellt. Sind die Dammhauser jetzt, nach Jahren des Baus und vielen Verzögerungen, wunschlos glücklich? Das ist nicht der Fall, wie Ortsvorsteher Thomas Sudmeyer (SPD) erklärt. Er und Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Dammhausen wünschen sich vor allem vom Landkreis noch...

Service

Am Dienstag, 1.12., 115 aktuelle Corona-Fälle
Maske tragen: Corona-Ampel im Landkreis Stade weiter auf Rot

jd. Stade. Tendenz fallend beim Inzidenzwert: Nach Angaben des Landes beträgt der Inzidenzwert für den Landkreis Stade 56,7 (Stand von Dienstag, 1. Dezember). Damit steht die Corona-Ampel weiter auf Rot. Für einige Straßen und öffentliche Plätze gilt laut Allgemeinverfügung des Landkreises die Pflicht, eine Maske (Mund-Nasen-Schutz) zu tragen.  Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Stade wird vom Land mit 1.041 Personen angegeben.  Die Dunkelziffer der Corona-Infizierten dürfte...

Politik
Wenn es nach der Gemeindeverwaltung geht, stehen diese Schilder bald in Stelle   Foto: thl

Stelle: Aldi-Zentrallager vor Entscheidung

Verwaltung gibt in Vorlage für Fachausschuss Empfehlung für die Ansiedlung des Zentrallagers vor thl. Stelle. Jetzt beginnt der Endspurt! In seiner Sitzung am Mittwoch, 9. Dezember, soll der Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde Stelle dem Rat eine Empfehlung für die Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers im Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd aussprechen. Die Vorgabe der Verwaltung ist eindeutig: "Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 'Sondergebiet Logistikzentrum Fachenfelde-Süd' (...) bestehend aus...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen