Türkisch Islamische Gemeinde in Bützfleth setzt auf Dialog und Transparenz
Ein Dorf - eine Gemeinschaft

Mitglieder der Türkisch Islamischen Gemeinde um Atil Aras (5. v. li.) aus dem Vorstand empfingen christliche Nachbarn in ihrer Moschee
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  • Mitglieder der Türkisch Islamischen Gemeinde um Atil Aras (5. v. li.) aus dem Vorstand empfingen christliche Nachbarn in ihrer Moschee
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Bützfleth. Dass gute Nachbarschaft und echte dörfliche Gemeinschaft nichts mit Religionszugehörigkeit zu tun haben, wird in der Stader Ortschaft Bützfleth deutlich. Dort ist seit 1994 die "DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Stade Bützfleth" ansässig, mit rund 120 dazugehörigen Familien die größte ihrer Art in der Umgebung.
In ihrer Moschee direkt an der Hauptstraße im Ortszentrum stehen die Türen nicht nur für Muslime immer offen, betont Atil Aras vom Vorstand.
Kürzlich luden er und die anderen Gemeindemitglieder im Rahmen der Bürgervereins-Aktion "Lebendiger Adventskalender" zum Klönschnack in die Moschee ein. In dem gemütlichen Raum, in dem - wie in jeder Moschee - Sockenpflicht besteht, gab es nicht nur leckere türkische Spezialitäten wie gefüllte Weinblätter, Käsestangen oder Grießbrei mit Kirschen für die Besucher, sondern auch jede Menge Informationen über die Gepflogenheiten der Muslime.
Zum Beispiel, dass der wichtigste Tag der Woche für Muslime der Freitag ist, denn es ist der Tag des obligatorischen Freitagsgebets. Auch in der Bützflether Moschee kommen dann die Gemeindemitglieder zum gemeinsamen Gebet zusammen und lauschen dabei einem aus der Türkei abgesandten Iman.
Wohlwissend um die Vorwürfe in Richtung DITIB, türkische Regierungspolitik in Deutschland zu betreiben, stellt Atil Aras aber klar: "Wir prüfen sehr genau, wer bei uns predigt und was gepredigt wird. Politik ist bei uns in der Moschee kein Thema."
Stattdessen tue die Gemeinde viel für die Jugend und für Familien, organisiere Fahrten zu Fußballturnieren, helfe beim Schreiben von Bewerbungen und biete auch den Alten einen Platz zum Tee trinken und zum Austausch.
Zum Abschluss erzählt Ayfer Yurdakul aus dem Vorstand noch einmal, dass die Frauen nur in der Moschee Kopftuch tragen und dass sie dort in einem anderen Raum beten als die Männer, über Lautsprecher aber dem Iman zuhören. Im kommenden Jahr bekommen die Frauen einen ganz neuen Gebetsraum im Obergeschoss der Moschee. Dass der Raum sich momentan noch im Keller befindet, hält Atil Aras für kein gutes Signal.
Ihm sei außerdem wichtig zu transportieren, dass der Gemeinde das Miteinander und der Dialog am Herzen liegen. Auf keinen Fall wolle man sich abschotten oder abgrenzen, sagt Atil Aras, der sich selbst als "Ur-Bützflether" bezeichnet. Er sei hier aufgewachsen so wie jetzt auch seine drei Kinder. Und "Bützfleth ist einfach der beste Ort der Welt, meine Heimat", sagt er.

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