Monika und Dennis Mayne gastierten in Stades Fußgängerzone
Einzigartige Straßenkunst

Straßenkünstlerin Monika Mayne spielt auf ihrem Ziehlophon in der Fußgängerzone
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jab. Stade. Ein Zirkuswagen aus Holz und eine alte Zugmaschine, dieses Bild in der Altländer Straße in Stade durfte einige kurz stutzen lassen. Die Bewohner dieser ungewöhnlichen Behausung zogen vergangene Woche in der Innenstadt ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich. Monika und Dennis Mayne, Straßenkünstler aus Mecklenburg-Vorpommern, machten vergangene Woche die Fußgängerzone unsicher und unterhielten die Besucher der Stader Altstadt mit ihren im wahrsten Sinne des Wortes einzigartigen Musikinstrumenten.

Bereits seit 30 Jahren sind die beiden in Europa unterwegs. Als Duo "Bestimmt verstimmt" treten sie mit ihrer Show auf: Dennis am Klavier und Monika oben drauf - mit Gesang und Stepptanz. Doch auch getrennt sind sie ein echter Hingucker.

Monika singt und spielt auf ihrem "Ziehlophon", das ihr Lebensgefährte Dennis eigens für sie gebaut hat. "Als ich bei einem Auftritt einen Meniskusriss erlitten hatte, baute er mir einen 'Glockenturm' aus Dingen, die in unserer Scheune lagerten", sagt Monika. Das besondere Musikinstrument ist ein Xylophon mit Kordeln, an denen sie ziehen muss, um ihm Töne zu entlocken. Dabei besteht das Instrument aus einer Vielzahl von recycelten Materialien: Die Unterlagen der gestimmten Plättchen bestehen aus einem alten Kasernenboden aus Ludwigslust. Die Schlägel sind Fahrradspeichen gewesen, die Köpfe ein zersägter Metallstab. Auch Lederteile einer alten Damenhandtasche und Metallfedern vom Schrottplatz hat Dennis verbaut. Orientieren kann sich die Musikerin anhand der Farben der an den Bändern befestigten Kugeln. Auch diese sind wiederverwertet, sie stammen aus einer Massagematte für Autositze.

Dennis hingegen, der usprünglich aus Kanada stammt, spielt auf einem "Klavini". "Ich wollte ein leichtes und leises Klavier", so der Straßenkünstler. Dafür zersägte er ein altes Tasteninstrument aus dem Jahr 1912, das bereits kaputt war. Dann entnahm er den gusseisernen Rahmen und lackierte die Hammerköpfe mit Klarlack, wodurch das "Klavini" einen einmaligen Klang, ähnlich einer Harfe, erhielt.

Stade wird den beiden definitiv in Erinnerung bleiben. Monika durfte das erste Mal in ihrem Leben vor dem historischen Rathaus eine Hochzeitsgesellschaft unterhalten. "Dafür habe ich schnell den Hochzeitsmarsch gelernt", so Monika. Dennis ist dankbar für die vielen, teils intensiven Gespräche. "Das Publikum beflügelt uns", so der Musiker. Denn um Geld gehe es den beiden nicht. "Es geht um die Freude an der Musik und um gute Gespräche", so Monika.

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