Seen und Flüsse sind nicht sicher
DLRG erwartet mehr Badeunfälle in den Landkreisen Stade und Harburg

Wenn in freien Gewässern die Kräfte schwinden, kann dies zum Ertrinken führen
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(jab). Die DLRG schlägt Alarm: Sie befürchten in diesem Jahr wesentlich mehr Badeunfälle und sogar mehr Ertrunkene. Erst vor zwei Wochen starb im Nachbarkreis Rotenburg eine 25-jährige Frau in einem beliebten Badesee. Ihr 28-jähriger Begleiter konnte in letzter Sekunde gerettet werden. Fehlende Übung beim Schwimmen ist ein Grund, der die Zahlen in die Höhe schießen lässt. Zudem überschätzen sich die Schwimmer immer wieder selbst. Auch die starke Strömung in Flüssen und an Abbruchkanten in Seen werden regelmäßig unterschätzt.

"Die Menschen wollen bei diesem Wetter Abkühlung und gehen da hin, wo sie schwimmen können", sagt Margret Holste, Leiterin der Verbandskommunikation der DLRG Bezirk Nordheide. Denn viele weichen den strengen Bestimmungen wie Eingangsbeschränkungen und begrenzten Zeitfenstern in den Freibädern aus. Dabei unterschätzten die meisten allerdings die Strömung der Flüsse und Sogwirkung von Schiffen. In Seen gibt es plötzlich tiefe Stellen und kalte Strömungen - gerade in Baggerseen, sagt der stellvertretende Bezirksleiter der DLRG Bezirk Stade, Rainer Bohmbach. Diese können zum Problem für die Muskeln und den Kreislauf werden.

Zudem seien in diesem Jahr die Anfängerschwimmkurse ausgefallen, so Holste. Und auch ein Seepferdchen-Abzeichen bedeutet lediglich, dass ein Kind sich über Wasser halten, aber noch lange nicht sicher schwimmen kann. Auch Schwimmtiere oder Schwimmflügel bieten keine Sicherheit für Kinder. Holste fordert Eltern daher auf, immer aufmerksam zu sein und das Handy zur Seite zu legen. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene überschätzen oftmals ihre Kräfte, meint die Kommunikationsleiterin.

Die DLRG warnt vor dem Sprung ins kühle Nass, wenn es sich nicht um eine bewachte Badestelle handelt. Trotz unzähliger Gewässer im Landkreis Harburg seien nur die Badestelle Stover Strand und die Station in Hoopte besetzt. In Seevetal am See im Großen Moor könne wegen der Corona-Vorschriften die Station nicht besetzt werden, so Holste. Im Landkreis Stade sind es normalerweise drei Stellen, an denen die DLRG aktiv ist: Lühe/Wisch, Stadersand und Krautsand, wobei die erste Station wegen der Corona-Vorschriften derzeit nicht besetzt ist, so Bohmbach. Wen es dennoch an die Gewässer der Umgebung zieht, sollte stets bei seinem Kind bleiben. Auch seine Mitmenschen sollte man im Blick behalten und auf Auffälligkeiten wie Müdigkeit achten. "Ein Mensch ertrinkt langsam und vor allem leise", sagt Holste. Im Notfall sollte ein schwimmender Gegenstand zur Hilfe genommen werden, der helfe gegen die Panik. Und ganz wichtig: immer den Notruf wählen. Ist ein Schwimmer untergegangen, sollten Beobachter sich unbedingt die Stelle merken. Das erleichtert dem Rettungsdienst die Arbeit.

Holste und Bohmbach empfehlen in jedem Fall, die Frei- und Naturbäder in der Umgebung zu besuchen. "Auch wenn es derzeit strenge Vorgaben gibt: Lieber die kurze Zeit intensiv mit dem Kind nutzen und dabei auf der sicheren Seite stehen", so Holste.

Wenn in freien Gewässern die Kräfte schwinden, kann dies zum Ertrinken führen
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Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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